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Schattenprofile und unbeschriebene Blätter

Auch wer sich vor den Datensammlern verstecken möchte, ist dort längst schon bekannt

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Schattenprofil (Bild: gelbsstock/Shutterstock.com)

Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe Facebook an der falschen Stelle eine Spur zu viel von mir verraten.

Falsches Profil, echte Nummer

Ich habe testweise auf Facebook ein falsches Profil angelegt, mit anderem Namen, anderem Geburtsdatum, anderer E-Mail-Adresse. Und dann hat die Bequemlichkeit gesiegt und ich habe meine übliche Handynummer angegeben. Eine Nummer, die Facebook und WhatsApp bereits kennen und die auch etliche meiner dortigen Kontakte auf ihren Geräten gespeichert haben. Was war die Folge? Seit dem zweiten Tag nach der Erstellung des Fake-Profils und ohne dass ich selbst aktiv geworden wäre bekomme ich dort von Facebook laufend Freundschaftsvorschläge – und der Großteil dieser Personen ist mir persönlich bekannt.

Tastenhandy schützt nicht

Die Sache ist beängstigend, aber nicht verwunderlich. Es ist kein Geheimnis, dass Facebook & Co mit Daten aus unterschiedlichen Quellen sogenannte Schattenprofile anlegen – auch von Personen, die lediglich indirekt mit den sozialen Medien in Berührung kommen. Was lernen wir daraus? Dass wir uns keinen Illusionen hingeben sollten: Selbst als Besitzer eines altmodischen Tastenhandys ohne Onlinezugang ist man im Internet mit ziemlicher Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt mehr.

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