VKI Blog Logo

Smartphone-Abhängigkeit

Neue Medien, neue Ängste

niedriger_akkustand_vera_orlova_shutterstock_1549908893.jpg

Akkustandsanzeige von voll bis leer (Bild: Vera Orlova/Shutterstock.com)

In den vergangenen Monaten haben wir in KONSUMENT diverse Formen von Angstzuständen thematisiert. Nicht dabei war die grundsätzlich wohl unter die harmloseren Ängste einzureihende Nomophobie.

Der Begriff Nomophobie ist relativ neu und stammt aus dem Englischen. Er bezeichnet die Angst, unterwegs plötzlich kein funktionierendes Mobiltelefon mehr zur Hand zu haben und dadurch von allen sozialen und beruflichen Kontakten abgeschnitten zu sein (No-Mobile-Phone-Phobia).

„Diese Sorgen möchte ich haben“

Das mag sich nun der eine oder andere denken, vor allem wenn er sich noch an Zeiten zurückerinnern kann, in denen die heutigen Smartphones noch nicht einmal in der Fantasie von Science-Fiction-Autoren existierten. Keine Frage, jedes Verhalten kann in ein Extrem umschlagen, jede Angst kann krankhafte Züge annehmen.

Freiwillige Abhängigkeiten

Andererseits haben wir Menschen immer schon – und speziell seit der industriellen Revolution mit all ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen – ein Händchen dafür, uns von begrenzt verfügbaren Ressourcen abhängig zu machen. Man denke beispielsweise an die Kohle oder das Erdöl, das ja bei Weitem nicht nur unsere Motoren antreibt.

Klein, aber zentral

Das Smartphone ist nur ein weiterer Aspekt dieses Abhängigkeitsverhältnisses, zwar im Kleinen und doch mittlerweile von zentraler Bedeutung. Wir sind es gewöhnt, mit der Welt und vor allem mit den Menschen, die uns wichtig sind, in ständigem ortsunabhängigen Kontakt zu sein, Begriffe zu googeln, Routen zu suchen, Fotos zu versenden, Informationen per E-Mail zu übermitteln oder einzuholen.

Sendeausfall

Das alles ist Teil unseres Lebens, und wenn die Verbindung abreißt, dann ist das vergleichbar mit einem Sendeausfall während des Samstag-Hauptabendprogramms vor 50 Jahren. Auch das wollte mit Sicherheit keine der vor dem TV-Apparat versammelten Personen erleben. Vor technischen Pannen sind wir heute wie damals nicht gefeit und auch nicht davor, das Smartphone liegen oder fallen zu lassen. Aber schließlich ist es ja ein Gebrauchsgegenstand.

Absicherung für den Ernstfall

Ach ja: Für eine Angst zumindest habe ich hier und jetzt eine Lösung: Die Nomophobie geht nämlich oft einher mit der Low-Battery-Anxiety. Das ist die Angst vor einem niedrigen Akkustand. Das muss nun wirklich nicht sein, meine ich, denn Powerbanks, also tragbare Stromspeicher, sind mittlerweile sehr handlich und kosten nicht die Welt. Ich habe für vieles Verständnis und man kann auch einmal in der Eile die Powerbank daheim vergessen. Aber wer es nicht einmal schafft, sich im Normalfall für solche Fälle abzusichern, der hat auch den Hausverstand aufs Handy übertragen und fürchtet sich wohl zu Recht. Besonders risikobereite Handynutzer bekämpfen ihre Low-Battery-Anxiety übrigens aktiv, nach dem Motto: Mit 12 Prozent Akkustand außer Haus gehen – man muss im Leben auch mal etwas riskieren.

Stromspartipps für Android und iOS

Der letzte Satz war natürlich nicht ganz ernst gemeint, im Gegensatz zu den nachstehenden Tipps zur Verlängerung der Akkulaufzeit im Alltag.

