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Park&Ride St. Pölten

Zu viel bezahlt

Nicht böse sein St. Pölten… aber das Park&Ride beim Hauptbahnhof hätte man besser beschildern können.

Eigentlich mag ich St. Pölten. Ich bin auch regelmäßig dort, da ich in der Nähe aufgewachsen bin. So fuhr ich auch letztens in die Innenstadt, etwas bummeln. Zur Info: Bummeln ist mein offizielles Codewort für Shoppen, klingt aber freundlicher für’s Börserl. wink

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Das Park&Ride in St. Pölten. Situiert zwischen dem Hauptbahnhof und dem Beginn der Fußgängerzone der St. Pöltner Innenstadt. (Bild: Brindlmayer)

Jedenfalls hatte ich es bislang vermieden, das vor etwa einem Jahr neu gebaute „Park&Ride und Cityparken“ am Hauptbahnhof zu benutzen. Diesmal wollte ich das Parkhaus ausprobieren und bin voll eingefahren…

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Park&Ride St. Pölten. Schild außerhalb des Parkhauses. Nur für Fußgänger lesbar, die unmittelbar davor stehen. (Bild: Brindlmayer)

Ein Parkhaus – zwei Parkbereiche

Der Preis für’s Cityparken ist ok. Um 1,30 Euro in der Stunde bietet sich das Parkhaus für Stadtbesorgungen super an. Jede weitere Stunde kostet das gleiche nochmal drauf bis zum Tagesmaximaltarif von 7,80 Euro ab der 7. Stunde. Hat man einen Parkplatz gefunden, geht man nur über die Straße und ist direkt in der Innenstadt.

Ich wollte ohnehin nur in 2-3 Geschäfte, das geht sich locker in 1-2 Stunden aus. Ist es auch. Nur hat sich danach herausgestellt, dass ich im falschen Bereich geparkt habe – nämlich im Park&Ride-Bereich.

Es war unmöglich den Kassenautomaten auszutricksen und ihm zu sagen, dass ich Cityparken war. Und man glaube es kaum, aber für 1 Tag im Bereich Park&Ride zahlt man ganze 15 Euro. Pendler die im Park&Ride stehen parken hingegen kostenlos, wenn sie am Schalter die Zug-Karte vorlegen. Die hatte ich nicht und somit war ich als „Fremdnutzer“ im Parkbereich des Park&Ride und blechte den entsprechenden Betrag dafür.

Verärgert über meine Unwissenheit sah ich neben dem Kassenautomaten auch schon die Beschreibung und den Aufbau dieses Parkhauses. Das Erdgeschoss (gelb) ist die Cityparken-Zone – also für all jene Nutzer, die in die Innenstadt „bummeln“ gehen. Die darüber liegenden Stockwerke (rot, orange, grün, lila, türkis) obliegen den Pendlern.

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Beschreibung zum Aufbau des Park&Ride St. Pölten. Das Parkhaus glieder sich in zwei Bereiche: Cityparken und Park&Ride. (Bild: Brindlmayer)

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Kassenautomat im Park&Ride in St. Pölten. Beide Bereiche des Parkhauses werden bei der Erklärung zur Bezahlung erwähnt. (Bild: Brindlmayer)

Es stellte sich also heraus, dass das Parkhaus 2 Einfahrten und somit auch 2 verschiedene Parkbereiche hat, wo unterschiedlich abgerechnet wird. Schön, dass es im Inneren des Parkhauses neben dem Kassenautomaten erklärt wird, aber draußen vor dem Parkhaus hätte ich diese Info in lesbar großer Schrift benötigt. Dann wäre mir das sicher nicht passiert!

Am Kassenautomat selbst stehen übrigens auch beide Bereiche des Park&Ride beschrieben. Woher soll ich denn dann auch bitte wissen wo ich gerade parke? Und warum kann ich nicht in dem Bereich auch Cityparken? Oder zumindest wenn ich falsch stehe trotzdem die Cityparken-Gebühr bezahlen? Nach dreimaligem Versuch dem Kassenautomaten zu erklären, dass ich Cityparken war, gab ich auf.

