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Haarwäsche mal anders

Experiment Haarseife

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Regal Shampoos (Bild: Lisa Payreder)

Neulich vor dem Shampoo-Regal: „Für schnell fettendes Haar“, „Für grandioses Volumen und Fülle“, „Für gesunde Spitzen“, „Für besonderen Glanz“…

Na was denn nun? Eigentlich könnte ich das alles brauchen. Helfen wird das neue Shampoo dann trotzdem nicht. Meine Haare bleiben so wie sie sind: dünn, ohne Volumen und nach zwei Tagen schon wieder fettig. Da könnte ich eigentlich auch gleich blind in das Regal hineingreifen und irgendetwas rausnehmen. Unterschiede gibt es natürlich, aber wirklich zufrieden war ich noch mit keinem Shampoo.

No poo

Seit ein paar Jahren gibt es den Trend „No poo“. Was sich ein bisschen unappetitlich anhört heißt eigentlich nur, kein Shampoo zu verwenden. Roggenmehl, Heilerde oder einfach nur Wasser soll die Chemie aus der Plastikflasche ersetzen und die Kopfhaut wieder langsam an dien „Urzustand“ gewöhnen. Zahlreiche Blogger haben es schon ausprobiert und berichten von ihren Erfahrungen damit, z.B. Dariadaria. Sie beschreiben schönere Haare, aber erst nach einer Umstellungsphase von mehreren Monaten, während der die Haare fettig waren.

Alternative gesucht!

Meine Haare sind von Natur aus schnell fettig und daher will ich nicht direkt auf „Shampoo“ verzichten. Aber ich will eine umweltfreundlichere Alternative. Ich weiß eigentlich nicht, was in Shampoos drin ist. Aus der Liste mit den Inhaltsstoffen wird man als Nicht-Chemiker ja wohl kaum schlau. Viel Chemie ist es auf jeden Fall. Nicht wenige sind der Ansicht, dass diese die natürlichen Vorgänge unserer Kopfhaut beeinträchtigt und deswegen mehr zerstört als sie nützt. Außerdem sind Shampoos immer in Plastik verpackt, das wie wir alle wissen, bis zu ein paar Jahrhunderte braucht, um sich in der Natur zu zersetzen. Weiterer Grund für eine Umstellung: Viele Shampoos werden von großen Konzernen verkauft, der heimischen Wirtschaft nützt das wenig bis gar nichts.

Seife für die Haare?!

Als Alternative zu Shampoo habe ich mich spontan für Haarseifen entschieden. Sie soll ähnliche Eigenschaften wie konventionelles Shampoo haben. Außerdem sind sie umweltfreundlicher, da Seife in der Natur leichter abgebaut werden kann und sie werden in Papier verpackt verkauft. Das sind genug Gründe, den Seifen eine Chance zu geben.

Nach dieser Entscheidung habe ich kurz gegoogelt, wo man in Wien Haarseifen bekommt. Der Shop „Alles Seife“ ist sogar gleich um die Ecke vom Büro am Naschmarkt. Also habe ich nach der Arbeit dort vorbeigeschaut. Die Seifen werden von Hand produziert, sind vegan und ohne Konservierungsstoffe oder Palmöl. Warum Palmöl ökologisch kritisch zu sehen ist, lesen Sie in unserem Artikel in Konsument 2/2017.

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Alles Seife (Bild: Lisa Payreder)

Ich fragte dort also nach Haarseife und die Verkäuferin erklärte mir, welcher Inhaltsstoff für welchen Haartyp geeignet ist. Ich habe Alge Meersalz gewählt, weil die Seife gut für schnell fettendes Haar geeignet ist. Sie riecht gut, erinnert mich ein bisschen an einen Tag am Meer. Bezahlt habe ich für circa 120 Gramm rund 9 Euro. Ganz billig ist die Sache also nicht, kommt aber auch darauf an, wie lange ich mit der Seife auskomme.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie meine Haare auf die Wäsche mit Haarseife reagieren. In den nächsten Tagen werde ich von den ersten Versuchen berichten. Ich bin über jeden Tipp von eurer Seite dankbar und freue mich über Kommentare! smiley

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4 Kommentare

AR

Bin aktuell in der gleichen Situation. Ich warte aufnehme Lieferung-Haarseife von Lamazuna. Aktuell hatte ich gute Erfahrungen mit Shampoo aus der Apotheke. Aber wegen Palmöl und Plastikverpackung bin ich dringend auf der Suche nach Alternativen... 

Ju

Ich habe vor einigen Jahren angefangen, meine Seife selber zu machen. Mittlerweile nehme ich sie auch für die Haare. Jetzt fetten sie nicht mehr so schnell. Ich brauche nur noch alle 5-6 Tage Seife, sonst nehme ich nur Wasser.

Be

Ich wasche meine Haare schon lange mit Haarseife. Habe sehr trockene Kopfhaut und hatte immer das Problem, dass die parfümierten Schampoos mit Silikonen meine Haut sehr gereizt haben. Kopfjucken war die Folge. Nach einer Umstellungsphase von ca. 2-3 Monaten gewöhnt sich auch das Haar an die Seifen und greift sich nicht mehr so komisch an. Ich dusche auch gleich mit den Seifen. Einige meiner Freunde machen sich Seifen zum Haare waschen, für die Körperpflege oder zum Wäsche waschen selber. 

K

Haarseife ist das Beste, was einem passieren kann! Ich selbst bin vor einigen Jahren über die Herstellung von Naturseife fürs Gesicht auch auf solche für Haare und Zähne gekommen. Was das Gutes tut, merkt man schnell und nachhaltig: vor allem an einem selbst und an der Umwelt!

Eventuell dauert es einige Zeit, bis man seine perfekte Haarseife gefunden hat, es gibt viele geeignete Öle, unterschiedliche Überfettungsgrade und Zusatzstoffe wie zum Beispiel Zitronensäure,  die sich wiederum bei sehr hartem Wasser bewährt. Viel Spaß beim Testen!

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