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Smartes Heim auf Umwegen

Vom TV-Gerät zum Smart-TV

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Ein Smart-TV, der schleichende Einstieg ins Internet der Dinge (Bild: urfin / Shutterstock.com)

Falls Ihr TV-Gerät am Internet hängt, dann sollten Sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen! Dieser Blog-Beitrag behandelt, wie sich das Internet der Dinge via TV-Gerät in unser Zuhause eingeschlichen hat und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Sind Sie vom Thema Smart Home schon genervt? Sind Sie der Meinung, mit dem sogenannten Internet der Dinge ohnehin nicht konfrontiert zu sein, weil Sie die Idee der Vernetzung und zentralen Steuerung diverser Geräte (vom Kühlschrank über die Beleuchtung bis zur Heizungsanlage) ablehnen und Ihnen so etwas keinesfalls ins Haus oder in die Wohnung kommt?

Und plötzlich waren sie smart

Das Problem ist nur, dass sich manche Dinge hinterrücks einschleichen. So wie unsere Handys im Laufe der Zeit zu Smartphones wurden und es zu einer beeindruckenden Verbreitung gebracht haben, so wurden beispielsweise unsere TV-Geräte zu Smart-TVs. Zwar gibt es weiterhin hier wie dort konsequente Verweigerer, doch die Front der Ablehnung ist gesamt gesehen nicht wirklich breit.

Aha-Erlebnis

Die Annehmlichkeiten, welche die Anbindung ans Internet bietet, sind – sobald man sie selbst erst einmal erlebt hat – viel zu überzeugend. So überzeugend, dass man leicht dazu neigt, gewisse Aspekte auszublenden. Dann braucht es Erlebnisse, wie das Folgende, um den Nachdenkprozess (wieder) in Gang zu setzen: Der nicht gerade unbedeutende südkoreanische Hersteller Samsung hat im vergangenen Sommer seine Kunden in den USA dazu aufgefordert, auf ihren TV-Geräten regelmäßig einen manuellen Virenscan durchzuführen.

Die Fragen bleiben

Dies sorgte für einigen Wirbel, sodass die entsprechende Meldung letztlich wieder von den Kanälen des Anbieters entfernt wurde. Zurück bleiben unbeantwortete Fragen: Gab es einen konkreten Anlass für diese Aufforderung? Warum haben die Geräte einen Virenschutz integriert, führen den Scan aber nicht selbsttätig in bestimmten Zeitabständen durch? Gibt es wenigstens regelmäßige automatische Aktualisierungen der Virendatenbank?

Beliebte Angriffsziele

Tatsache ist, dass Smart-TVs aufgrund ihrer Verbreitung mittlerweile beliebte Ziele für die Programmierer von Schadsoftware und andere Angreifer aus dem Internet sind. Die TV-Geräte (und speziell jene mit dem auch von den Smartphones bekannte Android-Betriebssystem) sind so gesehen quasi die neuen PCs. Allerdings steht das Thema Virenschutz hier erst am Anfang, einschlägige Apps sind in den offiziellen Stores (denn aus Sicherheitsgründen sind auf anderen Wegen bezogene, inoffizielle Apps keinesfalls zu empfehlen) bisher dünn gesät, man ist – so vorhanden – auf die integrierten Lösungen der Hersteller angewiesen. Zum Thema Sicherheit gehören außerdem die von den Herstellern in unregelmäßigen Abständen bereitgestellten aktualisierten Firmware-Updates, also sozusagen das Betriebssystem für das Gerät.

Unbefriedigende Antworten

Unterm Strich bleibt man als Nutzer, der nicht grundsätzlich allem entsagen möchte, mit der Frage zurück: „Was soll ich tun?“ Die Antworten sind klar, wenn auch zum Teil unbefriedigend:

1. Sich der möglichen Gefahren bewusst sein. Das ist immerhin ein erster wichtiger Schritt.

2. Das Gerät bei Nichtnutzung des Internets offline schalten. Wenn es nicht mit dem Netz verbunden ist, kann es weder Ziel von Angriffen werden noch Daten nach außen schicken. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch eine eventuell vorhandene integrierte Kamera abkleben und auf die Nutzung der Sprachsteuerung über ein ins Gerät oder die Fernsteuerung integriertes Mikrofon verzichten. Weiters sollten Sie auch gleich den interaktiven Teletext-Nachfolger HbbTV deaktivieren. Und dass die Eingabe persönlicher Daten tabu ist, sollte selbstverständlich sein, das heißt, kein Einstieg ins Benutzerkonto von Online-Diensten und erst recht kein Online-Banking über den in den Fernseher integrierten Browser.

3. Die oben genannten Möglichkeiten zur Erhöhung der Gerätesicherheit (Virenscanner, Firmware-Updates), die es bisher gibt, auf jeden Fall nutzen, auch wenn sie manchmal noch unzureichend sind.

4. Sich im Klaren sein, dass die wenigsten von uns am Thema Smart Home vorbeikommen und daher die Augen und Ohren für Informationen offen halten.

Themen für die Zukunft

Sowohl der Viren- als auch der Datenschutz am Smart-TV sind jedenfalls Themen, die uns in Zukunft wohl noch öfter beschäftigen werden. Hier finden Sie, zusammengetragen von der Heise-Redaktion, eine übersichtliche Aufstellung der wichtigsten Tipps und Tricks. Und übrigens: Backöfen mit integrierter Sprachsteuerung von Amazon oder Google sind bereits auf dem Markt zu finden, um nur ein Beispiel aus dem Bereich der Haushaltsgeräte zu nennen. Geschirrspüler, Wäschetrockner und Waschmaschinen könnte ich aber ebenfalls aufzählen. Irgendwann gehört dies vermutlich zur Standardausstattung und öffnet die nächste Hintertür, durch die das Internet der Dinge ins Haus schlüpft.

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