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5 Tipps, um Elektroschrott zu reduzieren

Die Mauer muss weg

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Elektroschrott (Fotocredit Shutterstock morten_b)

Öko.Logisch

Elektroschrott, so schwer wie die Chinesische Mauer? Ein Müllberg dieser Dimension hat sich allein 2021 angesammelt. Was können wir tun, damit er nicht weiter so rasant anwächst? Ich habe die 5 wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Was haben Smartphones, Saugroboter und Elektrorasierer gemeinsam? Am Ende ihrer Lebenszeit werden sie zu Elektroschrott. Und davon gibt es leider viel zu viel. Rund um den Internationalen Tag des Elektroschrotts wurden schwindelerregende Zahlen und Vergleiche präsentiert: Heuer wird mit weltweit rund 57 Millionen Tonnen anfallendem Elektroschrott ein neuer Rekord erzielt. Zum x-ten Mal. Dieser Müllberg wiegt mehr als das schwerste Bauwerk der Welt, die Chinesische Mauer. Wird die Entwicklung fortgeschrieben, sind am Ende des Jahrzehnts gar 74 Millionen Tonnen zu erwarten.

Die Augen vor dieser unangenehmen Realität zu verschließen, ist für uns Österreicherinnen und Österreicher nicht argumentierbar. Pro Kopf gehören wir zu den größten Elektroschrott-Verursachern der Welt, die Auswirkungen unseres Lebensstils sind ökologisch wie ökonomisch nicht zukunftsfähig.

Aber was können wir konkret tun...

... damit der Elektroschrottberg nicht weiter so rasant anwächst? Ich habe die aus meiner Sicht wichtigsten 5 Punkte zusammengefasst.

  1.  Hinterfragen. Brauche ich tatsächlich alle zwei, drei Jahre ein neues Handy? Tut es der alte Staubsauger nicht doch noch? Kurzum: Hinterfragen Sie Ihre Bedürfnisse. Und wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass es tatsächlich etwas Neues sein muss, dann nutzen Sie die Ergebnisse unserer unabhängigen Tests. Wir thematisieren bei Elektrogeräten in der Regel Haltbarkeits- bzw. Langlebigkeitsaspekte.
     
  2. Achtsam sein. Wenn Sie ein neues Produkt kaufen, dann gehen Sie achtsam und pfleglich damit um. Warten Sie es regelmäßig, den Herstellervorgaben entsprechend. Dann halten die Dinger in der Regel auch länger.
     
  3. Verkaufen. Nicht mehr benötigte, aber funktionstüchtige Geräte können auf Flohmärkten oder auf Verkaufs-Plattformen wie Willhaben oder Shpock im Internet verkauft werden. So verlängert sich die Nutzungsdauer der Geräte. Das ist in der gesamtheitlichen Betrachtung ganz zentral. Der größte ökologische Schaden ist bei vielen Produkten bereits damit angerichtet, dass sie überhaupt produziert wurden.
     
  4. Reparieren. Wenn dann tatsächlich mal etwas kaputt wird: Versuchen Sie, es zu reparieren oder reparieren zu lassen. Es ist ratsam, sich bereits vor dem Kauf beim Händler zu erkundigen, wie es z.B. um die Ersatzteilverfügbarkeit bestellt ist. Fix verbaute Akkus sind ein Hinweis, dass das Produkt wohl prinzipiell so designt wurde, dass es dem Kunden nicht einfachgemacht wird, es zu reparieren. Seit März 2021 werden den Herstellern von z.B. Fernsehgeräten, Geschirrspülern, Waschmaschinen und Kühlschränken (Handys und Computer leider noch nicht) erstmals gewisse Anforderungen an die Reparierbarkeit ihrer Produkte abverlangt. Im Wesentlichen geht es um das Vorrätighalten von Ersatzteilen und Reparaturanleitungen – immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung (Stichwort Kreislaufwirtschaft bzw. Recht auf Reparatur). Im 1. Quartal 2022 wird laut Informationen aus dem Klimaschutzministerium ein bundesweiter Reparaturbonus aufgelegt. Reparaturen sollen mit bis zu 50 Prozent der Kosten gefördert werden (maximal 200 Euro). Auf Landesebene gibt es solche Boni bereits – erkundigen Sie sich.
     
  5. Recyceln. Global betrachtet gelangt weniger als ein Fünftel der nicht mehr benötigten Elektroaltgeräte in den Recyclingkreislauf. In Österreich liegt die Sammelquote bei 62 Prozent. Rund 136.000 Tonnen Elektrosschott wurden 2021 gesammelt. Warum geht da nicht mehr? Illegale Müllexporte (Größenordnung: 15.000 bis 20.000 Tonnen pro Jahr) sind ein veritables Problem. Oftmals hapert es aber schlichtweg bei der korrekten Entsorgung: Alte Geräte landen im Restmüll und werden somit höchstwahrscheinlich verbrannt. Oder, noch schlimmer, sie werden im Wald deponiert. Oder sie fristen ihr Dasein in den hintersten Winkeln von Schubladen, Schränken, Kellern. So oder so: Ein riesiges Recycling-Potenzial geht verloren. Aus Altgeräten lassen sich immense Rohstoff-Schätze heben. Rohstoffe, die nicht neu geschürft werden müssen – unter zum Teil widrigsten Bedingungen für Mensch und Natur. In einer Tonne ausrangierter Smartphones findet man mehr Gold als in einer Tonne an geschürftem Golderz. In einer Million Handys stecken 24 kg Gold, 16.000 kg Kupfer, 350 kg Silber und 14 kg Palladium. Geben Sie deshalb Ihre Elektroaltgeräte bei offiziellen Sammelstellen ab. Auch Händler müssen, wenn Sie ein vergleichbares Neugerät kaufen, das Altgerät unentgeltlich zurücknehmen.

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