Tipps für Android

Display dimmen: Manuell per Schieberegler; aufrufbar, indem Sie mit dem Finger vom oberen Displayrand nach unten streichen (Statusleiste). Möchten Sie die automatische Helligkeitsanpassung dauerhaft deaktivieren, tun Sie dies über "Einstellungen/Anzeige/Helligkeit" bzw. "Akku/Helligkeit".

Timeout-Zeit: Gemeint ist der möglichst kurz zu haltende Zeitraum, in dem das Display hell leuchtet (oft mit der automatischen Bildschirmsperre kombiniert): "Einstellungen/Anzeige".

Energiefresser abschalten: Stellen Sie nicht genutzte Funktionen und Dienste ab. Bluetooth und WLAN deaktivieren Sie über die Statusleiste, den Standort (= Positionsbestimmung) ebenso oder auch gezielt für einzelne Apps unter "Einstellungen/Apps" bzw. "Anwendungsmanager/(App-Name)". Auch animierte Hintergrundbilder verbrauchen mehr Strom als ein statischer Hintergrund.

Hintergrunddaten: Hintergrundaktualisierung von Apps (z.B. Wetter, Google Maps, Live-Nachrichten) beschränken bzw. deaktivieren: "Einstellungen/Apps" bzw. "Anwendungsmanager/(App-Name)/Datenverbrauch".

Synchronisation: Häufigkeit der Synchronisation von Apps reduzieren (z.B. vorinstallierte Mail-App). Erreichbar über "Einstellungen/Konten & Synchronisierung"; nähere Einstellungsmöglichkeiten für die Mail-App bzw. die dort verwalteten E-Mail-Konten in den App- bzw. Konto-Einstellungen, erreichbar über die 3 Menüpunkte rechts oben.

Tipps für iOS

Display dimmen: Manuell per Schieberegler; aufrufbar, indem Sie mit dem Finger vom unteren Displayrand nach oben streichen bzw.ab iPhone X am rechten Rand von oben nach unten (Kontrollzentrum). Möchten Sie die automatische Helligkeitsanpassung (Auto-Helligkeit) dauerhaft deaktivieren, tun Sie dies ab iOS 12 über "Einstellungen/Allgemein/Bedienungshilfen/Display-Anpassungen" (davor: "Einstellungen/Anzeige & Helligkeit").

Automatische Sperre: Gemeint ist die automatische Bildschirmsperre, die sich bei Nichtbenutzung möglichst rasch wieder aktivieren sollte, damit das Display nicht zu lange hell leuchtet: "Einstellungen/Anzeige & Helligkeit/Automatische Sperre".

Energiefresser abschalten: Stellen Sie nicht genutzte Funktionen und Dienste ab. Bluetooth und WLAN deaktivieren Sie vorübergehend über das Kontrollzentrum und dauerhaft über die Einstellungen. Unter "Einstellungen/Datenschutz/Ortungsdienste" schalten Sie die Ortungsdienste generell oder für einzelne Apps ab. Unter "Einstellungen/Allgemein/Bedienungshilfen/Bewegung reduzieren" deaktivieren Sie animierte Hintergrundeffekte.

Hintergrunddaten: Hintergrundaktualisierung von Apps (z.B. Wetter, Karten, Google Maps, Live-Nachrichten) beschränken bzw. deaktivieren: "Einstellungen/Allgemein/Hintergrund­aktualisierung".

Datenabgleich: Häufigkeit der Datenabfrage von Apps reduzieren (z.B. vorinstallierte Mail-App). Erreichbar über "Einstellungen/Passwörter & Accounts/Datenabgleich".

Weitere Tipps …

… gibt’s exklusiv für KONSUMENT-Abonnenten auf: www.konsument.at/smartphones-akkulaufzeit022019.

Kommentare erstellen

0 Kommentare

Blog-Abonnement

Ich möchte bei neuen Blog-Beiträgen eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten.
Informationen zum Datenschutz:

Die von Ihnen bekanntgegebenen Daten werden vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) zum Zweck der Blog-Benachrichtigungen verarbeitet. Detaillierte Informationen zu Ihren Rechten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.