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Eier „natürlich“ Färben

So schwer kann das doch nicht sein…..

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Eier natürlich gefärbt

…..dachte ich und wurde auch gleich eines Besseren belehrt. Hier also ein paar Tipps, wie du ein farbloses Ergebnis vermeidest.

Farbtabelle

Zuerst einmal habe ich mich auf die Suche gemacht, welches Lebensmittel welches Farbergebnis (zumindest in der Theorie) bringen soll:

  • Leuchtendes Gelb: Kamille, Kümmel, Kurkuma oder Safran
  • Erdiges Gelb: bis kräftiges Orange Rooibos-Tee, je nach Dauer
  • Gelbbraun bis Rot: Zwiebelschalen
  • Rot: Roter Rübensaft
  • Braun: Kaffee oder Schwarztee
  • Grün: Spinat oder Brennnesseln
  • Violett-bläulich: Rotkraut
  • Blau: Holundersaft, Heidelbeeren
Muster

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Osterei mit Nylonstrumpf

Vorab solltest du dir auch Gedanken über ein eventuelles Muster der Eier machen. Bindet man Petersilie, Karottengrün oder Dill mittels Nylonstrumpf um das Ei, nimmt dieses an der Stelle keine Farbe mehr auf. Ich habe mir einen Bund Karotten gekauft und das Karottengrün für meine Musterung verwendet.

 

 

 

 

Färbeversuch 1:

Und dann geht‘s auch schon los. Ich habe Rote Rüben, Kurkuma, Spinat und Rotkraut eingekauft und gehe folgendermaßen vor:

  • Vor Beginn prüfe ich das Ei, ob die Oberfläche sauber und unbeschädigt ist (die Eier verderben schneller, wenn Keime über die Schalenrisse in das EiInnere eindringen und sich dort vermehren können).
  • Dann lege ich die Eier für eine halbe Stunde in ein lauwarmes Essigbad (1 Tl Essigessenz auf 1 Liter Wasser).
  • Anschließend koche ich den Sud. Dazu gebe ich das jeweilige Lebensmittel in einen Liter kaltes Wasser. Pro Liter lege ich drei Hand voll Zwiebelschalen, 250 g Spinat oder Rote Rüben bzw. 1 Esslöffel Kurkuma in einen Topf.
  • Die Lebensmittel werden etwa eine ¾ Stunde ausgekocht und anschließend abgesiebt.
  • Dann gebe ich zwei Esslöffel Essig zum Sud, damit die Farben intensiver leuchten.
  • Anschließend lege ich die rohen Eier in das Farbbad und koche sie darin. Nach zehn Minuten sind sie hart und schnittfest.
  • Die gekochten Eier erhalten einen schönen Glanz, wenn man sie nach dem Kochen noch mit Öl bestreicht oder mit einer Speckschwarte abreibt. Ich mache das mit Rapsöl.

Ergebnis: Ernüchternd

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Eier Färbeversuch 1

Jene Eier, die ich in den Kurkuma-Sud eingelegt hatte, waren schön gelb geworden. Alle anderen sind leider komplett farblos geblieben. Ich war ratlos. Und was macht man wenn man ratlos ist? Genau, man ruft die Mama an.

Und die Mama sagt, dass das bei ihr auch nie richtig funktioniert und es sich sowieso nur gut mit Zwiebelschalen färben lässt.

 

Färbeversuch 2:

Mit dem Rat der Mama im Gepäck und weiterer Internet-Recherche wage ich also einen 2. Färbeversuch. Dieses Mal kaufe ich rote Rübensaft (genauer gesagt Gemüsesaft mit 55 % Rote-Rüben-Anteil), Heidelbeeren, Rooibos-Tee, Karottensaft, Zwiebel und Pottasche (Angeblich soll der Zusatz von Pottasche das Farbergebnis intensivieren).

Ich gehe folgendermaßen vor:

  • Vor dem Beginn prüfe ich das Ei, ob die Oberfläche sauber und unbeschädigt ist.
  • Dann lege ich die Eier für eine halbe Stunde in ein lauwarmes Essigbad (1 Tl Essigessenz auf 1 Liter Wasser).
  • Weiters nehme ich 250 g Heidelbeeren und versetze sie mit wenig Wasser (ca. 100 ml). Den Rote-Rüben-Saft und Karottensaft gebe ich jeweils unverdünnt in kleine Töpfe. Die Zwiebelschalen lege ich in ein Stück Alufolie und wickle damit die Eier ein. Den Rotbuschtee lasse ich wie gewöhnlich ziehen (2 Beutel à 250 ml).
  • Dann gebe ich zwei Esslöffel Essig in die Töpfe um leuchtendere und intensivere Farben zu erhalten. In den Topf mit Heidelbeeren gebe ich etwas Pottasche.
  • Anschließend lege ich die rohen Eier in das Farbbad und koche sie darin (ich siebe die Lebensmittel nicht ab!). Die Eier mit der Zwiebelschale werden mitsamt der Alufolie in Wasser gekocht. Nach zehn Minuten drehe ich die Herdplatte ab und lasse die Eier in den färbigen Flüssigkeiten abkühlen. Zwischendurch hole ich die Eier mit einem Löffel heraus um die Fabintensität zu prüfen. Für zarte Farbtöne reicht ein kurzes Farbbad, kräftige Töne erfordern etwas Geduld. Ich lasse sie ca. 30 Minuten im Farbbad liegen.
  • Ich nehme die Eier aus den Flüssigkeiten und lasse sie auf einem Teller mit Küchenpapier trocknen.
  • Zum Schluss reibe ich sie mit ein paar Tropfen Rapsöl ein um sie zum Glänzen zu bringen.

Ergebnis: Besser!

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Färbeversuch 2

Die Eier im Rote-Rüben-Saft sowie in den Heidelbeeren gekocht haben eine schöne Farbe bekommen. In den violetten Eiern lässt sich auch das Muster des Karottengrüns erkennen. Die Eier im Karottensaft gekocht haben leider gar keine Farbe angenommen, ebenso jene im Rotbusch-Tee gekocht.

Die Eier, welche ich in Alu-Folie und Zwiebelschalen gewickelt gekocht habe, sind nicht nur schön gelbbraun sondern auch toll marmoriert!

Tipp: mit weißen Eiern erzielt man ein noch intensiveres Farbergebnis.

Haltbarkeit
  • Hartgekochte selbstgefärbte Eier sind, wenn sie mit kaltem Wasser abgeschreckt werden, bei Raumtemperatur wenige Tage und bei Kühlschranktemperatur ein bis zwei Wochen lagerfähig.
  • Werden sie hingegen nicht abgeschreckt, halten sie bei Raumtemperatur einige Wochen. Sie lassen sich dafür aber nicht so leicht schälen.
  • Industriell hergestellte, gekochte und gefärbte Eier sind durch eine spezielle Lackschicht geschützt und können (bei unverletzter Schale) ungekühlt bis zu drei Monate haltbar sein.
  • Viele weitere Infos und Tipps rund um das Thema Eier findest du in der aktuellen KONSUMENT-Ausgabe! Viel Spass beim Schmökern und falls du Eier-Färbe-Tipps hast: nur her damit!

Viele weitere Infos und Tipps rund um das Thema Eier findest du in der aktuellen KONSUMENT-Ausgabe 04/2018! Viel Spass beim Schmökern und falls du Eier-Färbe-Tipps hast: nur her damit!

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