VKI Blog Logo

Bahn und Bus statt Kreuzfahrt:

500 Euro pro Kunde als Entschädigung

Unter den vielen Fällen in unserer Beratung gibt es solche, die einem besonders im Gedächtnis bleiben: Eine Flusskreuzfahrt, die weitgehend per Bahn Bus absolviert wurde, zählt dazu.

Der Rio Douro in Portugal, ein Weltkulturerbe der UNESCO, war Ziel einer Reise von Ehepaar S. Für diese Flusskreuzfahrt hatten die beiden je 2.500 Euro bezahlt, Kabine inkl. Balkon war ihnen besonders wichtig gewesen. Groß war die Enttäuschung, als ein Großteil des Programms buchstäblich ins Wasser gefallen war. Hochwasser verhinderte die Flusskreuzfahrt, stattdessen fanden Ausflüge per Bahn und Bus statt, Übernachtungen erfolgten in Hotels und bei den verbliebenen Nächtigungen auf dem Schiff war die Nutzung des Balkons dadurch vergällt, dass das Schiff direkt an einem anderen angedockt war.

Kurzum: Die bei Klug Touristik gebuchte Flusskreuzfahrt verlief völlig entgegen den Erwartungen.

Und was dem Ehepaar und anderen Mitreisenden zunächst an Entschädigung angeboten wurde, war wahrlich mickrig: Unter Verweis auf die Geschäftsbedingungen (die sehr allgemein, aber im Prinzip sehr weitgehende Leistungsänderungen bei Flussreisen als hinzunehmen schildern), wolle man für die unvorhergesehen Abweichungen 100 Euro pro Person „gutschreiben“.

Gut, dass das Ehepaar mit uns Kontakt aufgenommen hat.  

Wir haben uns diesen Fall genauer angesehen. In einem Schreiben an die KLUG Touristik führten wir folgende Argumente ins Treffen:

  • Was die Kunden gebucht hatten, wurde ihnen letztlich nicht geboten.
  • Die Hochwassersituation musste KLUG Touristik bereits VOR Reiseantritt bekannt gewesen sein – ohne, dass die Reiseteilnehmer davon informiert worden wären.
  • Somit wäre den Kunden sowohl VOR als auch während der Reise ein Vertragsrücktritt (wegen erheblicher Leistungsänderungen) möglich gewesen.
  • Und der Passus in den AGB bezüglich der Flusskreuzfahrten sei unserer Meinung nach zu allgemein und weitgehend gefasst und verstoße somit gegen das Konsumentenschutzgesetz.

Erst jetzt suchte KLUG Touristik offenbar selbst  „Rechtsbeistand“ auf. Ergebnis: Plötzlich wurde die Entschädigung auf 500 Euro pro Person erhöht! In der Zwischenzeit hatten sich bei uns noch andere Reiseteilnehmer gemeldet. Was wir für das Ehepaar S. erwirkt haben, gilt auch für sie: 20 Prozent des Reisepreises werden ihnen von KLUG Touristik rückerstattet.

Sollte Ihnen Ähnliches widerfahren, wenden Sie sich am besten an uns.

Hier finden Sie noch  Infos, welche Beträge Ihnen für Mängel bei Reisereklamationen als Entschädigung zustehen (Richtwerte!). 

Kommentare erstellen

1 Kommentare

DS

Meine Mitteilung unserens Wissens nach; müsste die Bootsgemeinschaft wegen Nicht-Beachtung der Fährtenlage,somit fehlende Ankündigung für die Touristik, diese Entschädigung zahlen. Und 20 Prozent dieses Reisepreises an das gewisse Touristik-Unternehmen zahlen.

Achtungsvoll, Hr. Sefelin

Blog Abonnement

Ich möchte bei neuen Blog-Beiträgen eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten.
Informationen zum Datenschutz:

Die von Ihnen bekanntgegebenen Daten werden vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) zum Zweck der Blog-Benachrichtigungen verarbeitet. Detaillierte Informationen zu Ihren Rechten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.