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Weltwassertag 2019

Keiner wird zurückgelassen

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Frisches Wasser (Bild: Moobin/Shutterstock.com)

Welcher Tag ist denn heute? Inzwischen ist ja fast jeder Tag im Jahr einem bestimmten Thema gewidmet. Nicht immer ist für mich so ganz nachvollziehbar, warum.

Frei nach dem Motto „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“, mach ich mir über den Tag der Avocado am 31. Juli ebenso wenig Gedanken wie über den Ehrentag der Luftpolsterfolie. Am 22. März allerdings ist das für mich anders. Denn seit 1993 wird an diesem Datum der Tag des Wassers zelebriert – ins Leben gerufen von der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Doch warum ist dieser Tag anders als andere?

2019 – Leaving no one behind

Der Tag des Wassers wird seit 2003 von der Organisation UN Water organisiert. Jedes Jahr steht er unter einem anderen Motto. 2019 ist das Motto „Leaving no one behind“  – keiner wird zurückgelassen. Was steckt hinter diesen Schlagwörtern? Nun, es geht um das Recht auf den Zugang zu sicherem Wasser für ALLE Menschen. Nicht nur für uns in einem der reichsten Länder Europas. Es geht um das höchste Gut – die Gesundheit! Wer kein sauberes Wasser zum Trinken, zum Händewaschen, zum Babys-Baden, zum Kochen, zum Wäschewaschen etc. hat, hat ein größeres Risiko zu erkranken. So simpel ist das. Stell dir vor, du musst täglich mehrere Stunden zu einer Wasserquelle gehen, um Trinkwasser für die Familie zu holen. Da bleibt keine Zeit, in die Schule zu gehen oder sich um die Verwandten zu kümmern (von Freizeit und Spaß rede ich da noch gar nicht!) Das Recht auf sauberes Wasser für ALLE sollte also etwas sein, wofür wir kämpfen!

Große Rede – was steckt dahinter?

Recht auf sicheres Wasser für alle klingt toll. Doch irgendwer sollte das umsetzen! Jemand sollte etwas machen! Nur – wer ist dieser jemand und wie bitteschön macht man das: sauberes Wasser für alle? Herzaubern? Schön wär‘s! Also was machen? Einfach ist es nicht, aber es gibt Vorschläge der Organisatoren des Weltwassertages

  1. Lernen: Wer sind die benachteiligten Personen, die keinen Zugang zu sicherem Wasser haben? Warum haben sie das nicht? Welche Strukturen fehlen? Wer behindert positive Entwicklungen, wer treibt sie voran? Die AGES zum Beispiel informiert aktuell über ihre Aktionen zu diesem Thema. Wie kann man das Ziel „Wasser für alle“ sinnvoll erreichen, ohne dabei jenen das Leben schwer zu machen, die eh schon gutes Wasser zur Verfügung stellen? Gerade der letzte Punkt ist ganz schön knifflig!
  2. Teilen: Punkt zwei ist einfach: Teile dein Wissen – informiere andere über das, was du gelernt hast!
  3. Handeln: Veranstaltungen zum Weltwassertag besuchen ist ein guter Anfang. Hier kannst du zeigen, dass dir dieses Thema wichtig ist! Aber jeder von uns kann noch so viel mehr. Man muss keine politische Bewegung ins Leben rufen, nicht jeder steht gerne selbst im Vordergrund und das ist O. K. Aber man kann sich zum Beispiel über die Ansichten unterschiedlicher Parteien zu dem Thema "Wasser für alle" informieren – mit deiner Stimme bei einer Wahl hast auch du Einfluss auf dieses Thema!

Oh wie schön ist Panama Österreich!

Wir in Österreich leben in der glücklichen Situation, dass wir einfach den Wasserhahn aufdrehen können und es kommt sauberes Wasser raus. Wenn man sich die globale Situation ansieht, betreiben wir hier echt „Jammern auf hohem Niveau“. Und dennoch bieten wir vom VKI einen Wassertest an – ein Widerspruch? Ich denke nicht – denn auch jeder Österreicher darf wissen, was in seinem Wasser drin ist. Öffentliche Wasserversorger unterliegen einer Informationspflicht, rund um unseren Test zum stillen Mineralwasser haben wir dazu auch informiert. Wenn nun die Wasserversorger eh selbst gemäß Gesetz testen und auch über ihre Ergebnisse informieren – warum sollte ich selbst dann einen Test machen?

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So wird die Wasserprobe gemacht: Einfach das von uns zugesandte Fläschchen mit Trinkwasser aus der Leitung füllen und an unseren Kooperationspartner - die AGES - schicken. (Bild: D. Seyser/VKI)

Kritische Konsumenten gefragt 

Wir beim VKI rufen regelmäßig zu kritischem Konsum auf. Das gilt auch für den „Konsum“ unseres Tests! Die genaue Auflistung der untersuchten Parameter findet ihr auf unserer Website . Ebenso wie jene Stoffe die wir nicht analysieren (die Anwesenheit von Bakterien zum Beispiel). Der Test, den wir anbieten, ist daher nicht für alle sinnvoll. Er ersetzt auch keine umfassende Trinkwasseranalyse! Sinn macht der Test aber zum Beispiel für Hausbrunnen-Besitzer, die in der Nähe von landwirtschaftlich bearbeiteten Flächen wohnen.

 

Mein Aufruf zum Abschluss lautet: Kritisch denken, kompetent entscheiden und im Zweifelsfall nachfragen! Und nun lasst uns zur Feier des Tages ein Glas kühles Trinkwasser gönnen! laugh

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2 Kommentare

Bild des Benutzers bschiller

Hallo Herr Otzmayer,

ja, auch der Wasserverbrauch ist ein Thema über das wir uns Gedanken machen sollten. Danke dass sie ihre Gedanken dazu mit uns teilen, aber bitte keine Werbung auf unserem Blog - das spießt sich mit unserer Netiquette.

Liebe Grüße, Birgit Schiller

 

 

PO

Ansich ein gutes Thema für einen Tag. Und es ist wichtig, dass man daran denkt, dass nicht jeder das Glück wie wir in Europa hat, dass er einfach Wasser aus der Leitung trinken kann. Oder allgemein Zugang zu Trinkwasser hat. Auf der anderen Seite gibt es denn wieder komplette Wasser verschwender in unseren Reihen. Ich will mich da garnicht ausnehmen. Gut so ein Verschwender war ich nicht, aber ich will allgemein bei mir in Wien weniger Wasser verbrauchen. Daher lasse ich gerade eine Badsanierung mit Hilfe einer lokalen Firma machen, um die Wassereffizienz zu stiegern. Das ist zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Außerdem gibt es noch Großkonzerne, die in Südamerika Wasservorkommen kaufen und diese dann überteuert an die Bevölkerung verkauft. Wo hat uns da der Kapitalismus nur hingeführt? Wasser ist ein Grundnahrungsmittel und jeder sollte Zugang dazu haben.

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