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Kinder heut gibt’s Würstel

Ein Weihnachtsmenü vom Feinsten

Ich kann von mir behaupten, dass ich ein gut organisierter Mensch bin. Manchmal etwas spät dran, aber geschafft habe ich immer noch Alles. Eine organisatorisch besonders anspruchsvolle Zeit ist für uns alle die Vorweihnachtsweit. Auch genannt die besinnliche Adventzeit, in Wahrheit ist es meist Stress pur und von besinnlich weit entfernt. Lesen Sie gleich mehr…

Trotzdem bin ich ein großer Fan von diesen stressigen, aber doch auch besinnlichen Wochen. Eröffnet wird diese herrliche Zeit immer mit dem Adventkranz-Binden bei meiner lieben Freundin Judit. Dort mutieren wir alle zu Pseudofloristinnen und binden mit Hilfe von reichlich , Punsch und anderen kalorienreichen Leckereien wunderhübsche Kränze, einer schöner als der andere. Hier ein Bild damit Sie wissen wovon ich hier schreibe:

adventkranz.jpg

Adventkränze (Bild: Nina Siegenthaler)

 

Dann startet der Countdown bis Weihnachten. Kekse werden gebacken, es wird gebastelt, die 100 und erste Weihnachtsfeier besucht, Geschenke besorgt und gut versteckt, dass sie die lieben Kinderlein nicht finden – z.B. bei uns zuhause in der Sauna, die ich zwischendurch mal irrtümlich stundenlang aufgedreht und so fast unser Haus abgefackelt habe.

Besonders wichtig ist, was zu Weihnachten gespeist wird. Die letzten Jahre hatten wir immer ein feines Menü: Parmesansüppchen, gefolgt von einem Rindslungenbraten im Prosciutto- Steinpilzmantel mit Rosmarinkartofferl, gekrönt von einem feinen Lebkuchenparfait mit Punschsabayon. Na, das hört sich doch köstlich an.

Dieses Jahr haben die Kinder aber einen besonderen Wunsch, sie hätten gern Paprikahendl. Ich bin da ja recht flexibel und gehe gerne diesem Wunsch nach, habe also unser Festtagsmenü auf den 25. mittags verlegt. Vielleicht gar nicht so schlecht, da kann ich in aller Ruhe am Vormittag kochen, während die Kinder freudig mit ihren Spielzeugbergen spielen.

Gesagt- getan, bestelle ich für den 24. Hendlfleisch und zwei Kilo Rindslungenbraten im Ganzen. Die Tage vergehen, Geschenke werden weiter gekauft, verstaut, eingepackt, versteckt. In meinem organsierten Chaos habe ich dann doch glatt die die Puppenvilla für meine Tochter doppelt bestellt. Habe mich noch gewundert warum das Paket von der Post gar so schwer ist. Beim Auspacken vermute ich, es handelt sich wie bei manchen Möbelstücken um ein Paket mit zwei Teilen. Dem ist dann bei genauerer Betrachtung nicht so. Es sind tatsächlich zwei Villen. Meine lieben Freundinnen könne für ihre Kinder auch keine Puppenvilla gebrauchen, die müssen noch Spielzeugkreuzfahrtschiffe, Polizeistationen und irgendwelche tollen Vögel, die aus dem Ei springen, besorgen.

Den Omis und Urlis schenke ich zu Weihnachten gerne Fotokalender. Ich war bisher noch ein Kind der alten Schule. Ich habe jedes Jahr am 23. Dezember einen Fotosofortdrucker gefühlte Stunden belegt und mir zum Apothekerpreis 100 Fotos ausgedruckt, dabei böse Blicke kassiert, weil andere gerade mal zwei Fotos wollten, ich aber den Drucker für einige Zeit besetzt habe. Und dann bis spät in die Nacht Fotos in Blankokalender geklebt. Herrlich sag ich Ihnen.

Nicht so heuer, ich habe es gerade noch geschafft am Sonntag den 17. Dezember fristgerecht, online Fotokalender zu bestellen. Ich bin so stolz auf mich. Voller Freude habe ich meine Bestätigungsmail erhalten in der mir eine Lieferung der Kalender für 24. Dezember garantiert wird. Just in time, aber eben noch rechtzeitig!

So, die letzte Woche vor Weihnachten ist da und ich liege gut in der Zeit. Packerl sind vorbereitet, Fleisch ist bestellt, nur Baum habe ich noch keinen. Es ist bereits der 23. Dezember. Mir ist klar, dass die bis jetzt noch verbliebenen Bäume wohl nicht perfekt sein werden. Nur ich zahl doch nicht für einen krummen, schütteren Baum 50 Euro und mehr. Auf Anraten meiner Mutter fahre ich zu einem Blumenmarkt. Dort gibt es Bäume der Kategorien A, B, C, D, E, F und Z. Kategorie Z sind österreichische Nordmanntannen um 15, 99€ mit leichten Mängel. Dort steht er dann, unser diesjähriger Christbaum.

Juhu, auch das letzte To-Do ist erledigt!

Pünktlich zum 24. Dezember gibt‘s Fön, mit hitzigen 14 Grad. Die Kinder sind wahnsinnig aufgeregt und freuen sich auf‘s Christkind. Ich hol noch schnell mein bestelltes Fleisch ab und gebe es hurtig in den Kühlschrank. Dann geht’s ab zur Kindermesse und in der Zwischenzeit kommt das Christkind.

So schnell wie am 24. ist mein Jüngster zu Fuß sonst nie. Wir sprinten quasi von der Kirche nachhause, stürmen aufgeregt das Haus und bewundern dann mit strahlenden Augen den wunderschönen Christbaum und die vielen Packerl.

Dann beginnt das große Auspacken, Staunen, Zusammenbauen und ich verschwinde leise in die Küche um unser Paprikahendl zu kochen. Die Nockerl habe ich schon vorbereitet.

Ich nehme das Fleischsackerl aus dem Kühlschrank und dann die große Ernüchterung. Eigentlich sollten sich darin ein zwei Kilo Stück Rindslungenbraten und vier Hendlbrüste befinden. Der Inhalt sind acht Steaks und kein Hendl. Ach Du Schande…

Ich muss Ihnen glaub ich nicht sagen, wie ich mich ärger. Ich habe fast 100 Euro bezahlt für acht Fleischstücke, die eigentlich ein Ganzes sein sollten und vom Hendl ist nix zu sehen.

Der Blick in meinen Kühlschrank ist jetzt leider auch kein Knaller. Das einzig Brauchbare was ich finden kann sind Würstel.

Die Kinder klagen schon langsam über Hunger, also habe ich sie zu Tisch gebeten und verkündet: „Kinder heut gibt’s Würstel !“ Nach doch einigen irritierende Blicken, fragt mein Sohn „Mit Ketchup?“ Aber natürlich, mit Ketchup!

Und wir  sitzen glücklich und zufrieden am festlich gedeckten Tisch und essen Würstel mit reichlich Ketchup und Toastbrot. Herz was willst du mehr… Prost Mahlzeit!

Ich wünsche Ihnen schon mal ein Gutes Neues Jahr!

Nina Siegenthaler

P.S. Die für den 24. Dezember zugesagten Fotokalender sind übrigen bis heute nicht angekommen.  Was glauben Sie habe ich also am 24. Dezember noch schnell gemacht? Meinen Freund den Fotodrucker aufgesucht und eine halbe Ewigkeit Fotos ausgedruckt, man hat ja sonst nichts zu tun am 24. Dezember.

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