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Verpackungsärger bei Amazon

Ohrstecker in gigantischem Karton

Ich habe ja schon viele Mogel(ver)packungen gesehen – berichten wir bei KONSUMENT ja auch häufig darüber – aber jene von meiner letzten Amazon-Bestellung toppt alles!

Ich muss mich outen: ohne Onlinebestellungen könnte ich mir meinen Alltag mittlerweile kaum vorstellen. Zwar versuche ich so oft wie möglich lokale Händler zu unterstützen, jedoch bekomme ich viele Dinge nur online, weil sie in österreichischen Geschäften nicht erhältlich sind. Und welche Plattform wäre dafür vom Angebot besser geeignet als Amazon? In unserem Onlineshopping-Test haben es zwar einige Anbieter vor Amazon geschafft. Doch auch wenn der Onlineriese immer wieder kritisch beleuchtet wird, bestelle ich gelegentlich dort. Ich bin jedoch nicht stolz darauf. frown

„I know I play like a girl, try to keep up“

Wie man aus meinem Blogger-Steckbrief herauslesen kann, zocke ich gerne. laugh Eine meiner absoluten Lieblingsspieleserien ist „The Legend of Zelda“. Da ich zu meinem Gamer-Hintergrund stehe, trage ich auch gerne Accessoires, die dies verraten: T-Shirts, Taschen, Schmuck, etc. Man findet alles in meinem Schrank. Jedoch nur in dezenter Ausführung – so dass nur wahre Fans es erkennen. wink

Triforce – Stärke, Weisheit, Mut

Da ich immer auf der Suche nach (Merch-)Produkten bin, entdecke ich gelegentlich auch online Dinge, die mein Sammlerherz begehrt. Bei meiner letzten Amazon-Bestellung orderte ich Triforce-Ohrstecker von „The Legend of Zelda“. Der Preis und die Lieferzeit waren in Ordnung, das Produkt konnte sogar mit Prime verschickt werden, das heißt, es fielen keine Versandkosten an. Ein paar Tage später hatte ich das Paket auch schon in meinen Händen.

Viel zu groß

Bestellt man Ohrringe, rechnet man mit einem kleinen Minipackerl, oder einem Kuvert. In meinem Fall war es ein viel zu groß dimensionierter Karton, der innen auch noch mit Knüllpapier gefüllt war. Als ich das Paket zuerst öffnete musste ich mal nach dem eigentlichen Inhalt suchen.

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Zu große Amazon-Verpackung von Ohrsteckern (Bild: Brindlmayer/VKI)

Da Fotos ja bekanntlich täuschen, habe ich mein Maßband gezückt und nachgemessen: Der Verpackungskarton hatte die Maße 23,5 x 16 x 11 cm und die Ohrringe, die in einem Samtsäckchen geliefert wurden, waren 9 x 7 x 0,2 cm groß. Hier frage ich mich schon: Ist das wirklich notwendig? Das Säckchen hätte locker in ein Kuvert gepasst. Da ich keine Verpackungs- und Versandkosten bezahlt habe, könnte mir das eigentlich egal sein. Allerdings bin ich doch auch ein umweltbewusster Mensch und habe wenig Verständnis dafür. Unnötiger Verpackungsmüll muss nicht sein! angry

Kundenservice, wo bist du?

Erwartungsvoll setze ich mich zum PC und will Amazon damit konfrontieren. Relativ schnell finde ich bei meiner Bestellübersicht die Möglichkeit Feedback zur Verpackung zu geben. Amazon verwendet das Feedback, um künftige Verpackungen besser gestalten zu können. Das ist ja eine nette Geste, würde nicht der letzte Satz unten lauten

„Bitte beachten Sie, dass wir individuelles Feedback leider nicht beantworten können.“

Na toll, Amazon führt also eine Statistik darüber wie gut Verpackungen bei den Kunden ankommen, gibt aber keine Info zu Verpackungs-Fails. Ich hätte aber gerne ein Statement zu dieser konkreten Verpackung. Also suche ich noch eine Weile auf der Website nach anderen Feedbackmöglichkeiten dazu. Leider vergeblich. Kein Wunder, dass Amazon bei unserem Test zur Erreichbarkeit von Unternehmen mit „weniger zufriedenstellend“ abgeschnitten hat.

 

Haben Sie ähnliche Erfahrungen mit Verpackungen von Amazon & Co.?

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4 Kommentare

Bild des Benutzers dbrindlmayer

Hallo muvimaker,

Ganz lieben Dank für Ihren Erfahrungsbericht.

