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Top 10 der größten Aufreger 2017

Lebensmittelcheck

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Aufreger Lebensmittelcheck (Bild: VKI)

Mogelpackungen, versteckte Preiserhöhungen, statt echter Früchte nur Aroma, keine Herkunftskennzeichnung…..wer kennt es nicht.  Nachfolgend gibt‘s die größten Aufreger des letzten Jahres auf einen Blick!

Plattform Lebensmittelcheck

Unsere Plattform Lebensmittel-Check ist eine Initiative von uns, dem Verein für Konsumenteninformation (VKI), unterstützt durch Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Zielsetzung ist es, Lebensmittel, die aus verschiedensten Gründen dazu geeignet sind, VerbraucherInnen in die Irre zu führen – unabhängig davon, ob sie im rechtlichen Sinne zu beanstanden sind oder nicht – auf der Website www.lebensmittel-check.at vorzustellen. Der Lebensmittel-Check soll damit nicht nur einen Beitrag zu Verbraucherbildung darstellen, sondern darüber hinaus dazu beitragen, dass Hersteller ihre Produkte bzw. Verpackungen konsumentenfreundlicher gestalten.

In unseren Best of Lebensmittelcheck-Reports lassen wir auch in regelmäßigen Abständen die Konsumenten abstimmen, welches Produkt am meisten ärgert

Ich habe mich auf die Suche gemacht nach den Produkten die im letzten Jahr am meisten aufgeregt haben. Dazu habe ich mir angeschaut, welche Beiträge auf Facebook besonders beliebt waren. Tataaa und hier sind sie:

Platz 10

Jomo Einhornschnitte

Teures Einhorn

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JOMO Einhornschnitte (Bild: VKI)

Beide sind in eine durchsichtige Kunststoffhülle verpackt. Die Schnitten sehen genau gleich aus. „Erdbeerschnitte“ steht auf dem einen Etikett, auf dem auch einige Erdbeeren abgebildet sind, „Einhornschnitte“ auf dem anderen. Auf diesem sind ein Einhorn, ein Zauberstab und Edelsteine zu sehen. Die Sachbezeichnung ist bei beiden Produkten gleich (Rührkuchen mit 18 % Cremefüllung und 17 % Erdbeerfruchtzubereitung und kakaohaltiger Fettglasur). Die umfangreichen Zutatenlisten sind komplett ident. Auch der Preis pro Packung ist bei beiden Kuchen gleich. Sie kosten je 1,49 €.

Allerdings sind die Füllmengen unterschiedlich: Bei der Erdbeerschnitte sind es 250 g, bei der Einhornschnitte lediglich 200 g. Die Einhornschnitte kommt de facto also um 25 % teurer als die Erdbeerschnitte!

Fazit: Produkte, die mit begehrten Sujets werben, sind meist teurer als ähnliche oder sogar gleiche Erzeugnisse. Da heißts gründlich die Zutatenliste studieren und den Grundpreis am Regal vergleichen.

Platz 9

Mazola Keimöl

Woher stammt der Mais?

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Mazola Maiskeimöl (Bild: VKI)

Vor rot-weiß-rotem Hintergrund steht auf der Flasche „Abgefüllt und geprüft in Österreich“. Der Rohstoff Mais wird in verschiedenen europäischen Ländern eingekauft, auch die Pressung erfolge dort, erklärte das Unternehmen auf Nachfrage von uns.

Fazit: Ärgerlich, dass man das erst auf Nachfrage erfährt und nicht schon am Etikett. Produkt sollten nur mit Österreich-Bezug werben, wenn deren Rohstoffe zu Gänze aus Österreich kommen und das Produkt in Österreich hergestellt wird!

