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Internet der unkontrollierbaren Dinge II
Und was macht Ihre Kaffeemaschine gerade?

Für Science-Fiction-Fans sind Maschinen, die sich verselbstständigen und sich gegen ihre Schöpfer wenden, nichts Neues. Jetzt scheinen sie aber in der Realität angekommen zu sein.

Alles für die Convenience

Über das Internet der Dinge bin ich schon einmal in einem Blogbeitrag hergezogen. Zur Erinnerung: Das Internet der Dinge besteht aus lauter alltäglichen Gerätschaften, vom Kühlschrank über die Heizungssteuerung und die Glühbirne bis hin zur Überwachungskamera. Die lassen sich untereinander sowie mit der Außenwelt vernetzen, sodass ich nicht mehr zu Hause sein muss, um zu sehen, dass der Käse im Kühlschrank verschimmelt. Das Ganze liefert jedenfalls massenhaft persönliche Daten an wen auch immer und ist obendrein schlecht abgesichert, damit auch der letzte Rest von Privatsphäre beim Teufel oder zumindest bei der sich zuständig fühlenden Überwachungsbehörde ist. Auch dazu gibt`s übrigens einen Blogbeitrag von mir.

Universitäre Datenpanne

Der international tätige US-Telekommunikationskonzern Verizon erzählt in seinem aktuellen Datenpannenbericht folgende Geschichte: An einer nicht näher genannten amerikanischen Universität hatten sich Studenten beklagt, dass der ihnen bereitgestellte Internetzugang immer langsamer wurde bzw. sie sich oft gar nicht mehr mit dem Internet verbinden konnten.

Um es kurz zu machen: Die Experten entdeckten letztlich 5000 eingebundene Geräte, die automatisch im Viertelstundentakt Serveranfragen losschickten. Damit waren diese so beschäftigt, dass es kaum noch möglich war, das Universitäts-Netz regulär zu nutzen. Unter den erwähnten Geräten befanden sich Glühbirnen ebenso wie Verkaufsautomaten. Sie alle waren ursprünglich vernetzt worden, um sie leichter verwalten zu können. Jetzt aber waren sie von Malware befallen und bildeten ein Botnetz, also einen Zusammenschluss von einzelnen Geräten zu einem riesigen Netzwerk, das von Dritten für ihre Zwecke missbraucht werden konnte.

Kein Kaffee für den Präsidenten

Ich möchte ja niemanden beunruhigen, aber: Wissen Sie, was Ihr Getränkeautomat in der Firma gerade tut? Oder Ihre Kaffeemaschine daheim in der Küche? „Kein Kaffee für den Präsidenten!“, sagte einst der eigenwillige Kaffeeautomat im TV-Serienklassiker „Kottan ermittelt“ und schaltete auf stur. Damals haben wir noch darüber gelacht. Aber er war ja zu der Zeit auch weit und breit der einzige Automat, der sich seltsam und unkontrollierbar verhielt.

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