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Fairer Lohn

Ein Menschenrecht

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Arbeiterinnen in einer Textilfabrik in Fernost (Foto: Shutterstock/masruro)

Öko.Logisch

Die Bekleidungsindustrie lässt vom Konzept der billigen Wegwerfmode (Fast Fashion) nicht ab. Wir Konsumenten könnten hier das Zünglein an der Waage sein. Die Politik muss aber mitspielen.

Wussten Sie, dass ein existenzsichernder Lohn ein Menschenrecht ist? So wie die Meinungs- und Religionsfreiheit. Oder das Verbot von Sklaverei oder Folter. „Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert.“ So wurde es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben. Das war vor mehr als 70 Jahren. Inzwischen, so möchte man meinen, hätte sich unser Wirtschaftssystem an diese Grundprämisse der globalen Ethik anpassen können. In Wahrheit sind wir meilenweit davon entfernt – z.B. in der Bekleidungsindustrie.

Langsam, sehr langsam findet ein Umdenken statt. Und zwar in den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten. Sie wissen mit dem Begriff „Fast Fashion“ etwas anzufangen und lehnen diese menschen- wie ressourcenverachtende Entwicklung ab (billige Kleidung, konzipiert als Wegwerfprodukt, die möglichst nur einen Kollektionszyklus getragen wird; siehe KONSUMENT 6/2019).

Steter Tropfen...

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Arbeiterinnen in einer Textilfabrik in Fernost (Foto: Shutterstock/masruro)

Seit Jahrzenten verfolgt die Clean Clothes Campaign das Ziel, Arbeitsrechte in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Unlängst lancierte die NGO die Website fashionchecker.org/de. Was dort zu finden ist? Details über Lieferketten von großen Modemarken und über die Arbeitsbedingungen bei deren Zulieferbetrieben. Es zeigt sich (einmal mehr), dass diesen Multimilliarden-Konzernen Transparenz nicht wichtig ist. Zwei Drittel informieren gar nicht oder nur rudimentär über ihre Lieferketten. Zudem bezahlen nur 8 der 108 durchleuchteten Modehäuser ihre Lieferanten so fair, dass diese ihre Arbeiter existenzsichernd entlohnen können. Die Lage hat sich durch die Corona-Krise noch verschärft. Arbeiter werden schlicht nicht mehr bezahlt, es kommt zu Massenentlassungen. Ersparnisse konnten die Menschen nie ansammeln, sie stehen vor dem Nichts.

Was können wir tun?

Die Clean Clothes Campaign glaubt an die Macht des Konsumenten: „Lasst die Marken wissen, dass die Arbeiter*innen Besseres verdienen. Sagt den Unternehmen, bei denen ihr einkauft, dass ihr Kleidung kaufen wollt, die ohne Ausbeutung hergestellt wird.“

Noch besser wären rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen (ein „Lieferkettengesetz“).


Ist Ihnen fair produzierte Kleidung ein Anliegen? Schreiben Sie mir, auf mstingl@konsument.at oder gleich hier unten im Kommentarfeld.

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