 

 

 

Platz 8

Milka Ganze Haselnüsse

Weniger Schokolade um’s gleiche Geld

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Milka Ganze Haselnüsse (Bild: VKI)

Die Schokoladen sind um 11 bzw. 7 Prozent teurer geworden. Wie bei den anderen Schokoladesorten wurden auch bei unserem Beispiel Milka Ganze Haselnüsse weder das Verpackungsdesign noch der Preis geändert. Dafür ist jetzt das Volumen anders. Die 270 g-Tafel ist um ein bis zwei Millimeter dünner als die 300 g- Tafel. Das ist aber nur mit Adleraugen und nur dann zu erkennen, wenn eine 300 g- und eine 270 g-Tafel Milka Ganze Haselnüsse ausgepackt direkt nebeneinander liegen.

Fazit: Wenn schon eine Preiserhöhung durchgeführt wird, dann sollte sie für Kunden auch auf den ersten Blick zu erkennen sein.

 

Platz 7

Billa Freshy Sandwich mit Putenbrust und Kräuter-Topfen-Aufstrich

Mit Putenschinken statt Putenbrust

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Billa Freshy Sandwich mit Putenbrust (Bild: VKI)

„Sandwich mit geräucherter Putenbrust und 19 % Kräuter-Topfen-Aufstrich“ lautet die Sachbezeichnung. In der Zutatenliste ist Putenbrust nicht zu finden. Stattdessen ist als Zutat geräucherter Putenschinken angegeben, der aus Putenfleisch, Wasser, Trockenglucosesirup, Stabilisator (Triphosphate), Gewürzextrakten und Nitritpökelsalz besteht. Unter Putenbrust versteht man allgemein vom Brustbein der Pute ausgelöstes Fleisch ohne Zutaten wie Nitritpökelsalz.

Fazit: Putenbrust und Putenschinken sind zwei verschiedene Produkte. Wenn ein Sandwich mit Putenschinken belegt ist, dann sollte es auch entsprechend bezeichnet und als „Sandwich mit geräuchertem Putenschinken“ angeboten werden.

 

Platz 6

Ölz Butter-Brioche geschnitten

Ohne Butter

In der Zutatenliste ist keine Butter zu finden. Stattdessen findet man Butterreinfett.

Butterreinfett (auch Butterschmalz genannt) wird durch Erhitzen und Abtrennung von Milcheiweiß und -zucker aus Butter hergestellt. Butterreinfett ist also stärker verarbeitet und obendrein höher erhitzbar und länger haltbar als Butter. In Ölz Butter-Brioche geschnitten sind 8,3 % Butterreinfett enthalten. Laut Hersteller entspricht das 10 % Butter.

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Ölz Butter Brioche geschnitten (Bild: VKI)

Fazit: Ist „Butter“ Teil des Produktnamens, dann erwarten Konsumenten auch, dass sie im Produkt enthalten ist.

 

 

 

Platz 5

NÖM Teebutter

Großer Becher, wenig Butter

Die Packung des 125-g-Becher NÖM Teebutter ist genauso groß wie jene von Schärdinger Streichgenusses. Im Schärdinger Streichgenuss Becher sind jedoch 200 g enthalten, also um 75 Gramm mehr!

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NÖM Teebutter (Bild: VKI)

Fazit: In großen Packungen steckt oft erstaunlich wenig Produkt. Auf die Nettofüllmenge achten!

 

 

 

Platz 4

Hipp Hirse-Kringel

Ein Getreidesnack für Babys, der groß mit Hirse lockt, aber nur wenig davon enthält. 

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HIPP Hirse Kringel (Bild: VKI)

 „Aus Bio-Hirse und ausgewähltem Getreide“ ist am unteren Rand der Packung aufgedruckt.

Laut Zutatenliste bestehen die Hirse Kringel aus Bio-Reis, 34 % Bio-Vollkornhirse und aus Bio-Mais. Nicht Hirse, sondern Reis ist die Hauptzutat, wie man aus der Reihung der Zutaten in der Zutatenliste erkennt. Insgesamt  bestehen die Kringel zu 66 Prozent aus Reis und Mais und nur zu rund einem Drittel aus Hirse.

