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Endlich: Smarte Medion-Geräte bei Hofer
Das Internet der Dinge ist bei uns daheim angekommen

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Medions smarter Lautsprecher mit Amazons Sprachassistentin Alexa (Bild: VKI)

Die digitalen Sprachassistenten sind keine Zukunftsmusik mehr, sie musizieren schon. Eine Revolution im Haushalt oder Auftakt zum großen Lauschangriff?

Die Nachfrage scheint gegeben

Derzeit auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin, demnächst im Handel. Die in Österreich vom Diskonter Hofer vertriebene Marke Medion hat einen smarten Lautsprecher auf Basis von Amazons digitaler Sprachassistentin Alexa herausgebracht. Und weil Hofer selten Produkte anbietet, die sich schlecht verkaufen, kann man daraus schließen, dass das Internet der Dinge in den heimischen Haushalten angekommen ist. 

Etliche weitere Anbieter

Medion steht damit nicht alleine da, auch viele Markenhersteller präsentieren heuer erstmals ihre intelligenten, meist zylinder- oder kegelförmigen Lautsprecher. Von Apple einmal abgesehen, wo mit Siri eine eigene Assistentin im Einsatz ist, steckt dahinter fast immer die Technologie von Amazon, seltener jene von Google. Das Unternehmen scheint mit seinem Google Assistant den Trend ein wenig verschlafen zu haben und tut sich nun hinter Amazon ungewohnt schwer.

Assistentin und Schaltzentrale

In ihrer Grundfunktion sind die Lautsprecher tatsächlich Assistenten: Auf den sprachlich geäußerten Wunsch hin führen sie eine Suche im Internet durch, lesen die aktuellen Nachrichten oder die Kalendereinträge vor, erstellen ebensolche Einträge neu, spielen Musik vom Smartphone ab oder tätigen – speziell bei Amazon – Internet-Einkäufe. In erweiterter Funktion stellen sie die Schaltzentrale für zusätzliche, kompatible Haushaltsgeräte dar, von denen laufend neue auf den Markt kommen – vom Kühlschrank bis zur Kaffeemaschine, von der LED-Glühbirne bis zum Heizungsthermostat.

Lauscher in anderer Gestalt

Über das „Internet der (unkontrollierbaren) Dinge“ habe ich mich ja bereits in zwei Blogbeiträgen ausgelassen: Blogbeitrag 1; Blogbeitrag 2. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Während Politiker in vielen – auch demokratischen – Staaten dieser Welt den mehr oder weniger großen Lausch- und Spähangriff auf uns Bürger starten möchten, hören die Sprachassistentinnen auf unseren Smartphones ohnhin schon mit. Dort muss man sie freilich nicht zwingend verwenden. Doch in den Lautsprechern kehren sie postwendend in unsere Wohnungen zurück.

Diese Mikrofone schaltet man nicht ab

Die Lautsprecher schaltet niemand ab. Denn wenn deren Mikrofone nicht ständig lauschen, verpassen sie den Moment, in dem wir die Assistentin tatsächlich ansprechen. Und dann wäre ja der ganze Komfort dahin. So gesehen bräuchte es nicht einmal einen Staatstrojaner, sondern nur die bereitwillige Kooperation der wenigen großen Anbieter mit den Behörden. 

Ich möchte es nur gesagt haben

Vielleicht ist es ja auch nur ein ungutes Gefühl, das mich momentan befällt und alle düsteren Zukunftsszenarien lösen sich eines Tages in Wohlgefallen auf. Andernfalls möchte ich mir aber auch nicht vorhalten lassen, nicht schon mehrmals auf diese beunruhigenden Aspekte hingewiesen zu haben. – Und jetzt, Alexa, starte bitte die Kaffeemaschine!

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