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Lebensmittel - Schmähs im Supermarkt erkennen

10 Tipps wie’s geht

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Best of Lebensmittel-Check 2018 (Bild: VKI)

Mogelpackungen entlarven, Zutaten erkennen und versteckte Preiserhöhungen durchschauen.10 hilfreiche Tipps für euch, damit der Einkauf nicht zur Enttäuschung wird!

Der Lebensmittel-Check ist eine Initiative von uns, dem Verein für Konsumenteninformation (VKI), unterstützt durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK). Zielsetzung ist es, Lebensmittel, die aus verschiedensten Gründen dazu geeignet sind, VerbraucherInnen in die Irre zu führen – unabhängig davon, ob sie im rechtlichen Sinne zu beanstanden sind oder nicht – auf der Website www.lebensmittel-check.at vorzustellen. Der Lebensmittel-Check soll damit nicht nur einen Beitrag zu Verbraucherbildung darstellen, sondern darüber hinaus dazu beitragen, dass Hersteller ihre Produkte bzw. Verpackungen konsumentenfreundlicher gestalten.

In unserem Best of Lebensmittelcheck-Reports lassen wir auch in regelmäßigen Abständen die Konsumenten abstimmen, welches Produkt aus dem vergangenen Jahr am meisten ärgert! Die diesjährigen „Gewinner“ gibt’s in der Ausgabe KONSUMENT 02/2019 nachzulesen!

Viele Hersteller haben die Verpackung/Zusammensetzung ihres Produktes aufgrund der Initiative Lebensmittel-Check umgestellt. Sind Änderungen in nennenswertem Umfang erfolgt, kommunizieren wir das auch auf der Website.

Doch was tun? Nachfolgend habe ich 10 Tipps aufgelistet, wie du Ärger mit Produkt und Verpackung vermeidest:

 

Mogelpackungen auf die Schliche kommen

1. Auf Gewicht und Nettofüllmenge achten – ist eine Packung federleicht, kann nicht viel drinnen sein!

2. Packung schütteln oder abtasten, um abzuschätzen, wie viel Produkt sie enthält. Falls ein Sackerl nicht gerade mit Luft aufgepumpt ist, lässt sich ertasten, ob du viel oder wenig für dein Geld bekommst!

3. Grundpreise vergleichen - damit sind die Preise pro Liter oder Kilogramm gemeint, die am Regal angegeben sind!

4. Gegenlicht-Test: Produkt gegen das Licht halten - manchmal scheint durch, wie viel tatsächlich drin ist.

 

Produktzusammensetzung erkennen

5. Zutatenliste genau lesen -  Dort sind alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet. Das heißt, je weiter vorne eine Zutat steht, umso mehr ist davon enthalten, je weiter hinten gereiht sie ist, umso weniger. 

Diverse Abbildungen oder Auslobungen sagen nichts über die Zusammensetzung eines Produktes aus! Auch wenn auf Lebensmittelverpackungen Früchte abgebildet sind, können künstliche Aromen im Produkt enthalten sein. Ob das verwendete Aroma aus der abgebildeten Frucht stammt, erfährst du in der Zutatenliste. Hier wird das Aroma dann als natürlich und mit dem Namen der Frucht bezeichnet, zum Beispiel „natürliches Apfelaroma“. Heißt es dort „natürliches Aroma“, so stammt dieses zwar aus natürlichen Quellen, aber nicht zwangsläufig aus dem Apfel.

6. QUID-Regelung beachten - Nach der sogenannten QUID-Regelung (QUID = quantitative ingredients declaration) müssen extra ausgelobte Zutaten bzw. Zutaten, nach denen das Produkt benannt ist, zusätzlich in Prozent ausgewiesen sein. Allerdings gibt es Ausnahmen. Wird ein Abtropfgewicht angegeben, wie zum Beispiel bei Obstkonserven, ist keine Prozentangabe erforderlich. Auch wenn nur kleine Mengen an Zutaten zur Geschmacksverbesserung eingesetzt werden oder wenn die Menge der hervorgehobenen Zutat für den Verbraucher nicht kaufentscheidend ist, kann die Prozentangabe entfallen.

