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Selbstüberwindung

Auf dem Weg zu mehr Sicherheit sind wir uns oft selbst ein Hindernis

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Mehr Sicherheit bedeutet meist Komfortverzicht. (Bild: Screenshot/VKI)

Wieder ist mir eine Bekannte von WhatsApp zum alternativen Messenger Signal gefolgt, den ich aus Datenschutzgründen bevorzuge.

Mir geht’s dabei weniger um den beliebten Volkssport der Weiterverbreitung privater Fotos, lustiger Videos und weiser Sprüche als vielmehr um den Austausch von Nachrichten unter Wahrung der Privatsphäre aller Beteiligten.

Wie geht das und warum nicht?

Die Einsicht, dass selbstlose Wohltäter der Menschheit unter den Größen der IT-Branche eher dünn gesät sind, lässt glücklicherweise auch in anderen Menschen den Wunsch nach Alternativen aufkeimen. Allerdings werde ich seither mit Anfragen bombardiert: Wie geht dies, wo ist das? Bei WhatsApp kann man … und warum bei Signal nicht? – „Darum!“, möchte ich anworten. Darum, weil Sicherheit einen großen Nachteil hat; sie ist nämlich unbequem, weil sie auf Schnickschnack, der vom Wesentlichen ablenkt, verzichtet.

Große Hürde

Dem gegenüber steht unsere angelernte hohe Erwartung an den Komfort. Wenn ich daher sage, dass die Hinwendung zu mehr Sicherheit mit der Überwindung von Hindernissen verbunden ist, dann bedeutet das nicht zuletzt auch Selbstüberwindung. Und diese Hürde kann groß sein.

Warum überhaupt wechseln?

Für WhatsApp spricht natürlich, dass ein großer Prozentsatz der Smartphone-Nutzer diesen Messenger verwendet. Dagen spricht, dass WhatsApp zum Facebook-Konzern gehört, dass entgegen früherer Versprechen sehr wohl Daten zwischen den beiden Diensten ausgetauscht werden, dass WhatsApp, Facebook und auch Instagram in Zukunft noch enger miteinander verknüpft werden sollen, und dass (ebenfalls anders als ursprünglich versprochen) demnächst auch personalisierte Werbung geschaltet werden soll. Als WhatsApp-Nutzer kann man nicht viel mehr tun, als in der App unter „Einstellungen/Account/Datenschutz" ein kleines bisschen an den Datenschutzeinstellungen zu drehen. Das sollte man übrigens bei Facebook auch gleich tun, um den Dienst eine Spur privater zu machen. Eine andere Möglichkeit ist der Wechsel zu einem alternativen Messenger, wobei man freilich seine Freunde ebenfalls davon überzeugen muss, dorthin umzuziehen, denn untereinander kompatibel sind die Dienste nicht. Was sich anbietet, ist Signal. Der Anbieter dahinter ist zwar auch in den USA ansässig, doch ist - anders als bei vielen Konkurrenzprodukten - für Transparenz und Offenheit gesorgt. Auch Whistleblower Edward Snowden empfiehlt übrigens Signal.

Mehr zum Thema Apps und Smartphones

Wer sich näher mit dem Thema Datenschutz rund um die Nutzung von Smartphones und Apps beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre unseres KONSUMENT-Artikels rund um die App-Berechtigungen sowie unser KONSUMENT-Buch 100 Smartphone-Tipps.

Wie ist das eigentlich mit Ihnen?

Nutzen Sie WhatsApp und/oder einen anderen Messenger? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

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1 Kommentare

D

Es ist wichtig zu wissen, dass es nicht nur darauf ankommt wie gut die jeweilige Messenger App verschlüsselt. Sondern auch draufauf, was die App auf den eigenen Gerät eigentlich (sonst noch) tut. Das gesamte Addressbuch sonstwohin verschicken ist ja fast schon Standard. Viele Apps aus zweifelhaften Quellen treiben einiges mehr.

 

Ohne allzu große Bequemlichkeitseinbußen ermöglicht z.b. der F-Droid Appstore https://f-droid.org unter Android Apps zu installieren zu denen immer auch der gesamte Quellcode einsehbar ist. Selbst wenn nicht jede(r) selbst das Know-How und die Muße hat den zu verifizieren, so ist es doch wesentlich schwerer da irgendwelche ungewünschten Funktionen so zu verstecken, dass sie langfristig nicht irgendjemand auffallen.

 

Wenn es um Messenger geht, so können Sicherheitsforscher mit dem Quellcode tatsächlich aussagekräftige Sicherheitsanalysen machen.

 

Nebenbei: Mir persönlich ist es erheblich wichtiger, Fremden  keine  Zugriffe auf mein Smartphone zu ermöglichen, als sicherzustellen, dass niemand den Inhalt meiner Messages mitlesen kann. Optimal ist natürlich wenn beides gegeben ist.

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