VKI Blog Logo

Neues Handy: Telefon oder Multifunktionsgerät?

Warum die Ausstattung nur manchmal egal ist und wofür die Sensoren gut sind

alte_handys_pom_pom_shutterstock_404005699.jpg

Eine kleine Entwicklungsgeschichte der Handys (Bild: POM POM/Shutterstock.com)

Wenn es ums Thema Smartphones geht, plädiere ich immer dafür, nicht billig zu kaufen, sondern auf ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten. Das gilt für den Neu- ebenso wie für den Gebrauchtkauf. Wobei der grundlegende Ansatz ein anderer ist.

Entscheidungsfrage

Am Beginn steht nämlich die Entscheidung zwischen einem Telefon mit überschaubarem Zusatznutzen (Internet, E-Mails, Messenger) und einem computerähnlichen Multifunktionsgerät, mit dem man neben vielen anderen Anwendungen (nicht zuletzt unterschiedlichste Apps) auch telefonieren kann. Ist ein Telefon gewünscht, kann man viele technische Ausstattungsdetails vernachlässigen. Im anderen Fall sollte man das lieber nicht tun.

Leistungsfähigkeit

Die Alltagstauglichkeit eines Smartphones wird unter anderem durch seine Leistungsfähigkeit bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel flottes und flüssiges Reagieren auf eingetippte Befehle, ein ebenso reaktionsschneller und berührungssensitiver Touchscreen sowie ein scharfes, helles Display mit ausgewogener Farbwiedergabe, das auch bei Sonnenlicht gut ablesbar ist. Weiters sollte es in der klassischen LCD-Ausführung nicht zu sehr blickwinkelabhängig sein, also auch bei seitlicher Betrachtung noch einigermaßen hell und erkennbar. Bei OLED-Displays tritt das Phänomen nicht auf.

Sensoren

Dazu kommen diverse Sensoren, deren Bedeutung man meist gar nicht kennt, deren Vorhandensein (bzw. deren Abwesenheit oder schlechtes Funktionieren) sich aber bei der Handhabung deutlich niederschlägt. Standard ist mittlerweile der Annäherungssensor. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist das Abdunkeln des Displays, sobald man das Gerät ans Ohr hält. Eine ungewollte Fehlbedienung, z.B. durch die Wange, wird dadurch verhindert. Komfortabel ist der Umgebungslichtsensor, der die Displayhelligkeit sowie den Kontrast und die Farbsättigung automatisch an die Lichtsituation anpasst.

Navigation

Wesentlich komplexer ist das Thema Navigation. Dieses beinhaltet nicht nur das Autofahren, sondern genauso Rad- und Wandertouren oder das Finden eines Restaurants, der nächstgelegenen Apotheke oder einer Bushaltestelle, wenn man zu Fuß in einer fremden Stadt unterwegs ist. Und es beinhaltet in technischer Hinsicht mehr als nur den GPS-Sensor, der die Grundvoraussetzung für die Standortbestimmung darstellt. Dieses Satellitensystem alleine ist relativ ungenau. Einen wichtigen Beitrag leistet daher der Lagesensor (auch: Rotationssensor oder Gyroskop), der die Lage des Gerätes im Raum erkennt. Nebenbei werden die ermittelten Daten auch für die elektronische Bildstabilsierung beim Fotografieren und Filmen eingesetzt sowie – in Kombination mit dem Beschleunigungssensor – für Spiele-Apps, die über das Neigen des Smartphones gesteuert werden. Ansonsten ist der Beschleunigungssensor wiederum für die korrekte Navigation von Bedeutung, etwa auch dann, wenn das GPS-Signal (z.B. im Tunnel) vorübergehend verloren geht. Außerdem erkennt dieser Sensor, wenn man das Smartphone von der vertikalen in die horizontale Position dreht und passt die Displayanzeige entsprechend an. Ergänzt werden die für die exakte Standortbestimmung notwendigen Daten durch jene des Magnetfeldsensors (auch: Magnetometer oder Kompass). Kompass und Gyroskop sind jene Sensoren, die bei preisgünstigen Smartphones häufig weggelassen werden.

Komfortfunktionen

Nicht übersehen sollte man jedenfalls, dass manches Datail, das vielleicht auf den ersten Blick als Komfortfunktion erscheint, einen weiteren, wichtigeren Zweck erfüllt. Zur Verdeutlichung: GPS kann von äußeren Störfaktoren beeinflusst werden und Abweichungen von mehreren Metern vom tatsächlichen Standort aufweisen. Das bedeutet beispielsweise, dass es unter Umständen nicht korrekt feststellen kann, auf welcher Straßenseite Sie sich gerade befinden. Nur im Zusammenspiel mit den weiteren Sensoren funktioniert die Navigation dann so flüssig und genau, wie man es sich erwarten würde.

Fotoqualität

Und auch wenn Sie sicher sind, dass Sie das Smartphone niemals zum Navigieren verwenden werden, dann möchten Sie ja eventuell damit fotografieren. Auch die Qualität der dafür zuständigen Sensoren ist nicht in allen Smartphones identisch und die Anzahl und somit die Vielseitigkeit der verbauten Kameras ebenfalls nicht.

Fazit

Die Auswahl an verfügbaren Smartphones für jeden Anspruch ist groß. Der erste Schritt ist jedenfalls die persönliche Abklärung dieses Anspruchs, der zweite die Suche nach Qualität zum vernünftigen Preis.

Für KONSUMENT-Abonnenten

Unser aktueller Produktfinder „Smartphones“ enthält die Testergebnisse zu insgesamt 114 Geräten. Dort finden Sie außerdem eine Anleitung, wie Sie den Produktfinder erfolgreich nutzen sowie eine Auswahlhilfe, um das für Sie passende Modell zu finden.

Kommentare erstellen

0 Kommentare

Blog-Abonnement

Ich möchte bei neuen Blog-Beiträgen eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten.
Informationen zum Datenschutz:

Die von Ihnen bekanntgegebenen Daten werden vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) zum Zweck der Blog-Benachrichtigungen verarbeitet. Detaillierte Informationen zu Ihren Rechten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.