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Autoreise mit Welpe

10 Tipps für eine gelungene Fahrt

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© VKI

Die Autoreise mit einem Hund unterscheidet sich nicht sonderlich von einer Reise mit Kindern. Ständig wird gejammert, dann wieder geschlafen und wenn sie aufwachen haben sie Hunger oder müssen mal raus. Damit die Reise so wenig Nerven wie möglich kostet und was du bei der Vorbereitung alles beachten musst, liest du in meinen zusammengefassten Tipps. 

Eine längere Reise mit einem Vierbeiner beginnt bei der Planung. Auch wenn du die gewünschte Strecke schon oft gefahren bist, ist es oft das erste Mal für deinen Welpen.
Folgende Punkte sollten bei der Planung der Reise mit deinem vierbeinigen Freund beachtet werden. 
 

Vor der Fahrt


1. Vertragen sich Hund und Auto?

Ist dein Hund bereits Auto gefahren? Wie ging es ihm dabei?
Sollte sich dein Hund bei der Fahrt übergeben oder sehr viel Angst davor haben, kann es helfen, das Autofahren vor der Reise zu "üben". Dazu reichen kleinere Strecken über mehrere Tage verteilt, sodass der Hund sich langsam daran gewöhnen kann. Sollte die Übelkeit nicht nachlassen, helfen Mittel aus der Hundeapotheke - bitte halte hier Rücksprache mit deinem Tierarzt.

2. Idealen Zeitpunkt wählen

Neben der Auswahl des idealen Reisetags (Stichwort: Stau!) solltest du auf jedem Fall das Wetter im Auge behalten. Eine Autoreise bei 38 Grad in einem Auto ohne Klimaanlage ist nicht nur für den Mensch unangenehm sondern auch für den Hund eine extreme Stresssituation. Sollte sich der Termin nicht verschieben lassen, kann man sich überlegen über die Nacht zu fahren. Nervöse Hunde (wie unsrer einer ist) kommen zudem in der Reisezeit während den regulären Schlafzeiten besser zur Ruhe. 

3. Routenplanung: Einreisebestimmungen beachten!

Dieser Punkt ist äußerst wichtig – nicht nur für dich als Hundebesitzer sondern auch für deinen vierbeinigen Liebling. Solltest du auf deiner Reise eine Grenze kreuzen, check unbedingt die Einreisebestimmung des Landes!

Kurze Anekdote:
Mein Partner und ich, als gebürtige Vorarlberger, mussten arbeitsbedingt mit unserem 10 Wochen alten Welpen nach Hause fahren und das am besten (und schnellsten) über das deutsche Eck. Bei der Routenplanung fiel mir auf, dass Welpen, die die Tollwutimpfung (frühestens ab der 12. Woche impfbar) noch nicht erhalten haben, nicht in Deutschland ein- oder gar durchreisen dürfen. Sollte man während der Fahrt erwischt werden, drohen Konsequenzen, wie Ausweisung, mehrere Monate Quarantäne oder im Extremfall Tötung des Tieres!

Weitere Bestimmungen für die Einreise in Deutschland sind bspw.:

  • gültiger Mikrochip,
  • EU-Heimtierausweis bzw. eine einer amtlichen Veterinärbescheinigung (Tier aus einem Nicht-EU-Staat), in dem die Mikrochipnummer oder die Tätowierung eingetragen ist
  • Impfpapiere sowie ggf. der Befund des Bluttests (Tollwutantikörpertest) 

Geschockt von den Rechercheergebnissen planten wir natürlich unsere Route um, nahmen selbstverständlich drei Stunden mehr Fahrt in Kauf und genossen währenddessen die Schönheiten Österreichs, die uns ansonsten verborgen geblieben wären.

Erkundige dich aber bei jeder Reise individuell über die aktuellen Bestimmungen des Landes in das du einreist. Manche Länder verlangen mehr Impfungen und manchmal gelten für verschiedene Rassen (Kampfhunde) unterschiedliche Einreisebestimmungen. Alle Informationen findest du hier zusammengefasst.

