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Touchscreen-Flut

Manche Dinge entwickeln sich in eine bedenkliche Richtung. Wie wäre es, wenn man vorher denken oder gar auf die Nutzer hören würde?

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Tippen und wischen am Touchscreen. (Bild: Puckung/Shutterstock.com)

Tippen, wischen, ziehen … Wie stehen Sie eigentlich zum Thema Touchscreens?

Was mich betrifft, der noch in der Prä-Smartphone-Zeit aufgewachsen ist, finde ich Touchscreens in Maßen sympathisch, so wie mir auch das Touchpad als Mausersatz in Maßen sympathisch ist. Ich sehe die praktische Seite, ich erlebe aber auch täglich die Gefahr der Fehlbedienung, weil für manche Aufgaben die Exaktheit fehlt.

Inflationär

Ich wundere mich zwar nicht über den (herstellerseitig) vielfältigen Einsatz der Touchscreens, die ja längst schon weit über die Smartphones hinaus Verbreitung gefunden haben. Ich wundere mich aber auch nicht darüber, dass die Nutzer dem Ganzen in manchen Bereichen skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. So haben sich mobile Geräte mit Tastatur plus Touchscreen, die aus Sicht der Hersteller die herkömmlichen Notebooks ablösen sollten, auch nach Jahren noch nicht so recht durchgesetzt. Nachdem solche Hybridgeräte doch eher eine jüngere Klientel ansprechen sollen, denke ich mir, dass die Skepsis betreffend die Touchscreen-Flut andere Gründe hat als die – nennen wir es: älteren Generationen unterstellte Unflexibilität technischen Neuerungen gegenüber.

Skepsis ist angebracht

Ein Vorfall bei der US-Marine, der ja beinahe unterhaltsam wäre, wenn er nicht tragisch geendet hätte, ist eine deutliche Bestätigung dafür, dass Skepsis in manchen Bereich durchaus angebracht ist. Medienberichten zufolge wurden amerikanische Kriegsschiffe seit 2016 zunehmend auf die Steuerung mittels Touchscreen umgestellt, wo früher physische Hebel und Knöpfe zum Einsatz kamen. Die Rückmeldungen der Seeleute waren von Beginn an negativ – was aber folgenlos blieb –, bis sich dann auch noch eine Kollision zwischen einem Zerstörer und einem Tanker ereignete, die zehn Menschenleben forderte.  Die Untersuchungskommission bestätigte, dass die Touchscreen-Steuerung zumindest eine Mitschuld an dem Vorfall habe, weil sie grundsätzlich, aber speziell in Stresssituationen die Wahrscheinlichkeit für Bedienfehler erhöhe. Die Folge: Die Touchscreens werden nun aus den Schiffen aus- und die „altmodischen“, aber wesentlich mehr Sicherheit bietenden Hebel und Knöpfe wieder eingebaut.

Mitdenken erwünscht

Ich bin beileibe kein Technik- und Fortschrittsverweigerer, aber ich sehe die Dinge eben mit der oben erwähnten Skepsis. Womit ich wieder bei meinem aktuellen Lieblingsthema angelangt bin: Smart ist, wenn alle Beteiligten mitdenken, wenn sie sich im Vorfeld Gedanken über die Sinnhaftigkeit dessen machen, was sie planen und tun. Touchscreens leisten in vielen Bereichen gute Dienste – nicht, weil sie für jeden Bereich von Haus aus die beste Lösung sind, sondern weil sie, richtig eingesetzt, ihre Stärken ausspielen können. Und wenn die Verantwortlichen nicht von selbst draufkommen, dann sollten sie auf jene Menschen hören, die bei ihrer Arbeit täglich damit konfrontiert sind.

Träumen erlaubt!

Zu viel verlangt, weil die Lobby der Touchscreen-Hersteller sich bei potenziellen Großkunden leichter Gehör verschafft als die anonymen Nutzer? Naja, man wird ja wohl noch von einer besseren Welt träumen dürfen!

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1 Kommentare

CM

Ich bin einer aus dieser Generation, welcher mit der Entwicklung der Home-PCs, Handys, ... als Jugendlicher aufgewachsen ist. Vor allem die Erfindung der Mouse und aber auch andere, haben viel hilfreiches oder interessantes ergeben. Auch der Touch-Screen ist eine inovative Erfindung, die aber für alle Einsatzgebiete nicht bzw. mit Einschränkung anwendbar ist.

Bei Feuchtigkeit oder Schmutzeinwirkung kann es schon mal bei der Anwendung hapern. Ebenfalls ist es mühsam, wenn das Display schlecht kalibriert wurde und der Bankomat (mir passiert) meine Auswahl nicht annimmt.

Auf "Biegen und Brechen" überall eine Technologie einzusetzen, ist keine gute Idee.  

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