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Black Friday

Kreativer Protest

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Schwarze Patagonia-Jacke & Schriftzug: "Don´t buy this jacket" (Foto: Patagonia)

Öko.Logisch.

Der Black Friday steht wieder vor der Tür. Zuerst war ich unsicher, ob ich meinen Lieblings-Shoppingtag überhaupt hier thematisieren soll. Die Überlegung: Selbst wer kritisch darüber berichtet, gibt diesem Konsumwahn-Thema eine Plattform und macht es nur noch bekannter.

Dann bin ich über Patagonia und seinen Umgang mit dem Black Friday gestolpert.

Ich muss kurz ausholen: Den 1973 gegründeten US-Outdoorbekleidungshersteller Patagonia kann man getrost als Öko-Vorzeigeunternehmen bezeichnen. Er gilt als ein Wegbereiter der Gemeinwohlökonomie und spendet seit 1985 jährlich 1 Prozent des Unternehmensumsatzes an Umwelt-NGOs weltweit. Letzteres ist in den Unternehmensstatuten verankert. Genauso wie der Anspruch, Produkte herzustellen, die lange halten und am Ende wieder recycelt werden können. Die Mission lautet: „Wir sind im Geschäft, um unseren Heimatplaneten zu retten.“ Das Paradoxon, Hersteller von Konsumgütern zu sein und gleichzeitig diese Mission erfüllen zu wollen, löst man u.a. mit dem nachdrücklichen Bekenntnis zu weniger Konsum. Deshalb ist der Black Friday auch so etwas wie der Antagonist in der Patagonia-Welt.

Don´t buy this jacket

2011 buchte die Firma für den Black Friday in der New York Times eine einseitige Werbeeinschaltung, die eine Patagonia-Jacke zeigte; darüber in großen Lettern die Aufforderung: „Don´t buy this jacket.“ Die Simple Botschaft lautete: Kauf nichts, was du nicht brauchst.

Fünf Jahre später sah die Patagonia-Chefetage offenbar wieder die Notwendigkeit, ein Zeichen zu setzen. Anfangs zog man erneut einen Boykott in Erwägung. Alle Patagonia-Filialen wären dann geschlossen geblieben, mit schwarzem Trauerflor behängt. Es kam gänzlich anders. Medienwirksam wurde verkündet, dass 100 Prozent der Black-Friday-Einnahmen für Umweltprojekte gespendet würden. Aus den prognostizierten 3 Millionen USD Umsatz wurden ob der weltweiten Aufmerksamkeit, die diese Aktion erregte, 10 Millionen USD. 

Patagonia und seine Kunden setzten am Konsum-Tag Black Friday ein Zeichen gegen den Konsum. Mit Konsum. Bemerkenswert.


PS: Wer ca. eine dreiviertel Stunde entbehren kann, sollte sich dieses Video anschauen und von den Patagonia-Managern Lisa Pike Sheehy und John Goodwin aus erster Hand erfahren, wie es zu der 10-Millionen-Dollar-Black-Friday-Aktion gekommen ist:

Podiumsdiskussion mit Lisa Pike Sheehy und John Goodwin von Patagonia

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