4. Routenplanung: Pausen einplanen

Zudem ist bei der Routenplanung zu berücksichtigen, dass euer Hund (aber vor allem ein Welpe) öfter einmal raus muss und sich sicher darüber freut, nicht nur Betonstraßen vorzufinden. Ein kleiner Hund kann sich in Reisepausen besser von der stressigen Situation erhohlen. Ein kurzer Check, welche Raststätte vielleicht über ein bisschen Wiese, einen Baum oder Picknickplätze verfügt, schadet hierbei auf keinen Fall! Lass deinen Hund aber unbedingt angeleint – du befindest dich schließlich auf einem öffentlichen Platz. 

5. Hund gut sichern

Auch Hunde müssen einen sicheren Platz im Auto finden, sodass sie keine Gefahr für sich selbst oder andere Insassen darstellen. Hierfür gibt es spezielle Hundeboxen für den Kofferraum. Wie schnell sich ein Tier daran gewöhnt ist unterschiedlich. Besser man beginnt so früh wie möglich mit der Eingewöhnung oder nimmt gleich die Schlafbox, die er von zu Hause kennt.

Ebenfalls empfielt sich ein Netz oder Gitter für den Kofferraum um so die Fahrerkabine von „herumfliegenden Teilen“ (wie Tiere vom österreichischen Gesetz gerne genannt werden) zu schützen. Solltest du keinen Platz im Kofferraum haben aber dafür einen freien Sitz, gibt es auch Vorrichtungen um deinen Hund anzuschnallen. Der Gurt eignet sich jedoch eher für kleine bzw. leichte Hunde und sollte nach einem Unfall direkt ausgetauscht werden.

Da ein Hund im österreichischen Gesetzbuch als „Sache“ angesehen wird, unterliegen Tiere der Ladungssicherungsvorschrift. Sollte deine Fellnase ungesichert mitfahren, kann das rechtliche Folgen haben. Eine fehlende Sicherung (Verstoß gegen Ladungssicherungspflicht) kann bis zu 5.000€ kosten (v.a. in Österreich und Deutschland). 

Das genaue Tiergesetz für Österreich findest du unter diesem Link.

 

Während der Fahrt


 

6. Hund im Blick behalten

Du hast nun alle Vorkehrungen getroffen, die richtige Tageszeit ausgewählt, deinen Hund im Auto ausreichend gesichert und außerdem genug Hundefutter, Wasser und Spielzeug dabei? Dann kann‘s ja losgehen!
Während der Fahrt ist es wichtig deine Fellnase so gut wie möglich im Blick zu behalten um zu sehen, ob es ihm an irgendetwas fehlt. Für die meisten (vor allem jungen) Hunde bedeutet eine solche Fahrt vor allem Stress. Achte also besonders auf genügend Pausen. Da viele Hunde in Stresssituationen übermäßig hecheln und an den Pfoten schwitzen, ist es zudem wichtig, dem Hund genügend Flüssigkeit anzubieten.
Gerade wenn du mit einem Welpen verreist, wäre es ratsam jede Stunde einmal kurz stehen zu bleiben und ihm etwas Auslauf zu gönnen. Da die Kleinsten ihre Blase noch nicht unter Kontrolle haben, ist das auch eine schonende Methode dein Auto sauber zu halten! 

7. Futter und Auslauf

Wie auch wir Menschen Hunger und Durst bekommen, kann auch der Hund seinen Stoffwechsel während einer Reise nicht ausschalten. Deswegen vergiss bitte nicht ihn zu füttern! Manche raten dazu die Futtermenge während der Fahrt etwas zu verringern, um so einer Übelkeit entgegenzuwirken. Bei kurzen Fahrten kann das Füttern auch um ein/zwei Stunden verschoben werden. Leckerlis, Essen, Wasser und Spielzeug in Reisegröße (Hundefutter in Tupperbox bspw., Plastiknapf und Wasserflasche, etc.) solltest du also unbedingt einplanen. 

