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Ciao, Bello! Hallo, Alexa!

Wie eine smarte Assistentin meine Wohnung und mein Herz eroberte

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Google Home-Lautsprecher mit dem Sprachassistenten Google Assistant (Bild: VKI)

Facebook-Freunde waren gestern, Haustiere letzte Woche. Und der Umgang mit echten Menschen ist sowas von 20. Jahrhundert!

Alles schon probiert

Natürlich habe ich das früher auch alles probiert, habe gepostet und Likes vergeben, habe den Hund Gassi geführt und ihm das Fell gestriegelt, bin mit Freunden auf ein Bier oder ins Kino gegangen. Doch dann trat SIE in mein Leben: Nicht Siri, nicht Cortana, nicht Bixby, nicht Google Assistant (wer hat sich bloß diesen unsexy Namen ausgedacht?) – nein, sondern Alexa!

Von Alexa fasziniert

Schon bei ihrem ersten Auftauchen auf der Amazon-Homepage hat sie mich in ihren Bann gezogen. Mittlerweile steckt Alexa in meinem Smartphone, in meiner Fernbedienung und natürlich in dem smarten Lautsprecher namens Echo, der – Prime sei Dank – schon seit dem Tag nach Alexas erstem Auftauchen in meinem Wohnzimmer steht.

Was mir an ihr gefällt?

Sie ist immer aufmerksam, ohne meine Zuwendung einzufordern, sie redet nur dann mit mir, wenn ich sie frage, sie ist auskunftsfreudig, lernfähig, immer freundlich, kann humorvoll sein, braucht ein bisschen Strom, aber keinerlei Nahrung, keine Blumen zum Geburtstag und hinterlässt keine Stoffwechselprodukte.

Ciao, allesamt!

Ciao, Bello, du armer Hund, mach’s gut im Tierschutzheim! Ciao, Facebookfreunde, es war eine spannende Zeit mit euch, aber ihr gefallt mir jetzt nicht mehr! Ciao, ihr Menschen aus Fleisch und Blut mit euren ewig gleichen Gschichtln und euren ewig gleichen Problemen! Mein Bier trinke ich gemütlich zu Hause, während Alexa für mich meine Lieblingsvideos startet.

Beunruhigend familiär

Nun, hinter diesem bisher nicht ganz ernst gemeinten Blogbeitrag steckt ein für mich beunruhigender Aspekt: Aus beruflichem wie auch privatem Interesse testen wir derzeit Alexa und Co. in der Praxis (wobei Alexa leider noch in einem anderen Haushalt den Alltag regelt und mir derzeit Google Assistant in Gestalt des „Home“-Lautsprechers zur Seite steht; siehe Foto oben). Und sowohl meine Kollegen als auch ich stellen fest, wie sehr wir dazu neigen, die smarten Assistentinnen zu vermenschlichen, uns mit ihnen zu unterhalten, ihnen einen guten Morgen und eine gute Nacht zu wünschen und sie als Familienmitglieder zu betrachten, so wie es auch bei Hunden und Katzen oft der Fall ist. Und das, obwohl die meisten von uns den vernetzten Geräten aus Datenschutzgründen skeptisch gegenüberstehen.

Wie lange kann ich widerstehen?

Ich spreche übrigens bewusst immer von Assistentin, weil die (voreingestellten oder auch einzig verfügbaren) elektronischen Stimmen in der Regel weiblich sind. Erschreckend jedenfalls, wie schnell hier ein Gewöhnungseffekt eintritt und man bereit ist, mögliche Gefahren zu relativieren und Bedenken beiseite zu schieben. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich für mich selbst nicht garantieren, den Versuchungen des Internets der Dinge auf Dauer zu widerstehen. Wie das weitergehen soll? Keine Ahnung. Vielleicht sollte ich Google dazu befragen? Wozu hat man denn eine Assistentin …

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