 

Fazit: Damit Kunden gleich nach dem ersten Blick auf die Packung über die Produktbeschaffenheit Bescheid wissen, sollte der Hersteller bereits auf der Packungsvorderseite alle Zutaten anführen oder – noch besser – den Produktnamen ändern.

 

Platz 3

Spar Premium Kürbissuppe

Geringer Kürbisanteil von 8 %

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Spar Premium Kürbissuppe (Bild: VKI)

Auf dem Becher der Kürbissuppe sind etliche Kürbisse, Karotten, Fenchel und Paprika sowie ein mit Suppe gefülltes Glas abgebildet. „Mit Karotte und Fenchel verfeinert“, steht noch unter dem Produktnamen. Laut Zutatenliste besteht die Suppe aus Trinkwasser, Paprika, 8 % Butternusskürbis, 5 % Karotten, 5 % Fenchel, Gemüsebrühe und noch vielen weiteren Zutaten. In der Kürbissuppe ist also erstaunlicherweise mehr Paprika drin als Kürbis. Spar teilte uns auf Nachfrage mit, dass die Bezeichnung Kürbissuppe deshalb gewählt wurde, weil Kürbis die hauptsächlich geschmackgebende Zutat sei. Das Unternehmen kündigte aber an, das Rezept zu optimieren und den Anteil an Kürbis zu erhöhen.

Fazit: Eine Kürbissuppe sollte mehr als 8 % Kürbis enthalten!

 

 

Platz 2

Billa Packerlsuppe mit traditioneller Rezeptur

Eine Suppe die mit „traditioneller Rezeptur“ lockt, aber mit Palmfett hergestellt ist.

Auf der Packerlsuppe von Billa steht vorne groß drauf "nach traditioneller Rezeptur in Österreich hergestellt". Auf der Rückseite in der Zutatenliste findet man dann als Zutat aber unter anderem Palmfett.

Was unter Auslobungen wie „nach traditioneller Rezeptur“, „alt“, „traditionell“ oder „Originalrezept“ zu verstehen ist, das ist nicht definiert. Trotzdem: viele Verbraucher assoziieren damit Lebensmittel, die weniger stark verarbeitet sind. Und sie erwarten in derart beworbenen Produkten keine für die industrielle Lebensmittelproduktion typischen Zutaten wie etwa Palmöl.

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Billa Grießnockerlsuppe (Bild: VKI)

Fazit: Werden bei der Lebensmittelherstellung Verfahren angewandt bzw. Zutaten verwendet, die typisch für die industrielle Produktionsweise dann sollten die Produkte nicht mit Auslobungen wie „nach traditioneller Rezeptur“, oder Ähnlichem beworben werden.

 

 

 

 

 

Platz 1

Spar Tiefkühlbrokkoli

Importierter Brokkoli mit der Auslobung „hergestellt in Österreich“

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Spar Tiefkühlbrokkoli (Bild: VKI)

Tiefkühl-Brokkoli in einer Packung, auf der eine rot-weiß-rote Fahne mit der Inschrift „hergestellt in Österreich“ prangt. Der Brokkoli stammt laut Hersteller je nach Verfügbarkeit und entsprechender Qualität aus Polen, Portugal oder Spanien. Abgefüllt wird in Österreich.

Fazit: Unserer Ansicht nach sollten Produkte aber nur dann mit Österreich-Bezug werben, wenn auch die Rohware aus Österreich stammt.

 

 

 

 

Was tun?

Viele Hersteller haben die Verpackung/Zusammensetzung ihres Produktes aufgrund der Initiative Lebensmittel-Check umgestellt. Sind Änderungen in nennenswertem Umfang erfolgt, kommunizieren wir das auch auf der Website.

So und nun bist du gefragt. Hast du ein Produkt das dich ärgert? Dann melde es uns ganz einfach mit Hilfe unseres Meldeformulars, einer Email an lebensmittel-check@konsument.at oder poste ganz einfach unter den Beitrag!

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