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Wo die Vorsicht endet

Mit dem richtigen Köder lassen sich auch kritische Menschen fangen

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Ein Mann deutet auf ein Schild mit der Aufschrift "Gratis" (Bild: wsf-s / Shutterstock.com)

Menschliches Verhalten zu beobachten, ist eine unterhaltsame Beschäftigung, egal ob es sich um das echte Leben oder die sogenannte virtuelle Welt handelt. Manche machen sich die Erkenntnisse daraus sehr einseitig zunutze.

Das Problembewusstsein ist gestiegen ...

Im Zusammenhang mit der oben erwähnten virtuellen Welt bemerke ich anhand einer gestiegenen Zahl von Leseranfragen, dass sich die Menschen vermehrt Gedanken über die Sicherheit ihrer persönlichen Daten machen. Dazu haben nicht nur die diversen Enthüllungen über Facebook beigetragen, die so zahlreich sind, dass ich mit ihrer Auflistung gar nicht erst beginne; auch wir von KONSUMENT haben in der Vergangenheit zigmal zu diesem Thema berichtet und sogar ein ganzes "Handbuch Datenschutz" herausgebracht. Steter Tropfen höhlt den Stein, wie es so schön heißt; und tatsächlich ist das Problembewusstsein allgemein gestiegen, was hoffentlich auch auf unsere Bemühungen zurückzuführen ist.

... es kann aber rasch wieder enden

Gut so, sage ich mir, um dann allerdings erstaunt festzustellen, wo dieses erhöhte Sicherheitsdenken oft auch gleich wieder endet. Dort nämlich, wo andere Interessen den kritischen Blick verstellen. Beispielsweise wurde ich vor Kurzem gefragt, auf welchen Internetseiten man kostenlos aktuelle Filme und Serien streamen könne. Ich konnte nur antworten: auf gar keinen. Tatsache ist nämlich: Kostenlos möglich ist das Streamen lediglich auf Seiten, die nur so tun, als wären sie seriös (ein rechtlicher Graubereich ist deren Verwendung ja sowieso bzw. in anderen Ländern sogar dezidiert illegal). Ich werde daher sowohl aus rechtlichen Gründen als auch aufgrund von Sicherheitsbedenken unter keinen Umständen dazu raten, diese Dienste zu verwenden! Ein anderes Besipiel ist die ach so selbstverständliche Nutzung der praktischerweise vorinstallierten Google-Dienste wie Gmail, Google Maps oder Chrome, obwohl Google als Datenkrake verschrien ist und – dank Google-Konto – speziell auf dem Smartphone über die unterschiedlichsten Apps hinweg problemlos eine lückenlose Aktivitäten-Nachverfolgung durchführen kann.

Menschliche Berechenbarkeit

„Kostenlos“ und „praktisch“ sind jedenfalls zwei Stichwörter, die auch dafür stehen, wie berechenbar unser menschliches Verhalten in Wahrheit ist. Auch wenn ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit mittlerweile manches besser weiß, schließe ich mich gar nicht aus. So lange wir uns nämlich davon verleiten lassen, mögliche Folgen unserer Handlungen nicht zu Ende zu denken, helfen uns auch unser Wissen und die guten Vorsätze nichts. Datensammler und Internetbetrüger, die gezielt ihre verlockenden Köder auslegen, wird’s freuen.

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1 Kommentare

mu

"Kostenlos" und "gratis" gibt es im Internet nicht, denn beides kostet etwas - unsere Daten. Dass diese einen beträchtlichen Wert haben, beweisen nicht nur Facebook & Co, man braucht nur einen Blick auf unser Land werfen, oder wie es unser leider viel zu früh verstorbener Georg D. ausdrückte: "Jö schau".

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