 

Nährwertangaben lesen

7. Orientiere dich an den Nährwertangaben pro 100 g bzw. pro 100 ml. Denn die Portionsgrößen der Hersteller sind meist völlig unrealistisch. Dadurch erscheinen Fett- und Zuckermengen auf den ersten Blick gering. In der Nährwerttabelle wird für jeweils 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels aufgelistet, wieviel Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz das Lebensmittel enthält. Viele Hersteller drucken häufig noch eine zweite Tabelle auf ihre Verpackungen (z.B. GDAs). Auf der lässt sich ablesen, welche Mengen dieser Nährstoffe in "einer Portion" zu finden sind und mit wieviel Prozent diese Portion zur empfohlenen Tageszufuhr beiträgt. Und hier gibt es gleich zwei Probleme: Die empfohlene Tageszufuhr bezieht sich auf eine erwachsene Frau, das bedeutet, für Kinder, Männer oder alte Menschen stimmen diese Angaben schon nicht mehr. Und der zweite Haken sind die von den Herstellern definierten Portionsgrößen. Je kleiner sie sind, desto geringer sind eben auch die Mengen zum Beispiel an Zucker oder Fett.

 

Herkunftsland nicht immer deklariert

8. „Hergestellt in Österreich“ oder die Abbildung einer rot-weiß-roten Fahne auf der Packung sagen nichts über die tatsächliche Herkunft eines Produktes oder seiner Rohstoffe aus.

9. Identitätszeichen – keine Aussage über Herkunft. Mit dem ovalen Genusstauglichkeits- oder Identitätskennzeichen wird nur die Einhaltung der Hygienevorschriften bestätigt. Das Zeichen besteht aus einem Länderkürzel (z.B. "AT" für Österreich, "DE" für Deutschland) und einer Betriebsnummer, die jenes Unternehmen identifiziert, in dem die Ware zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde. Die Angabe "EG" bedeutet, dass es sich um einen Betrieb in der Europäischen Gemeinschaft handelt. Dieses Zeichen gibt aber keinen Hinweis auf die Herkunft eines Produktes oder dessen Zutaten.

Bei Produkten mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel stammen die wertbestimmenden Rohstoffe aus Österreich.

Die Angabe des Ursprungslands ist derzeit nur bei bestimmten Lebensmittelgruppen Pflicht, z.B. bei frischem, unverarbeitetem Rindfleisch, bei den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten, bei frischen Eiern. Bei verpacktem, unver­arbeitetem, frischem, gekühltem oder gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügel­fleisch sind die Angaben „Aufgezogen in ...“ und „Geschlachtet in ...“ verpflichtend. Ausgenommen von dieser Kennzeichnungspflicht sind beispielsweise Früh- und Speisekartoffel, frische Bananen, Oliven, Zuckermais, Kokosnüsse, Paranüsse oder Datteln. Diese Kennzeichnungspflicht gilt jedoch nur für frisches Obst und Gemüse, nicht für verarbeitete Erzeugnisse wie zum Beispiel Konserven und Tiefkühlprodukte.

In Hinkunft – genauer: ab 1. April 2020 – muss über die Herkunft der primären Zutat(en) informiert werden, wenn diese sich von der ausgelobten Herkunft des Lebensmittels selbst unterscheidet/unterscheiden.

 

Versteckte Preiserhöhungen erkennen

10. Produktpreise stets anhand der Grundpreise ver­gleichen. Die Angabe des Grundpreises ist gesetzlich vorgeschrieben (es gibt aber auch Ausnahmen). Er ist auf den Regalschildern der Geschäfte zu finden. Vor allem bei Produkten, die du öfter kaufst, auf die Nettofüllmenge achten – so erkennst du eher, ob diese plötz­lich geringer ist. Auch wenn es von dieser Auszeichnung nach Kilogramm bzw. ­Litern, um nur die wichtigsten Einheiten zu nennen, viele Ausnahmen gibt und die Lesbarkeit auf den Regalschildern der Supermärkte oft zu wünschen übrig lässt: Die Grundpreisauszeichnung ist für Kunden die einzige Möglichkeit, zu vergleichen. Die Grundpreisauszeichnung findet man leider meist in sehr kleiner Schrift am Regalschild in der unteren Ecke stehend. Da ist die Umsetzung noch problematisch bei manchen Produkten, aber ich empfehle Verbrauchern trotzdem, sie einzufordern und sich auch daran zu halten, weil es da oft wirkliche Aha-Erlebnisse gibt. Z.B. ist die Großpackung nicht immer günstiger als die Kleinpackung.


Hast du ein Produkt das dich ärgert? Dann melde es uns ganz einfach mit Hilfe unseres Meldeformulars, einer Email an lebensmittel-check@konsument.at oder poste ganz einfach unter den Beitrag!

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2 Kommentare

MA

Kägi Fretti, neue Verpackung, gleicher Preis.

Inhalt neu: 20 Stück/128g statt 26 Stück/165g

In der alten Berpackung waren also 30% mehr drin.

AC

Für die beliebtesten Sorten der Grossen Milka Schokolade wurden die Packungen von 300g auf 270g reduziert, bei gleichem Preis. Bizarre Kreationen haben weiterhin 300g ! Da hilft nur genereller Boykott (Die Zähne und die Waage danken es)

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