Da ich es eilig hatte und keine Servicenummer anrufen oder zum Schalter gehen wollte, zahlte ich die 15 Euro und fuhr genervt nach Hause. angry Beim Hinausfahren sah ich dann das Banner.

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Banner bei der Einfahrt zum Park&Ride Bereich in St. Pölten. (Bild: Brindlmayer)

Toll… Leider habe ich das Plakat beim Reinfahren nicht gesehen. Hat man doch immer einen Stress bei Parkhäusern, wenn einem hinten schon der nächste Fahrzeuglenker auf die Pelle rückt. Und der dunkelblaue Banner unmittelbar vor der Schrankeneinfahrt (wo man übrigens nicht mehr umdrehen kann) sticht einem an der Stelle auch nicht gerade ins Auge. Die Info wird schon viel früher benötigt. Nämlich unten beim Kreisverkehr, wo man hochfährt zur Parkgarageneinfahrt im 1. Stockwerk.

Schlechte Beschilderung

Bei meinem nächsten St. Pölten Besuch hatte ich etwas mehr Zeit und wollte mir das Park&Ride nochmal genauer ansehen. Vor allem die Beschilderung und wie zur Hölle ich im falschen Bereich stehen konnte. Bin ich an sämtlichen Schildern vorübergefahren, die mir dies ankündigen?

Nein, bin ich nicht. Nach genauerem Rundgang außerhalb des Parkhauses erkannt ich: man muss schon Adleraugen haben, um zu erspähen, welcher Bereich das Cityparken betrifft und wo man zum Park&Ride einfährt.

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EInfahrtsbeschilderung zum Cityparken im St. Pöltner Parkhaus. Leider steht hier nichts von Cityparken. Woher soll man es daher wissen? (Bild: Brindlmayer)

Die Beschilderung zur Einfahrt ins Cityparken ist auf den ersten Blick nicht vorhanden. Bei der Ampel zum Linksabbiegen steht lediglich, dass es sich um ein gebührenpflichtiges Parkhaus handelt. Schaut man bei eben dieser Ampel nach links sieht man in kleiner Schrift, dass es sich hierbei um die Einfahrt zum Cityparken handelt. Gute Augen sind hier gefragt.

Doch mal ehrlich: Wer schaut während dem Autofahren schon so genau? Vor allem bei den ungeduldigen Mitverkehrsteilnehmern die einen ja gleich anhupen, wenn man mal langsam fährt oder kurz anhält. Ich habe die Beschilderung bei meinem ersten Besuch jedenfalls nicht gesehen. Erwarten würde ich mir, dass direkt bei der Ampelbeschilderung groß der Hinweis zu finden wäre: „Hier links geht’s zum Cityparken, die Einfahrt zum Park&Ride ist etwas weiter vorne beim Kreisverkehr.“

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Die Einfahrt zum Cityparken ist nur sehr schwer auffindbar beschildert. (Bild: Brindlmayer)

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Nur bei genauerem Hinschauen kann man den Text lesen. Während man mit dem Auto fahrt ist es jedoch fast unmöglich, soll man sich doch auf den Verkehr konzentrieren. (Bild: Brindlmayer)

Bei meinem ersten Parkhausbesuch wusste ich vorab von einer Bekannten, dass es am anderen Ende eine zweite Einfahrt ins Parkhaus gibt - nämlich genau jene die zum Park&Ride-Bereich des Parkhauses führt, das wusste die Person jedoch nicht. Diese zweite Einfahrt sollte laut meiner Kontaktperson besser sein, da sie in einem großzügigen Kreisverkehr mündet und mehr Platz bietet. Bin ich doch jemand der gerne mal den Randstein küsst, so freue ich mich über weit gebaute Einfahrten. laugh Also fuhr ich die 100 Meter nach vorne und nahm die Andere. Auch dort fehlt jede Art von gut sichtbarer Beschilderung (das Banner vom Bild oben sieht man von unten kaum). Kein Wunder, dass man also im Eifer des Gefechts leicht die falsche Einfahrt erwischt.

