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Artensterben

Maulwurf vs. Pandabär

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Links ein Maulwurf, rechts ein Panda (Bilder: Shutterstock)

Öko.Logisch

Wir befinden uns in einem der größten Artensterben der Erdgeschichte. Mehr als 100 Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Tag für Tag. Mit unabschätzbaren Folgen für uns alle.
Wir müssen in die Gänge kommen - und nicht nur die knuffigen Pandabären retten.

Zu Besuch beim Schwiegervater. Er gerade im erbitterten wie aussichtslosen Kampf („Diese piependen Ultraschall-Staberln sind ein Glumpert!“) gegen Maulwürfe: Hügel überall am Grundstück. Diesen Kampf fechten er und all seine Nachbarn aus. Alle? Mitnichten. Auf der Futterwiese nebenan: kein einziger Maulwurfshügel weit und breit.

Stutzig frage ich nach. „Früher“, erzählt der Schwiegervater, „gab‘s da nicht nur Maulwurfshügel, sondern eine irrsinnig schöne Vielfalt an Blumen, sogar wilden Kren.“ Und: Bienen ohne Ende. Seit der Bauer aber angefangen habe, „zu sprühen“, sei es vorbei mit dem Maulwurf, der Blumenvielfalt und dem Kren. Und auch die Bienen drehen nur noch selten ihre Runden, jedenfalls seltener als der Bauer mit dem Sprüh-Bottich mit Werweißwas am Rücken.

Wie diese Wiese zu dem wurde, was sie jetzt ist, kann ich nicht rekonstruieren. Ein Spaziergang im Ort zeigte jedenfalls: Das Ganze hat System. Auf keiner Futterwiese ein Maulfwurfshügel.

Nicht über Nacht

Warum ich Ihnen das erzähle? Was im Kleinen, also in einem Dorf in NÖ, System hat, hat leider weltweit System. Nicht nur die Agrarier sind hier die Buhmänner. Auch in privaten Gärten gehen wir der Artenvielfalt gerne an den Kragen. Auch Kommunen greifen oft ins Giftschränkchen, wenn es z.B. um die „Pflege“ der Straßenbankette geht. Und Regierungen drücken sich um Verbote von Pestiziden, obwohl die EU deren Einsatz bis 2030 halbieren möchte.

Wir befinden uns in einem der größten Artensterben der Erdgeschichte. Mehr als 100 Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Tag für Tag. Mit unabschätzbaren Folgen für die Ökosysteme dieser Welt, für uns alle.

Die Fachwelt ist sich einig. Es ist zwar nett, wenn sich viele um die Rettung von knuffigen Pandabären bemühen. Doch wichtiger, viel viel wichtiger wäre es, das alles zu retten, was wir nicht sehen oder kaum beachten. Alles, was da kreucht und fleucht, was wie Unkraut aussieht, was bisweilen grausig anmutet. Und damit müssen wir sofort anfangen. Denn Ökosysteme erholen sich nicht über Nacht.

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