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Plastik kann Ihre Gesundheit gefährden

Daher rate ich zur "Plastik-Diät"

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Wie wäre es mal mit einer Plastik-Diät? (Bild: gualtiero boffi/Shutterstock.com)

In einer Sendung des zdf wurde bei einer 5-köpfigen Familie nachgewiesen, dass nach einem nur 4-wöchigen weitgehenden Verzicht auf Lebensmittelverpackungen schon viel weniger Giftstoffe im Urin zu finden sind als vorher. Viele schädliche Chemikalien in Lebensmitteln werden also von den Verpackungen übertragen.

TV-Sendung: PUR+ Macht uns Plastik krank? - ZDFtivi

Besonders die Kleinsten…

Kinder sind in mehrfacher Hinsicht eine besonders sensible Gruppe. Sie befinden sich noch in der Entwicklung, daher ist der schädliche Einfluss von Chemikalien oft stärker als bei Erwachsenen. Noch dazu ist der Kontakt von Kindern mit bedenklichen Chemikalien häufig viel enger – sie nehmen Spielzeug, aber auch andere Produkte, wie z.B. Geschirr, Stifte und Kleidung in den Mund und spielen oft auf dem Boden. Auch im Hausstaub sammeln sich Giftstoffe an. So wurde bei Untersuchungen von Müttern und Kindern des Umweltbundesamtes festgestellt, dass „Kinder im Allgemeinen höher belastet waren als die Mütter. Unter den Kindern wiesen Buben teilweise höhere Werte als Mädchen auf. Die statistische Auswertung einer spezifischen Phthalatbelastung mit den erhobenen Parametern zeigte signifikante Zusammenhänge mit bestimmten gesundheitlichen Symptomen wie beispielsweise wiederholtes Husten, hormonelle Probleme, Kopfschmerzen und Juckreiz.“ 
(Zitat aus: Bericht "Human Biomonitoring in Österreich" (PDF, 875 KB) (bmk.gv.at) S. 40)

 

Auch „Bio“ ist keine Lösung!

Der Begriff Biokunststoff kann vieles bedeuten. Entweder der Kunststoff wurde mithilfe von erneuerbaren Rohstoffen wie z.B. Holz oder Zucker erzeugt, wobei meistens auch ein anderer Teil der Rohstoffe aus der Erdölchemie stammt. Oder die Biokunststoffe sind kompostierbar. Die Kompostierbarkeit hängt nicht direkt mit den Rohstoffen für den Kunststoff zusammen. Es ist möglich, dass Kunststoffe, die nur aus der Erdölchemie stammen, kompostierbar sind, und andere, die (auch) aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wurden nicht – und vice versa. Kompostierbar bedeutet noch dazu meistens, dass es dafür eine industriellen Prozess benötigt – in einem Komposthaufen im Garten baut sich der Kunststoff nicht ab.

Was die chemischen Zusätze angeht, besteht auf jeden Fall kein Unterschied von Biokunststoffen aus erneuerbaren Rohstoffem zu Kunststoffen, die zur Gänze aus der Erdölchemie stammen. Das wurde im Projekt PlastX nachgewiesen.

Um uns, unsere Kinder und die Umwelt zu schützen, rate ich dazu, möglichst auf Kunststoffe zu verzichten – insbesondere bei (Lebensmittel-)Verpackungen, aber auch bei anderen Produkten.

Dass aber auch nicht alle Alterniven zu Kunststoff unproblematisch sind zeigt ein Test mehrerer europäischer Verbraucherschutzorganisationen. Wir berichten über diesen Test der - auch in Österreich erhältlichen - Lebensmittelverpackungen in der August-Ausgabe des KONSUMENT.

 

Weitere Beiträge von uns zum Thema Plastik

Mein Kollege Raphael beschrieb die allgemeine bedrohliche Situation der Kunststoffflut: Das Gackerl mit dem Sackerl (Blog).

Im Rahmen des Projektes LIFE AskREACH wurden Sportartikel aus Kunststoff getestet – auch hier wurden Giftstoffe nachgewiesen.

Viele weitere Tests von uns sind hier zu finden.

Ein wenig mehr Details und Links zu bedenklichen Chemikalien in Kunststoffen, von denen einige bereits als „besonders besorgniserregend“ identifiziert wurden, sind in diesem Blogbeitrag von unserem Projekt Scan4Chem nachzulesen. 

Tipp

Mit Hilfe der App Scan4Chem können Informationen zu besonders besorgniserregenden Chemikalien in Produkten eingeholt werden – die Hersteller müssen darüber Auskunft geben. Alle Infos: www.scan4chem.at

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