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Neu im Sortiment: Android Oreo
So schmecken sinnvolle Innovationen

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Android 8.0 Oreo (Bild: Kamil Abbasov / Shutterstock.com)

Mit der aktuellen Version 8.0 seines Android-Betriebssystems hat Google ein Rezept für die Update-Problematik gefunden. Jetzt brauchen wir nur noch eine Sache: Geduld.

Flexibilität als Erfolgsrezept

Google stellt ein selbst entwickeltes mobiles Betriebssystem zur Verfügung, das von den Handyherstellern bzw. den Mobilfunkanbietern mehr oder weniger beliebig modifiziert werden kann. Das heißt, es wird individuell an die einzelnen Geräte und/oder die Erfordernisse und Möglichkeiten des jeweiligen Netzes angepasst. Ein Prinzip, das zum kometenhaften Aufstieg des 2007 erstmals präsentierten Betriebssystems beigetragen hat.

 

Aber was ist das Problem?

Eben diese Modifikationen verhindern indirekt, dass die von Google veröffentlichten sicherheitsrelevanten Updates zeitgerecht (oder überhaupt jemals) auf den Geräten landen. Auch mit dem Upgrade auf eine modernere Version des Betriebssystems schaut es oft schlecht aus. Unter anderem deshalb, weil das Modifizieren ihrer eigenen Modifikationen einen zusätzlichen Aufwand für die Hersteller bzw. Mobilfunkanbieter darstellt. Die Folge sind weltweit Unmengen von Smartphones mit diversen veralteten Betriebssystemversionen.

 

Und was ist die Lösung?

In Android 8.0 hat Google grundsätzlich einiges umgekrempelt und sinnvolle wie praktische Funktionen implementiert. Die meiner Meinung nach wichtigste Neuerung verbirgt sich aber hinter dem Namen Project Treble. Dahinter steht quasi die Zweiteilung des Betriebssystems in einen systemspezifischen Bereich, der den einheitlichen Rahmen bildet, und einen gerätespezifischen Bereich. In Letzterem können die Hersteller frei schalten und walten und müssen nicht gleich alles umprogrammieren lassen, selbst wenn das System Updates erhält. Google sorgt dafür, dass die Kommunikation zwischen den beiden Bereichen trotzdem funktioniert. Ein wichtiger erster Schritt in Richtung des Ziels, dass eines Tages alle Android-Smartphones gleichzeitig mit Updates versorgt werden, ohne dass die Hersteller zu sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

 

Immer nur her damit!

… möchte man rufen, doch leider steht sich Android mit der derzeitigen Updatepolitik noch selbst im Weg. Nur einigermaßen aktuelle, höherpreisige Modelle – und natürlich neu ausgelieferte, ebenfalls teure Topmodelle – werden in den Genuss von Android 8.0 kommen. Wenn man bedenkt, dass Vorgänger Android 7.x in den Versionen 7.0 und 7.1 zusammen kaum 12 Prozent Marktanteil erreicht und momentan sogar noch hinter der Uralt-Version 4.4 liegt, dann kann man sich vorstellen, wie lange es dauert, bis Oreo eine relevante Verbreitung erfahren hat. Dies wird wohl nur in Kombination mit seinen Nachfolgern gelingen.

 

Neue Ära

Aber die Smartphonewelt steht wenigstens nicht still und ein Anfang ist gemacht. In diesem Sinne begrüßen wir Android 8.0 als Beginn einer neuen Ära und üben uns in Geduld – ähnlich wie bei einem Germteig, der Zeit braucht, um zu gehen.

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