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Deocreme selber machen

Do it yourself

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Selbstgemachte Deo-Creme (Bild: Stingl/VKI)

Öko.Logisch

Zwei Zutaten reichen aus, um geruchsneutral durch den Sommer zu kommen - und freilich auch durch die kühlere Jahreszeit.

Wo Naturprodukt draufsteht, muss kein Naturprodukt drin sein – das gilt auch für Deos, wie unsere Erhebung in KONSUMENT 6/2020 gezeigt hat. Ich habe mich im Frühling an einer Do-it-yourself-Deocreme versucht – und bin vom Ergebnis durchaus begeistert.

Die Zutatenliste

  • 50 ml Bio-Kokosöl (kaltgepresst, nativ)
  • 50 g Natriumhydrogencarbonat (Natron) 

Das war´s. Natron ist ein altes Hausmittel gegen Schweißgeruch, es wirkt antibakteriell. Kokosöl eignet sich sehr gut als Trägersubstanz. Es behält bis ca. 25 Grad Raumtemperatur seine cremige Konsistenz und lässt sich gut mit dem Finger unter den Achseln auftragen.

Die Zubereitung

Kokosöl im Wasserbad verflüssigen, z.B. in einem gut gereinigten Marmeladeglas. Richtiges Timing ist bei der Beimengung des Natrons gefragt. Es löst sich im flüssigen Kokosöl nämlich nicht auf, sondern sinkt ab. Um es gleichmäßig mit dem Kokosöl zu vermengen, z.B. mit einem Holzspatel, muss der Zeitpunkt abgepasst werden, wo das Öl wieder eine cremige Konsistenz annimmt.

Et voilà: Das Ergebnis kann sich riechen lassen (dezenter Kokosduft) und reicht bei sparsamer Anwendung mehrere Wochen, sogar Monate – pro (gewaschener!) Achsel genügt eine erbsengroße Portion. Zugegebenermaßen ist das Auftragen auf die Haut etwas gewöhnungsbedürftig. Das Natron fühlt sich sandig an. Den Peeling-Charakter reduziert, wer weniger Natron verwendet. Allerdings, da Natron der Deo-Wirkstoff ist, lautet hier wohl die Faustformel: je mehr Natron, desto weniger Schweißgeruch.

Wer das Zubreitungs-Prozedere auf ein, zwei Mal pro Jahr beschränken möchte, kann die Mengen von Kökosöl und Natron entsprechend erhöhen. Im Kühlschrank aufbewahrt hält die Deocreme einige Monate.

Kokosöl = nachhaltig?

Nun können Sie berechtigterweise sagen: „Kokosöl? Das ist doch nicht nachhaltig!“ Es stimmt, Kokospalmen wachsen in tropischen Gebieten. Und da die Lebensmittelkonzerne nach Palmöl-Ersatz suchen, wird der Kokospalmen-Anbau zunehmend industrieller (Monokulturen im Regenwald). Aber betrachten Sie es so: Es ist deutlich nachhaltiger, 50 g Kokosöl für eine Deocreme zu benutzen, die wochenlang in Gebrauch ist, als die gleiche Menge Kokosöl z.B. zum Backen eines Kuchen zu verwenden, der in zwei Tagen aufgegessen ist.


Schon ausprobiert? Wie sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Oder haben Sie ein anderes Deo-Rezept, auf das Sie schwören? Schreiben Sie mir, auf mstingl@konsument.at oder gleich hier unten im Kommentarfeld. 

Kommentare erstellen

1 Kommentare

Ve

Danke für diesen tollen Beitrag! :-)
Ich verwende seit Jahren die selbstgemachte Deocreme von meiner Mutter, hergestellt aus reiner, unraffinierter Bio-Sheabutter, Natron und naturreinen ätherischen Ölen (z.B. Salbei soll entzündungshemmend und gegen übermäßige Schweißproduktion helfen; Rosenöl soll wiederum eine hautberuhigende Wirkung haben und duftet noch dazu himmlisch). Ich schwöre auf die Deocreme von meiner Mama, kein einziges Produkt aus Drogerien und Apotheken hat mich bislang so überzeugt. Einziges Manko: An heißen (Sommer-)Tagen wird die Creme sehr flüssig und lässt sich schwieriger auftragen. Und für all jene, die sonst einen Pumpspray oder ein Roll-on-Deo gewöhnt sind, ist die Creme mitunter erstmals ungewohnt.
Bestimmt probiere ich auch mal deine Variante aus Kokosöl aus, ich bin gespannt, ob und welchen Unterschied es gibt :)

Wer hat sonst noch Erfahrungen gemacht mit selbstgemachter Deocreme?

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