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Reparieren

Leider, leider, sagt der Schneider

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Schneider-Werkzeug auf einem Holztisch (@Shutterstock, valentina proskurina)

Öko.Logisch

Es scheint vielen heutzutage leider abwegig, 15 Euro für eine Reparatur zu bezahlen, wenn ein neues Teil nur 5,99 kostet ...

Seit ein paar Wochen habe ich wieder mehr Möglichkeiten bei der Kleidungswahl. Um drei Jeans, eine gut gefütterte Outdoor-Jacke und ein T-Shirt mehr Möglichkeiten. Ziemlich genau 80 Euro hat mich diese Kleiderschrank-Erweiterung gekostet. KiK? NKD? Primark? Diese Fast-Fashion-Billigläden kommen Ihnen in den Sinn? Nein, nein. Es ist durchaus Markenware, die ich da jetzt (wieder) anziehen kann. „Wie soll sich das ausgehen?“, werden Sie sich nun vielleicht fragen, während Sie überschlagsmäßig im Kopf zusammenrechenen, wie viel drei Jeans, eine Outdoor-Jacke und ein T-Shirt als Markenware kosten. Möglicherweise im Outlet gekauft? Oder secondhand? Nein, auch nicht. Wobei Letzteres nicht ganz so weit weg von der Wahrheit liegt.

Schluss jetzt, ich spanne Sie nicht weiter auf die Folter. Ich habe diese fünf Kleidungsstücke schon vor Jahren erstanden, regelmäßig getragen und dann einige Monate lang beiseite gelegt. Weil sie etwas zerschlissen waren. Löchrig. Wenn Sie regelmäßig Fahrrad fahren, kennen Sie diese Stelle an der Hosen-Innenseite – dort, wo der Stoff am Fahrradsattel scheuert ... Verzeihung, ich schweife ab.

Ab zum Schneider!

Na jedenfalls: Vor ein paar Wochen habe ich die fünf Kleidungsstücke zum Schneider um die Ecke gebracht. Und ein paar Tage später mit einem Hochgefühl wieder abgeholt. Einerseits, weil ich die Sachen immer gerne getragen hatte – und das jetzt wieder machen kann. Und andererseits, weil ich mit Reparieren (lassen) statt neu Kaufen zur Ressourcenschonung beitrage. Nicht zu vergessen: auch zur regionalen Wertschöpfung – indem ich einen kleinen Handwerksbetrieb unterstützt habe.

Eine löchrige Hose zu flicken, war noch vor ein paar Jahrzehnten in unseren Breiten die Regel, nicht die Ausnahme. Es scheint vielen heutzutage leider abwegig, 15 Euro für die Reparatur zu bezahlen, wenn ein neues Teil nur 5,99 kostet ... Leider, leider, sagt der Schneider.


Lassen Sie auch reparieren? Oder reparieren Sie selber? Schreiben Sie mir - an mstingl@konsument.at oder gleich hier unten via Kommentarfunktion.

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2 Kommentare

VH

Lieber Markus,

ich kann dir nur zustimmen, da ich auch oft zur Schneiderin gehe. Es lohnt sich viel mehr ein qualitativ hochwertiges Kleidungsstück flicken zu lassen, als einen neuen "Fetzen" beim Primark einzukaufen. Manchmal gönne ich mir natürlich auch neue Kleidung, jedoch teile ich mir immer allles ein und kaufe meist nur was ich brauche. Außerdem unterstütze ich gerne kleine Handwerksbetriebe, so wie du.

Bild des Benutzers dbrindlmayer

Lieber Markus!

Gute Frage... Es ist bei mir immer ein schmaler Grat, ob ich was versuche zu reparieren, oder das Kleidungsstück entsorge. Löcher bei Nahten (z.B. Achselhöhle bei Pullis, oder Nahtrisse bei Reißverschlüssen, aber auch Löcher in Handschuhen) habe ich trotz wenig Handarbeits-Kenntnissen schon selbst hinbekommen. Ich habe sogar mal Tank-Tops, die bei den Seiten zu weit waren, also geflattert haben, bei der Naht enger genäht. Sogar mit Nähmaschine. Da war ich besonders stolz, das Ding zu bedienen. laugh

Wenn ich Löcher in Jeans-Hosen entdecke - sofern sie nicht ohnehin Absicht sind (Mode und so) - werfe ich sie eigentlich eher weg. Zum Schneider bin ich tatsächlich noch nie gegangen. Ebenso wenig zum Schuster. Wenn da was kaputt ist, dann kaufe ich neu. indecision

Ich führe grundsätzlich ein Leben zwischen Nachhaltigkeit und Fashion-Lifestyle. Ich tue mir oft schwer, das zu verbinden. Viele Dinge sind dann auch einfach "zu viel Aufwand" für mich (-> zum Schneider gehen). Und ich gehe den bequemeren Weg. 

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