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Frauen und Finanzen

Nicht nur am Weltfrauentag

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Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männer (Bild: Jibon, TotemArt/Shutterstock.com)

Rund um den Frauentag werden gerne Themen wie Beschäftigung von Frauen, Lohnunterschied und auch das Risiko Altersarmut thematisiert.

Die Statistik Austria bestätigt, dass Österreich trotz eines leichten Rückgangs beim Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern über dem europäischen Durchschnitt liegt. Grundsätzlich sollte für Frauen dasselbe gelten wir für Männer – egal, ob beim Gehalt oder bei den privaten Finanzen. Leider ist es nicht so! Frauen verdienen im Mittel weniger und sind häufiger in den unteren Einkommensklassen vertreten, es gibt einen Lohnunterschied und auch soziale Risiken treffen Frauen stärker als Männer, vor allem auch durch die oft nötige Teilzeitarbeit wegen der Kinderbetreuung. (Quelle Statistik.at)

Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterhein zu Lasten der Frauen

Rein zahlenmäßig gibt es laut Statistik nur eine geringe Differenz, die Erwerbstätigenquote im Jahr 2017 lag bei Frauen bei 68,2 %, die bei Männern bei 76,2 %. Von den erwerbstätigen Frauen sind allerdings 47,7 % teilzeitbeschäftigt, bei Männern sind es lediglich 11,9 %. Und Teilzeit ist weiterhin im Steigen begriffen. Bei einer Veranstaltung zur Altersarmut zitiert Dr. Alexander Biach, der Vorsitzende des Hauptverbandes österreichischer Sozialversicherungsträger, dass es laut AMS einen tradierten Wunsch der Frauen nach Teilzeit gäbe. Auf eine ausgeschriebene Vollzeitstelle gäbe es eine Bewerbung, auf eine ausgeschriebene Teilzeitstelle vier Bewerbungen. Die Probleme rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie treffen hauptsächlich Frauen. Hier muss angesetzt werden, Frauen brauchen Vollzeitarbeit. Denn in Summe führen Erwerbseinkomen und Versicherungsverläufe, die vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen, zu niedrigen Pensionen und anderen sozialen Risiken. Alleinerzieherinnen haben laut Statistik Austria mit 30 % das höchste Armutsrisiko aller Haushaltstypen. Wie groß der Unterschied zwischen Frauen- und Männerpensionen ist, zeigt die folgende Statistik.

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Pension: Unterschied zwischen Frauen und Männern (Quelle: Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger)

Was können Frauen tun?

Wichtig für jede Frau ist die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen finanziellen Situation. Dabei ist nicht nur ein Blick auf das Pensionskonto hilfreich. Hier sollten auch zusätzliche Überlegungen in Richtung Absicherung und Vorsorge angestellt werden.

Hier die wichtigsten Tipps:

  1. Eigene finanzielle Situation kennen und planen. Wer finanziell von einem Partner abhängig ist, sollte an der finanziellen Unabhängigkeit arbeiten. Das Allerwichtigste ist, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Über Einnahmen und Ausgaben reden und gerecht aufteilen, wer wofür aufkommt. Ein Haushaltsrechner kann hilfreich sein, die wesentlichen Kosten zusammenzufassen – und auch mögliches Einsparpotenzial zu orten.
     
  2. Auch unangenehme Situationen durchdenken. Wie schaut es nach einer Trennung aus? Was passiert, wenn eine/r stirbt? Vertraglich regeln, was ungeregelt ist. Bei der grundsätzlichen Einschätzung des persönlichen Risikos hilft unser Risiko-Check. Durch gezielte Fragen wird erläutert, was die persönlichen Risiken sind und wie sie abgesichert werden sollten.
     
  3. Pensionssplitting beantragen. Viele Mütter sind in Karenz oder teilzeitbeschäftigt. Das macht auch die Einzahlungen auf das Pensionskonto geringer. Dieser Nachteil kann durch Pensionssplitting für den Zeitraum der Kindererziehung verbessert werden. Kindererziehungszeiten ab 2005 können freiwillig „gesplittet“ werden. Das bedeutet, dass der Elternteil, der sich nicht der Kindererziehung widmet, bis zu 50 % seiner im jeweiligen Kalenderjahr erworbenen und auf dem Pensionskonto vermerkten Teilgutschrift an den kindererziehenden Teil übertragen kann. Pro Kind können bis zu sieben Jahre an Teilgutschriften übertragen werden. Der Antrag ist beim Pensionsversicherungsträger zu stellen.
     
  4. Auch private Vorsorge "teilen". Aber auch in der privaten Vorsorge werden oft langfristige Sparpläne, die als Vorsorge gedacht waren, gestoppt oder reduziert. Oft die der Frauen. Auch hier sollte ein Ausgleich geschaffen werden. Vielleicht ist es leistbar, dass der Partner für beide weiter vorsorgt? Oder die Ansparsummen werden geteilt - je nach Leistbarkeit, aber für beide!
     
  5. Kosten knabbern an der Rendite: Können Kosten eingespart bzw. bei einzelnen Verträgen auch verhandelt werden? Eine Verringerung der Kosten ist immer ein Vorteil für Verbraucher und hilft, die Rendite zu steigern. Das gilt für den Veranlagungsbereich, aber auch im Kreditbereich ist eine Verhandlung der Kosten anzuraten und hilft beim Sparen.
     
  6. Überblick verschaffen. Welche Anlageformen und Verträge sind schon vorhanden? Wie lange bin ich damit gebunden? Ist eine Umschichtung sinnvoll? Wann soll ich mein Geld wieder zur Verfügung haben? Welches Risiko bin ich bereit zu tragen? Habe ich Geld einmalig zur Verfügung oder möchte ich langfristig Kapital aufbauen? Passt der Mix? Empfehlenswert ist ein jederzeit verfügbarer Notgroschen und je nach gewünschter Anlagedauer und Risikobereitschaft ein passender Mix, der auf die eigenen Wünsche abgestimmt ist.
     
  7. Pension planen. Angebote zur Pensionsvorsorge gibt es in verschiedenen Varianten und Ausformungen. Nicht jedes Produkt taugt für jede Situation. Langfristiger Kapitalaufbau macht Sinn. Der anzusparende Betrag sollte so gewählt werden, dass er langfristig leistbar ist. Zum Thema Pension bietet der KONSUMENT Pensionsplaner und der KONSUMENT Pensionsrechner hilfreiche Unterstützung.

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