Hast du es bei deiner Reise nicht sonderlich eilig, machst du deinem vierbeinigen Liebling eine besondere Freude, wenn du die Autobahn für eine kurze Zeit verlässt, an einem schönen Ort hältst und einen kurzen Spaziergang einplanst. Nach vielen zurückgelegten Kilometern, tut nicht nur deinem Hund das Strecken der Gliedmaßen und die Bewegung gut, sondern auch dir wink Außerdem siehst du so vielmehr von deiner Reiseroute!

8. Fahren im Sommer: Vor Hitze, Sonne und Zugluft schützen

Sonne, Abkühlung und Erholung: Das wollen wir auch unseren vierbeinigen Freunden gönnen. Gerade zu dieser Jahreszeit, planen die meisten von uns eine Reise ans Meer oder eventuell nur einen Tagesausflug an den See. Hier drohen jedoch zusätzliche Gefahren, die es zu beachten gilt:

  • Lass deinen Hund keinesfalls allein im Auto! Nicht einmal für eine kurze Zeit.

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© VKI

Wie die Tabelle zeigt, heizt sich ein abgestelltes Auto im Sommer innerhalb von 10 Minuten so auf, dass es für einen Hund tödlich enden kann! (Quelle)

  • Schütze ihn vor direkter Sonneinstrahlung
  • Auch wenn es für den Hund das Größte ist den Kopf aus dem Fenster zu halten: Lass ihn keinesfalls ständig dem Fahrtwind frönen und vermeide Zugluft im Auto. Hundeaugen sind sehr empfindlich und ein leichter Durchzug kann bereits eine Bindehautentzündung auslösen.

 

Nach der Fahrt


 

9. Belohnung und positive Verknüpfung herstellen

Damit die Fahrt, gerade bei einem jungen Hund, positiv in Erinnerung bleibt, sollte deine Fellnase nach der Ankunft übermässig gelobt und belohnt werden. Das kann in Form eines größeren Spazierganges, einer ausgedehnten Spielphase oder einfach nur mit Leckerlies und Kuscheln geschehen. Dein Hund freut sich sicher auch über eine größere Wiese um sich auszustrecken und um die restliche Energie abzuladen.

10. Großzügige Ruhephase gönnen

Nach der Belonungsphase solltest du deinem Hund aber vor allem eine Ruhephase einräumen. Genauso wie eine längere Reise dich anstrengt, ist es auch für deinen vierbeinigen Freund eine Belastung, die erst einmal richtig ausgeschlafen werden muss.

 

Mit diesen Tipps kann einer gelungen Autoreise hoffentlich nichts mehr im Wege stehen!

Wie siehts bei dir aus? Verreist du mit deinem Hund oder lässt du deine vierbeinigen Freunde daheim? Wusstest du von den strengen Einreisebestimmungen?

Obwohl wir uns bei jeder Fahrt gründlich vorbereiten, ist unser Hund noch immer sehr gelangweilt im Auto, vor allem bei längeren Reisen. Hast du vielleicht einen Tipp gegen Langeweile im Auto - gerade bei Welpen?

Ich freue mich sehr über deine Erfahungen und Tipps!

 


10 Tipps zusammengefasst

  1. Hund an Auto und Sicherungsart (Box, Gurt) gewöhnen
  2. Idealen Zeitpunkt wählen
  3. Routenplanung: Einreisebestimmungen beachten
  4. Routenplanung: Pausen einplanen
  5. Hund gut sichern
  6. Hund im Blick behalten
  7. Futter und Auslauf
  8. Fahren im Sommer: Vor Hitze, Sonne und Zugluft schützen
  9. Belohnung und positive Verknüpfung herstellen
  10. Großzügige Ruhephase gönnen

 

Weiterführender Link auf konsument.at

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