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Flygskam

Jetzt hat´s mich auch erwischt

Flugzeug mit CO2-Kondensstreifen (Bild: Shutterstock/Ivan Marc)

Flugzeug mit CO2-Kondensstreifen (Bild: Shutterstock/Ivan Marc)

Öko.Logisch

Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Ich werde ein Jahr lang nicht fliegen. Was tun Sie, um den Klimawandel einzubremsen? Schreiben Sie mir!

Ich bin Fußgänger, Radfahrer, U-Bahn- und Zugfahrer, Carsharing- und Mietwagennutzer. In dieser Reihenfolge der Nutzung(sintensität). Ziemlich „öko“ eigentlich, oder? Dennoch plagt mich mein schlechtes Gewissen – Flygskam, wie die Schweden sagen. Flugscham. Ich bin nämlich auch Flugreisender. Zumindest war ich es. Vor nicht allzu langer Zeit noch ziemlich intensiv. Beruflich und privat. Jetzt will ich es auf ein Minimum reduzieren, das böse Fliegen. Aber es schmerzt. Denn diese Reisen in zum Teil ferne Länder, zu fernen Kulturen, die Menschen, denen ich begegnet bin – all das hat meinen Horizont erweitert, hat mich geformt.

Lösungsansätze 

In den Debatten rund um den Klimawandel muss es um Verzicht gehen. Aber nicht nur. Die Welt ist zusammengewachsen. Auch durchs Fliegen. Und das ist gut so. Derzeit sind Flug-Boykotte en vogue. Mittelfristig müssen aber andere Lösungen gefunden werden. Zum Beispiel über etwas, das uns Menschen auszeichnet: der Drang, zu lernen. Uns zu verbessern. Neue Wege zu gehen – in Forschung und Entwicklung! In den Schubladen der Flugzeugbauer schlummern schon sehr weit gediehene Konzepte und Ideen. Synthetische Kraftstoffe (Power to Liquid) oder E-Antriebe sind nur zwei Schlagworte. Das muss forciert werden. Aus dem altruistischen Bestreben heraus, die Welt zu retten, wird die Luftfahrtbranche aber wohl kaum tätig werden. Deshalb muss Druck aufgebaut werden. Mit dem Ziel: (möglichst) sauberes Fliegen – nur das kann die Zukunft der interkontinentalen Mobilität sein.

Auf ein Technikwunder zu vertrauen, ist womöglich naiv. Bis es geschieht, geht es jedenfalls um Mäßigung. Denn Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Und das steuerbegünstigt. Deshalb noch so ein schwedisches Wort: Flygfritt (flugfrei). Diese Initiative möchte 100.000 Schweden überzeugen, nicht mehr zu fliegen, zumindest für ein Jahr. Ich bin zwar kein Schwede, aber ich werde das jetzt mal versuchen.


Was tun Sie, um den Klimawandel einzubremsen? Schreiben Sie mir! Gleich hier unten bei den Kommentaren oder per Mail an mstingl@konsument.at 

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2 Kommentare

MS

Hallo Herr Stingl!
Die Reise mit dem Flugzeug ist und bleibt wohl vorerst die umweltschädlichste Fortbewegungsmöglichkeit. Ich denke, dass die Problematik mittlerweile bei allen Menschen präsent ist, doch trotzdem haben sich 2019 mehr Urlauber denn je für die "schmutzige" Reiseart entschieden. Ist diese Beobachtung reiner Zufall? Hoffentlich lässt es sich darauf zurückführen, dass lediglich mehr Menschen einen Auslandsurlaub im Jahr als ihre persönliche Priorität gesetzt haben. Eine Trotzreaktion auf die aktuelle Klimadebatte wäre meine schlimmste Befürchtung. Ich kann verstehen, dass man bei den Kollegengesprächen auf Arbeit oder in der Freundesrunde auch einmal mit spannenden Erzählungen über die Reise in ein unbekanntes Land glänzen möchte. Mein Herz blutet bei dem Gedanken, mich nie wieder in ein weitentferntes Reiseziel zu stürzen. Die Vorfreude auf mein jährliches Abenteuer ist jedes Mal riesig. Doch die Suche nach Abwechslung, Entspannung und Kultur muss nicht unbedingt ewig viele Flugstunden entfernt liegen. Gleichzeitig steigen viele Menschen in meinem Umfeld auf Auto oder Zug um, genau so wie sich Urlaub innerhalb des eigenen Landes mehr Beliebtheit erfreut. Deine Entscheidung ist wirklich lobenswert, weshalb mein nächster Kurztrip nicht Budapest oder Prag ansteuern wird, sondern die Region um Schwangau. Mich hat vor allem dieser Artikel eines Reisemagazins rund um die Gemeinde im schwäbischen Ostallgäu neugierig gemacht: http://kurzreise.org/kurzreise-schwangau Überregional dürfte vielen Menschen besonders das Schloss Neuschwanstein bekannt sein.

Danke für Ihren Gedankenanstoß und beste Grüße. smiley

CM

Ich versuche auf vielen Wegen meine CO2-Ausstoß zu reduzieren. Durch Kauf von bereits gebrauchten Artikeln, Spirtschonend zu fahren, mehr zu Fuß zu gehen, sich mehr mit öffentlichlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen, weniger unnütze Dinge zu kaufen, ... . 

Sicherlich reduziere ich damit meinen CO2-Ausstoß zumindest ein wenig, aber wahrscheinlich ist dieser durch meinen Lebensstandard  immer noch zu hoch.

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