Fazit: Einmal und nie wieder

Sie haben schon Recht, wenn Sie jetzt denken „sowas passiert einem eh nur einmal, beim nächsten Besuch weiß man es und parkt richtig“. Ja schon! Und 15 Euro sind auch nicht grad die Welt. Trotzdem ist es frustrierend. frown Könnte doch eine gut sichtbare Beschilderung so einfach Abhilfe schaffen. Vor allem wenn in jeder Berichterstattung und in jedem Folder groß darauf hingewiesen wird (siehe Linksammlung am Ende). Wenn man die (so wie ich) vorab nicht gelesen hat, weiß man es jedoch nicht.

Als weitere Idee (ohne Berücksichtigung der Umsetzbarkeit) fällt mir ein: Ein Entwertungssystem für die Parkkarten in den Geschäften und Lokalen der St. Pöltner Innenstadt würde auch eine praktikable Lösung sein. Dann muss das Parkhaus auch nicht getrennt werden – wobei ich die Sinnhaftigkeit der Aufsplitterung schon nachvollziehen kann. Definitiv unnötig ist jedenfalls, dass man es nicht ausmerzen kann, steht man einmal im falschen Bereich. sad

Bitte liebes St. Pölten: Vielleicht könnt ihr da noch irgendwie nachrüsten und künftige „Einfahrer“ von Parkkunden vermeiden.

Linksammlung: Infos zur Parkhauseröffnung

 

Lesen Sie auch:

Meine Kollegin Lisa Payreder hat mit ihrem P&R in Amstetten ein ganz anderes Problem. Aber es ist definitiv nicht weniger frustrierend.

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5 Kommentare

Bild des Benutzers dbrindlmayer

Kleines Update (Oktober 2019): Nachdem ich den Kommentar von Sonja gelesen habe, dachte ich mir, ich informiere die Stadt St. Pölten aktiv über diesen Beitrag und den Unmut einiger Nutzer. Vor allem auch durch den Hintergrund, dass dieser Beitrag weiterhin monatlich sehr oft gelesen wird, wie mir unsere Webstatistik verrät. 

Ich habe am 21. August 2019 ein E-Mail an das Magistrat bzw. Rathaus St. Pölten verfasst. Bislang (2. Oktober 2019) bekam ich noch keine Rückmeldung. Das finde ich sehr schade. Ich hätte mir ehrlich gesagt zumindest eine Rückmeldung erwartet. indecision Egal ob man sich dem Thema annimmt, oder nicht.

Sollte ich wider Erwarten noch eine Info der Stadt St. Pölten bekommen, poste ich diese natürlich sofort.

Ich möchte an dieser Stelle alle Leser aufrufen: Schreibt doch bitte weiterhin Kommentare, wenn euch das Gleiche passiert ist.

Danke,
Eure Daniela

So

Hy! Habe heute das gleiche frustrierende Erlebnis gehabt! Nenne es mal eine freche Abzocke! Werde nie wieder in dieses Parkhaus fahren! 

Bild des Benutzers dbrindlmayer

Hallo Muvimaker!
Eine ausgezeichnete Frage. Ich war leider seither nicht mehr im oder in der Nähe des P&R in St. Pölten. Ich werde mir aber vornehmen bei meinem nächsten St. Pölten Besuch vorbeizuschauen.
Ich habe diesen Blog-Beitrag bzw. diese Beschwerde damals nicht an die Stadt St. Pölten übermittelt, also gehe ich davon aus, dass diese den Beitrag gar nicht kennen. Vielleicht hole ich das noch nach. Aber zuerst schaue ich nochmal beim P&R vorbei. smiley

Mu

... sollte natürlich "geändert" heißen - das sind die Billigtastaturen um Euro 9,90. Bessere Tastaturen bekommt man vom Arbeitgeber leider nicht zur Verfügung gestellt.

Mu

Und - hat sich in dem Jahr seit Ihrer Berichterstattung etwas genändert? Wurde die Beschilderung (lesbar) angepasst? Bitte berichten Sie doch einmal, sodass man evtl beim Betreiber bzw der Behörde nachhaken kann.

Danke!

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