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Lernen von Corona

Die Krise als Chance für die Umwelt nutzen

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Die Erde mit Mundschutz (Bild: Shutterstock / doers)

Öko.Logisch

Ich riskiere einen Euro fürs Phrasenschwein: „Die Krise als Chance nutzen!“ Oder wie es ein Kollege ausgedrückt hat: „Eigenartiges Gefühl: Da wird gerade ein großer Reset-Knopf gedrückt.“

Wenn uns die Corona-Krise etwas lehrt, dann hoffentlich Folgendes: dass wir Menschen nicht losgelöst, sondern untrennbar eingebettet in das Ökosystem Erde leben. Und auch in Zukunft leben werden. Fortschritt hin oder her. Gerade weil wir in einer hochtechnisierten und globalisierten Welt leben, werden wir immer verwundbarer. So argumentiert auch der Ökologe Franz Essl, den ich für die kommende KONSUMENT-Ausgabe (05/20) interviewt habe. Faktum ist: Wir müssen uns und unsere ressourcenverschlingende Art, zu leben, schonunglos hinterfragen.

Momentan ist die Umwelt ein Krisengewinner, sie bekommt eine Verschnaufpause. Die Schwerindustrie werkt auf Sparflamme, Flugzeuge bleiben am Boden, Kohlekraftwerke werden heruntergefahren, weil der Stromverbrauch sinkt.

 

Aber was kommt nach Corona?

Dass uns die Krise verändern wird, davon gehe ich aus. Jeder Einzelne von uns wird seine Lehren daraus ziehen, wird einen anderen Blick auf viele Dinge bekommen. Doch ob der zuvor erwähnte große Reset-Knopf wirklich gedrückt wird, werden wir erst in ein paar Monaten, vielleicht in einem Jahr wissen. Zu hoffen ist es jedenfalls. Inständig. Denn die Zeitfenster, in denen wir noch Substanzielles gegen den Klimawandel, gegen das Artensterben und gegen das Kollabieren von Ökosystemen tun können, schließen sich.

Natürlich geht es dabei um die ganz großen politischen Weichenstellungen. Aber jeder von uns kann mit gutem Beispiel vorangehen und kleine Beiträge leisten. Auch jetzt schon, z.B. mit einem prüfenden Blick in die wohl bei vielen von uns derzeit zum Bersten volle Speisekammer: Bitte, lassen Sie keine Lebensmittel verderben, verbrauchen Sie sie, bevor sie schlecht werden! Denn Lebensmittel sind kostbar und sie wegzuwerfen hat weitreichende Auswirkungen – auch aufs Klima, wie der Bericht in der kommenden KONSUMENT-Ausgabe (05/20) zum Öko-Fußabdruck von Gurken zeigt.

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1 Kommentare

BN

Wie immer regen Ihre Artikel zum Nachdenken an, Herr Stingl. Die Corona-Krise mag für viele Menschen ungewohnte Situationen oder schlimme Folgen ausgelöst haben, aber unsere Natur genießt die Verschnaufpause. Seit langer Zeit ist das Wasser in den Kanälen Venedigs wieder klar. Die meisten Menschen verzichten nicht freiwillig auf ihren hohen Standard - das Auto und der alljährliche Urlaub gehören dazu. Jetzt wurde die Menschheit quasi gezwungen, ihre Gewohnheiten zu überdenken. Urlaub im Ausland ist nicht möglich, weniger Verkehrsteilnehmer sind auf den Straßen unterwegs und all das kommt der Umwelt zugute.

Ich bin bei Weitem nicht perfekt und muss noch in vielen Lebensbereichen an mir arbeiten. Was meinem Mann und mir nicht schwer fällt, ist die Sache mit den Auslandsflügen. Alle Jahre wieder fahren wir für ein paar Tage nach Dresden. Da wir uns dort verlobt haben, verknüpfe ich besondere Momente mit der Stadt. Wenn ich mal wieder gedanklich in diese einmalige Erinnerung schlüpfen möchte, kann ich mir Dresden auch kulinarisch nach Hause holen (zum Beispiel mit leckerem Gin: http://www.dresden-onlineshop.de/ ). Deutschland hält so viele schöne Ecken für uns bereit - es müssen nicht immer Italien, Spanien oder Griechenland sein.

Wie wäre es mit einem Artikel über "Hot Spots" und Reiseziele innerhalb Deutschlands? Das dürfte besonders dieses Jahr für viele Menschen interessant sein.

Beste Grüße.

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