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Grenzwertig

Warum es sinnvoll ist, ein paar Euro mehr für ein Smartphone auszugeben

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Ein Mann schaut ungläubig auf sein defektes Handy (Bild: fizkes / Shutterstock.com)

Wer billig kauft, kauft teuer, lautet eine alte Konsumentenweisheit. Bezogen auf das Smartphone als unseren täglichen Begleiter behaupte ich: Wer billig kauft, kauft schlechte Erfahrungen und Unzufriedenheit.

Vor- und Nachteile

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wenn wir uns auf die moderne Technik einlassen, begeben wir uns wohl oder übel in die Abhängigkeit von ihr. Wir können vielleicht nicht von Beginn an alle Konsequenzen abschätzen; trotzdem handeln wir im Großen und Ganzen bewusst. Wir nehmen allfällige Nachteile wie die Datenschutzproblematik in Kauf, weil wir ja auch die Vorteile auskosten möchten.

Die Wahl ist nicht egal

Bei all dem fehlt allerdings so manchem unerfahrenen Nutzer das Bewusstsein, dass es grundsätzlich nicht egal ist, welches Gerät man kauft. Anders gesagt: Sobald es nicht mehr allein ums Telefonieren geht, sondern um die „smarten“ Funktionen, sollte das Gerät gewisse technische Grundvoraussetzungen erfüllen. Und die stehen leider in einem nicht zu leugnenden Zusammenhang mit dem Preis.

Schmerzgrenzen an beiden Enden

Aber keine Sorge, es folgt jetzt kein Je-teurer-desto-besser-Plädoyer. Es gibt tatsächlich eine ungefähr bezifferbare Obergrenze (eine individuelle Schmerzgrenze gibt es ohnehin), und ebenso existiert eine Untergrenze. Diese Grenzen lassen sich insofern definieren, als bei ihrem Überschreiten sowohl am oberen als auch am unteren Ende Preis und Leistung in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen. Soll heißen: Man bekommt gegen einen erheblichen Aufpreis eine Handvoll (oft verspielter) Zusatzfunktionen, die man überhaupt nicht vermissen würde. Oder man gibt Geld für etwas aus, das nicht einmal diesen geringen Betrag wert ist (das ist dann der kleine, aber entscheidende Unterschied zwischen preisgünstig und billig gekauft – und auch Letzteres kann schmerzen).

Von Haus aus überfordert

Auf das Thema gebracht hat mich die Zuschrift eines Lesers, der sich über sein langsames, schlecht bedienbares und fehleranfälliges Smartphone beklagt hat. Es stellte sich heraus, das genau dieses Modell in unseren Tests miserabel abgeschnitten hatte und von uns als „nicht empfehlenswert“ eingestuft wurde. Schon allein aufgrund des verbauten Prozessors und des geringen Arbeitsspeichers musste es vom Anspruch seines Besitzers, ihm auf ausgedehnten Radtouren als Navi zu dienen, überfordert sein. Wichtige Sensoren zur exakteren Orts- und Lagebestimmung fehlten obendrein. Der nur mit Verzögerung reagierende Touchscreen und die Übersensibilität des Gerätes gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit taten ein Übriges, um es praktisch unbrauchbar zu machen.

Vernünftiges Mittelmaß

Worauf ich hinaus will: Es gibt ein vernünftiges Mittelmaß zwischen Luxus- und Billigprodukt, und es lohnt sich, dafür ein bisschen mehr auszugeben, als man möglicherweise geplant hatte – weil die Nutzererfahrung eine bessere ist und man länger Freude daran hat, und weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass das Gerät länger hält und auch softwareseitig weniger rasch veraltet. Indirekt leistet man also sogar einen kleinen Beitrag zur Schonung der Ressourcen.

Produktfinder Smartphones

Es muss übrigens nicht immer das neueste Modell sein, auch ältere oder gebrauchte Smartphones bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, und man stößt dann vielleicht sogar auf ein Schnäppchen aus der Top-Klasse. In unserem regelmäßig aktualisierten Produktfinder Smartphones finden Sie Testergebnisse zu Geräten aller Preisklassen, die mehr als drei Jahre zurückreichen. KONSUMENT- oder Online-Abonnenten haben unbeschränkten Zugriff darauf. Und wer wissen möchte, wie wir Smartphones testen, findet hier eine Beschreibung samt Video.

P.S.: Weil die Frage nach dem Preis natürlich auftauchen wird, folgender Richtwert (für ein aktuelles Modell und ohne Berücksichtigung von Testergebnissen und persönlichen Ansprüchen wie schneller und exakter Navigation oder Spielen mit anspruchsvoller Grafik): Wer sich im Preisrahmen zwischen 150 und 450 Euro bewegt, kann grundsätzlich davon ausgehen, ein brauchbares Smartphone zu bekommen.

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3 Kommentare

Ja

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Be

Versicherungsschutz ist immens wichtig für unser Wohlbefinden und unsere finanzielle Situation. Dies kann man nie genug
betonen. Danke für diesen interessanten Artikel!

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Mu

...Es stellte sich heraus, dass... ("Von Haus aus überfordert, 2. Satz).

Sie beziehen Ihren Artikel wohl auf die Anschaffung eines Gerätes ohne Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter. Vielleicht sollte man das auch berücksichtigen: Was kostet das Gerät effektiv, wenn ich nichts oder fast nichts dafür bezahlen, mich jedoch eine gewisse Zeit an den Anbieter binde. Ist mir die technische Aktualität nach Ablauf des Vertrages wichtig oder kann ich damit leben, dass das Gerät noch einwandfrei funktioniert, jedoch kaum Folgekosten anfallen, einen Akku vielleicht ausgenommen. Damit wären wir auf einer ähnlichen Stufe wie bei einem Gebrauchtgerät.

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