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Black Friday & Cyber Monday

6 Fragen und 6 Antworten zur Konsumwahn-Woche

Kaspars Grinvalds/Shutterstock

Tablet mit Cyber-Monday-Schriftzug

Einer meiner Lieblingssprüche von Wiens Bürgermeister Michael Häupl, etwas umgewandelt: Der Advent ist die Zeit fokussierter Unintelligenz. Eingeleitet wird der weihnachtliche Konsumwahn ganz aktuell durch Lockangebote zum Black Friday und Cyber Monday. Eine Navigationshilfe.

Wie ich in einem früheren Blogbeitrag (Support your local Dealer) schon mal kundgetan habe, halte ich nicht allzu viel vom Onlineshopping. Gut, hin und wieder komme auch ich nicht drum herum. Ist ja durchaus praktisch. Aber was dieser Tage auf den einschlägigen Websites los ist, entzieht sich wirklich jedweden Verständnisses meinerseits.

Die Stichwörter der Stunde sind Cyber Monday und Black Friday. Mir war ja bisher eigentlich nur der Black Thursday ein Begriff. Allenfalls der Black Monday. Beides Bezeichnungen für veritable Börsencrashs. Inzwischen weiß ich, dass etwas „Schwarzes“ in Kombination mit einem „Wochentag“ auch positiv konnotiert werden kann. Skurril genug.

 

Jedenfalls habe ich zu Cyber Monday und Black Friday ein wenig recherchiert. Und 6 mir wichtig erscheinende Infos zusammengeschrieben.

 

 

1. Was ist das eigentlich, der Black Friday?

 

Der Begriff Black Friday tauchte in den USA in den frühen 1950er erstmals auf. Und zwar im Zusammenhang mit der Praxis von Arbeitern, sich am Tag nach Thanksgiving krank zu melden um ein viertägiges Wochenende zu haben. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Begriff Black Friday von der US-Polizei verwendet, um die Menschenmengen und Verkehrsstaus zu beschreiben, die den Beginn der Weihnachtseinkäufe begleiteten.

Mittlerweile ist der Black Friday in den USA für den Handel einer der umsatzstärksten Tage des Jahres. Konsumenten werden mit Lockangeboten in die Geschäfte gelotst. Der Black Friday findet immer am Freitag nach Thanksgiving statt, dem amerikanischen Erntedankfest. Heuer fällt er auf den 24.11.

 

 

2. Und was hat es mit dem Cyber Monday auf sich?

 

Um den stationären Händlern Geschäft abspenstig zu machen, riefen Onlinehändler Mitte der 2000er-Jahre den Cyber Monday ins Leben. Dieser findet immer am Montag nach Thanksgiving statt, heuer ist es der 27.11. Damit aber nicht genug. Onlinehändler wie Amazon starten die „Schnäppchenjadt“ schon eine Woche vorher. Das ganze heißt dann Cyber-Monday-Week. Umsatz, Umsatz, Umsatz!

 

 

3. Warum gibt’s diese „US-Tradition“ auch in Österreich?

 

Wie so viele, schwappte auch diese „US-Tradition“ über den großen Teich. Amazon brachte den Cyber Monday erstmals 2010 in deutschsprachige Länder. Seit zwei, drei Jahren versucht auch der stationäre Handel in Österreich mit Black-Friday-Angeboten sein Glück. Insgesamt wird laut Markterhebungen allein in Deutschland rund um das Black-Friday-Wochenende eine Milliarde Euro umgesetzt. Beliebt ist der Cyber Monday v.a. bei der jüngeren Klientel (14- bis 29-Jähirge), das Smartphone wird dabei immer wichtiger. Laut Österreichischem Handelsverband geht jeder vierte Österreicher an diesen beiden Tagen (Black Friday und Cyber Monday) auf Shoppingtour. Im Durchschnitt werden 150 Euro p.P. ausgegeben.

 

 

4. Sind die Schnäppchen wirklich Schnäppchen?

 

Wenn man den Superlativen, in denen sich der Handel verliert, Glauben schenken mag, dann ja. Beim Elektro-Händler Saturn winken beispielsweise „Die besten Angebote des Jahres!“. Bei Amazon gibt’s „Täglich ab 6 Uhr neue Angebote im 5-Minuten-Takt“. Aber Vorsicht: Die rund um das erste Adventwochenende auf den einschlägigen Onlineportalen im Minutentakt skandierten Rabatte können sich bei genauerer Betrachtung als Fallen herausstellen. Viele Rabatte basieren auf den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Doch schon die „normalen“ Verkaufspreise im Handel liegen in der Regel unter diesen Herstellerempfehlungen.

Deshalb sollte bei der Schnäppchenjadt ein kühler Kopf bewahrt werden. Denn hinter diesen Blitzangeboten steckt das Kalkül, den Druck auf den Kunden zu erhöhen, sodass dieser schnell und unreflektiert zuschlägt.

Trotz stressigen Lockangeboten („Achtung!! Achtung!! Das Angebot gilt nur für 10 Minuten und ist auf 10 Stück begrenzt!!“) ist es ratsam, Preise zu vergleichen. Etwa auf Portalen wie Geizhals.at. Denn nur wer den marktüblichen Produktpreis kennt, kann die (vermeintliche) Ersparnis konkret beurteilen.

 

 

5. Ist der Online-Kauf oder jener im stationären Geschäft zu präferieren?

 

Das ist natürlich Geschmackssache. Menschenmassen in Einkaufsstraßen oder in Shoppingcentern sind nicht jedermanns Sache. Im Vergleich entspannter (wenn man die Ratschläge von Punkt 4. beherzigt) ist wohl das Einkaufen von daheim aus. Aber Vorsicht: Bisweilen versuchen unseriöse Onlinehändler den Cyber Monday dafür zu missbrauchen, Ladenhüter und Produkte mit Designfehlern loszuwerden.

Zudem droht von einer anderen Front her Ungemach: Cyberkriminelle sind rund um den Cyber Monday äußerst aktiv. Sie versuchen an (Zahlungs-)Daten von arglosen Konsumenten zu gelangen. Deshalb sollte bei unbekannten Online-Shops auf Prüfsiegel (z.B. Trusted Shops) und generell auf eine verschlüsselte Datenübertragung geachtet werden. Letzteres ist in vielen Browsern am geschlossenen Bügelschloss in der Adresszeile zu erkennen, sowie am „https://“ in der Internetadresse. Und natürlich: Keine Anhänge und Links von verdächtigen E-Mails öffnen.

 

 

6. Kann ich die Ware zurückgeben?

 

Viele Geschäfte, insbesondere im Textilhandel, sind bereit Waren umzutauschen – doch das ist eine freiwillige Serviceleistung der Firmen. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch für einen Umtausch. Online gekaufte Produkte können bis 14 Tage nach Erhalt der Ware zurückgesandt werden. Anders verhält es sich, wenn ein Produkt mangelhaft ist. Über Garantie und Gewährleistung kannst du dich hier im Detail informieren.

 

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