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Tempo 30 in der Stadt

Um das Leben zu entschleunigen

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Tempo 30 statt 50 in der Stadt (Bild: frankhh/Shutterstock.com)

Öko.Logisch

Vor ein paar Wochen, mit einem Ohr beim Ö1-Morgenjournal: „… ab heute generell Tempo 30 in allen Städten.“ Der Beitrag hatte schlagartig meine volle Aufmerksamkeit. Bald aber die Ernüchterung, Adrenalinpegel wieder im Normalbereich. Die Rede war von Spanien.

Unter Verkehrsexperten ist die Sinnhaftigkeit von Tempo 30 unbestritten. Der Chef des spanischen Straßenverkehrsamtes bezeichnet 50 km/h im Stadtgebiet als „Unsinn“. Mit Tempo 30 sinke das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, um 80 Prozent. 80 Prozent! Sollte das nicht auch für Österreich ein schlagendes Argument sein? Ich weiß, dass ich mir jetzt einige ganz böse Kommentare und Leserbriefe einhandeln werde. Aber insbesondere als Vater von zwei kleinen Kindern kann ich es ehrlich gesagt nicht mehr hören, das den Autofahrern und ihrer Lobby Nach-dem-Mund-Reden.

Speed kills, buchstäblich

Auch wenn es bei meinen Öko.Logisch-Blog-Beiträgen um ökologische Aspekte geht. Die sind nicht die alleinigen in der Debatte um weniger Tempo im Straßenverkehr. Es geht um Menschenleben. Sie erinnern sich – so wurde argumentiert, warum unser Land in den vergangen Monaten mehrmals in den Dornröschenschlaf versetzt werden musste. Aber beim Verkehr? Da sind andere deutlich klarer in ihrer Positionierung. Spanien, schon erwähnt. Auch in Brüssel, Zürich oder Helsinki gilt generell Tempo 30. Helsinki ist überhaupt vorbildlich unterwegs. 2019 kam dort kein Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben. Seit 2015 kein einziges Kind. Tempo 30 ist dort der zentrale, aber nur einer von mehreren Bausteinen der verkehrsberuhigten Mobilitätsstrategie.

Entschleunigen

Um die Öko-Kurve dann doch noch zu kratzen: Tempo 30 hat auch zur Folge, dass mehr Menschen aussteigen. Und zwar aus ihren Autos. Und aufsteigen. Aufs Fahrrad. Oder einfach öfter zu Fuß gehen. Schlicht und ergreifend, weil sie sich das in einer entschleunigten Stadt getrauen. Und das hilft auch dem Klima, der Umwelt, letztendlich unser aller Gesundheit.

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