Ich kann Ihren Ausführungen zur Verpackungsart (Plastik, Papier, ...) nur zustimmen. Dennoch bleibt es wohl ein ewiges Rätsel nach welchen Kriterien hier verpackt wird. Denn wie Sie, so erhalte auch ich manchmal der Größe entsprechende Verpackung und gelegentlich solche überdimensionierten Päckchen wie im Beitrag beschrieben. Aber solange es Papier ist, kann man noch drüber hinwegsehen. Allerdings ist die Papiertonne auch rascher voll! So viel bestelle ich aber zum Glück nicht, dass mir der Platz schon ausgegangen wäre. angel

mu

Vorerst eine Bemerkung zur Kommunikation zwischen Amazon und Kunden. Wer glaubt, dass er/sie auf seine/ihre Mails eine individuelle Antwort bekommt, wird nicht nur enttäuscht, sondern gibt sich einer Illusion hin. Das ist auch bei anderen Firmen mittlerweile Sitte und Gebrauch. Ich kann mir das nur so erklären, dass hier aus einer Art Textbausteinsammlung (vergleichbar mit den typischen FAQ auf einer Homepage) ausgewählt wird. Und das wars auch schon. Man darf einerseits die Masse der zu beantwortenden Mails nicht übersehen, andererseits geht es ja auch um den rechtlichen Aspekt. Wenn da jede/r Mitarbeiter/in schreiben könnte was er/sie für richtig hält, dann wären die (rechtlichen) Konsequenzen irgendwann nicht mehr überschaubar. So erstellt man eine Art Katalog, verpackt in viel Höflichkeit "danke, dass Sie bei Amazon eingekauft haben..." und noch viel Standard-Blabla, das wars dann schon.
Kleinere Firmen gehen genauso vor. Ich wollte einmal ein gebrauchtes (refurbished) Notebook erwerben und erkundigte mich per Mail über den Displayzustand (also ob Kratzer, Pixelfehler, etc vorhanden wären). Als Antwort erhielt ich lapidar: "Unsere Geräte sind gereinigt, geprüft und funktionieren, wir verkaufen keine defekten Geräte". Diese Antwort kann ich mir in die Haare schmieren, da bin ich genauso klug wie vorher. Erst ein Telefongespräch (mit der Frage, ob meine Gesprächspartnerin überhaupt meine Frage verstanden hätte), konnte die Angelegenheit klären. Doch auch mündliche Unterhaltungen arten mitunter in ähnliche Dialoge wie beim Mailverkehr aus.

Die Verpackungsfrage kann ich mir nur erklären, dass große Packungen eher seltener in Verlust geraten als ganz kleine Päckchen, oder es gibt nur eine Mindestgröße. Das würde auch die Frage nach der Schachtel für den Schmuck beantworten. Allerdings habe ich schon ganz kleine Zubehörteile wie Adapter, Kabel, Schrauben etc bestellt, und diese wurden in relativ kleinen Verpackungen geliefert.

Es ist mir grundsätzlich nicht egal, wenn der Unterschied zwischen Produkt und Verpackung unverhältnismäßig groß ist, viel wichtiger ist die Verpackung selbst. Manchen Druckerhersteller packen die Geräte immer noch in viel Styropor/Schaumstoff mit Kunststoffhüllen. Andere nehmen stattdessen Karton (zB HP) und verwenden praktisch nur mehr Papier/Karton und etwas Metall für Klammern.

Für mich ist wichtiger, dass die Verpackung sinnvoll wiederverwertet werden kann, wobei ich Papier/Karton als wesentlich sinnvoller als Styropor/Schaumstoff erachte. Letzteres kann zwar auch wieder irgendwie "verwertet" werden (und sei es nur thermisch), doch einen richtigen Kreislauf stelle ich mir anders vor. Außerdem ist Papier/Karton etwas natürliches (schlimmstenfalls verrottet es selbsttätig), während wir bei Styropor/Schaumstoff wieder beim Kunststoff mit all seinen Nachteilen sind...

   

KB

Habe auch schon öfter solche Verpackungsfails gehabt, aber fairerweise zu sagen nicht nur von Amazon. Leider kommt es immer wieder vor dass Produkte minimaler Größe in einem großen Karton verpackt werden. 

Hat es vielleicht mit einer automatischen Versicherung bzw. Nachverfolgungsmöglichkeit zu tun sobald es ein Paket gewisser Größe ist?

Jw

jajaja ich hatte es letzte woche mit einem verschluss für eine tasche (die irgendwann genäht werden will). Ein kleines sackerl verpackt in einer schachtel größe stiefelschachtel. Sensationell 

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