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Browser – Qual der Wahl

Chrome dominiert, und das hat nicht nur positive Aspekte

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Logos der Browser Chrome, Firefox und Edge (Bild: VKI)

Google ist im Begriff, ein Quasi-Monopol zu schaffen, das den gesamten Werbemarkt betrifft.

Rund um die Jahrtausendwende hatte Microsofts Internet Explorer (IE) einen Anteil von 95 Prozent am Browser-Markt. Dieses Quasi-Monopol wurde sogar zum Fall für die Gerichte. Zur gleichen Zeit begann der rasante Aufstieg des unabhängigen Browsers Mozilla Firefox. Da der Softwarebereich jedoch zu den besonders schnelllebigen Branchen zählt, ist mittlerweile schon wieder alles anders.

Google dominiert

Der IE ist zwar aus reiner Gewohnheit vielfach noch in Verwendung, wird aber durch Micrsosoft schon länger nicht weiterentwickelt und auch nicht mehr mit Updates versorgt. Er stellt mittlerweile definitiv ein Sicherheitsrisiko dar. Sein Nachfolger Edge wurde seit seiner mit dem Betriebssystem Windows 10 erfolgten Einführung technisch schon einmal komplett neu aufgesetzt (übrigens auf derselben Basis wie Chrome), kommt aber trotzdem nicht so recht in die Gänge. Firefox ist indessen auf unter 10 Prozent Marktanteil gefallen, was zum Teil auf Fehler aus der Vergangenheit zurückzuführen ist, die dem Browser den Ruf eingebracht haben, überfrachtet und langsam zu sein. Auch der Firefox wurde längst überarbeitet, doch hängt ihm die Sache immer noch nach. Dafür dominiert Googles Chrome-Browser sowohl auf den Computern als auch den Smartphones und ist im Begriff, ein neues Quasi-Monopol zu schaffen.

Technisch überzeugend …

Wenn man das Ganze rein auf die gebotene Leistung reduziert, dann muss man sagen, dass Chrome zu Recht diesen großen Erfolg feiert. Auch die integrierten Funktionen der aktuellen Version 80 klingen interessant, weil sie auf weniger Nachverfolgbarkeit und weniger Werbeeinblendungen hinauslaufen. Allerdings sollte man den Hintergrund dazu kennen: Google ist federführend in der Coalition for Better Ads (CBA), einem internationalen Zusammenschluss von Werbeunternehmen und Werbetreibenden, die Standards für bessere, sprich: für die Nutzer akzeptablere Online-Werbung etablieren möchte.

… allerdings mit Haken

Was sich grundsätzlich gut anhört, hat einen Haken. Google als führendes Werbeunternehmen versucht offenbar, den Werbemarkt unter Kontrolle zu bringen. Werbung von Firmen, die sich nicht an die Regeln halten, wird von Chrome blockiert, jene von CBA-Mitgliedern wird von den integrierten Werbeblockern durchgelassen. Die nun erlaubten Werbeformate sind zwar weniger störend, aber nicht immer deutlich als werbliche Einschaltung erkennbar. Wer meint, sich mit externen Werbeblockern behelfen zu können, wird enttäuscht sein. Auch deren Funktion wird in Chrome beschnitten.

Fazit

Wenn Sie einen guten Browser suchen, werden Sie mit Chrome zufrieden sein. Wenn Sie selbst beeinflussen möchten, wie viel Werbung Sie zu sehen bekommen und von wem Sie nachverfolgt werden, dann sollten Sie sich nach einer Alternative umsehen. Und diesbezüglich ist, wie ich aus eigener Überzeugung sagen kann, Firefox noch immer eine weit oben auf der Liste gereihte Option. Das hat nicht zuletzt mit der großen Zahl an nützlichen Browser-Erweiterungen zu tun, mit denen man Werbung ausblenden und Verfolger abschütteln kann.

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3 Kommentare

Bild des Benutzers gschoenfeldinger

Ich wolle im Blogbeitrag nicht zu sehr ins Detail gehen. Jedenfalls ist vielen Nutzern nicht bewusst, dass es auch Chromium-Alternativen zu Google Chrome gibt. Vivaldi und Brave sind zwei "Geheimtipps", die immer wieder genannt werden. Werde mir das Thema für einen späteren Beitrag vormerken.

Cw

Von Brave hatte ich voher tatsächlich noch nichts gehört, habe ich somit nachlesen müssen. Erwähnenswert finde ich dazu, dass Brendan Eich CEO von Brave Software. Eich ist Erfinder von Javascript (wird mehr oder weniger auf _jeder_ Webseite verwendet) und Teil bzw. Leiter rund um Netscape-Mozilla-Firefox gewesen.
Weiters bietet Brave grob gesagt ein Rückvergütungsprogramm mittels Werbung und Cryptocurrency an. Müsste man sich noch genauer ansehen.

Ich selbst verwende schon länger, vermutlich seit der Beta-Phase, als Browser "Vivaldi". Ebenfalls ein Browser auf Chromium-Basis, also ebenfalls Chrome-Plugins kompatibel. Vivaldi ist wiederum vom ehemaligen Opera CEO gegründet.
DIe aktuelle Version 3 von Vivaldi hat als ein neues Feature einen Tracker und Ad blocker in Zusammenarbeit mit duckduckgo bekommen.

RD

Interessante Chrome-Alternative für alle, die sich schon zusehr an Chrome gewöhnt haben: https://brave.com/

Open-Source, Privacy-first und kompatibel mit Chrome-Addons. Hat dieselbe Basis wie Chrome.

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