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"Wir verkaufen Ihre gebrauchten Pelze, Teppiche & Autos zu Höchstpreisen"

...aber stimmt das wirklich? Wir klären Sie auf, was hinter einem solchen Angebot stecken kann.

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 	'Lanpher Furs, North Star Brand. Lanpher, Skinner & Co., St. Paul, Minn. Season 1906-7. 72 pages, page 63

Sie kennen diese Inserate aus Zeitungen oder manchmal auch als Aushang auf einem schwarzen Brett, aber Vorsicht,es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Bevor wir uns auf die Tücken solcher Inserate stürzen, möchte ich Ihnen erklären, welche Art von Geschäft zwischen Ihnen und dem vermeintlichen VerkäuferIn zu Grunde liegt. In aller Regel wird es sich um ein Kommissionsgeschäft handeln.  Für alle jene, die es ganz genau wissen wollen, finden sich die diesbezüglichen gesetztlichen Bestimmungen in den §§ 383 bis 405 UGB (einfach in eine Suchmaschine oder in das Rechtsinformationssystem RIS eingeben).

Vereinfacht gesagt, geht es in einem solchen Rechtsgeschäft um Folgendes: Beim Kommissionsgeschäft verspricht Ihnen der Händler/die Händlerin (im Gesetz heißt dieser Komissionär), dass er/sie sich bemühen wird, die Ware zu einem besprochenen Preis zu verkaufen. In aller Regel macht man sich vorab einen Höchst- und Mindestpreis für die Ware aus und natürlich auch die Provision, die der Händler/die Händlerin erhält, wenn er/sie die Ware erfolgreich verkauft. Er/Sie schuldet Ihnen also keinen Erfolg, sprich den besprochenen Kaufpreis minus der Provision, sondern lediglich ein Bemühen. So weit, so gut.

Kommen wir nun zu den Tücken des Kommissionsgeschäfts, dass sich am besten anhand eines Beispiels erklären lässt:

Herr A möchte seinen alten Pelzmantel verkaufen und meldet sich auf ein Inserat, welches er in einer Zeitung gesehen hatte. Da steht der uns schon bekannte Text:  "Wir verkaufen Ihre gebrauchten Pelze, Teppiche & Autos zu Höchstpreisen."

Nach einem kurzen Telefonat vereinbart Herr A mit Händlerin C ein Treffen. Die Dame nimmt den leider doch recht mitgenommen Pelzmantel unter die Lupe. Sie lobt den Mantel in den höchsten Tönen und verspricht, dass so ein tolles Stück wie dieses hier, sicher ein paar tausend Euro einbringt. Natürlich müsste der Mantel aber, bevor sie diesen zum Verkauf anbieten kann, gereinigt werden. Das würde sie gegen eine kleine Gebühr, von nehmen wir an, EUR 180,-- erledigen. Anschließend  würde sie den Mantel in ihrem Geschäft für den Verkauf ausstellen. Doch genau hier liegt das Problem: Unseriöse HändlerInnen loben wertlose Ware über den Klee, um die EigentümerInnen dazu zu bringen Geld in eine Sache zu investieren, welche in keiner Weise dem geschätzen Wert der Händerlin/des Händlers einbringen wird, ja vielleicht nicht einmal die investierte Summe für die Reinigung.

 

Wir empfehlen daher, dass Sie sich, bevor Sie sich auf so ein Kommissionsgeschäft einlassen und Geld für eine Reinigung oder eine andere Leistung ausgeben, bei verschiedenen HändlerInnen und Unternehmen ein unverbindliches Angebot einholen. Weiters empfiehlt es sich, sich zu erkundigen, zu welchen Preisen die gebrauchten Waren aktuell gehandelt werden.

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