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UBER vs. LYFT

Ein Taxischreck

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Frau räumt Koffer in Auto (Bild: pincasso/Shutterstock.com)

Ein Gespenst spukt seit einiger Zeit in der Taxibranche: Fahrdienstleister UBER und neuestens in den USA auch der Konkurrent LYFT. Ein Vergleich in einem persönlichem Erfahrungsbericht.

Dieser Bericht ist KEINE werbliche Einschaltung, sondern ein persönlicher Erfahrungsbericht der Verfasserin.

Prinzipiell bin ich große Verfechterin der Öffis, doch manchmal schätze ich Fahrdienste. So kürzlich geschehen, als wir erschöpft von einer 20-stündigen Anreise in die USA nur mehr ins Hotel wollten. Für den Weg vom Flughafen in die Innenstadt boten sich die Öffis nicht wirklich als geeignet an, denn wir hätten etwa 2 Stunden gebraucht und 3 x umsteigen müssen (zum Vergleich etwa 45 Minuten mit dem Auto). Ein Taxi hätte uns 80 Dollar (rund 65 Euro) gekostet. Beide Varianten für uns eher uninteressant, weil zu umständlich bzw. zu teuer.

Im beschriebenen Fall unsere einzige Alternative: UBER. Jener Fahrtendienstleister, der Taxifahrer zur Weißglut treibt, da sich das Unternehmen an keine Taxi-Tarifregelungen halten muss und - außerhalb der EU - auch Fahrer ohne Taxilizenzen, wie zB. Privatpersonen, beschäftigen kann. Auch wir haben im Vorjahr kritisch über UBER berichtet. Kritikpunkte an UBER sind - nennen wir es mal - "kreative Nutzerdatenverwertung". Sogar der Akkustand des Handys soll ausgelesen werden, weil man sich durch einen niedrigen Akkustand eine höhere Zahlbereitschaft erhofft. So manch einer wirft dem Unternehmen vor, billigere Fahrpreise gegen Bekanntgabe besonders vieler Nutzerdaten anzubieten. Jo eh. Stimmt schon. Mit der Zustimmung zu den AGBs erlaubt man UBER so ziemlich alles mit seinen Daten anzustellen. Für mich persönlich überwiegt persönlich der Nutzen über den Bedenken, siehe weiter unten. Und sind wir uns doch mal ehrlich... Wer von euch hat ein Social Media Profil? Wer von euch nützt Google? Wer von euch shoppt online? Wer hofft auf sein Glück bei Gewinnspielen? Wer von euch ladet sich Apps auf sein Smartphone? Eben! Wir haben es tagtäglich mit vielen "Datensaugern" zu tun. Unser aktueller Bericht über Datenhandel beweist einmal mehr, dass im Hintergrund uns meist unbekannte Firmen agieren, die sich auf den Handel mit Nutzerdaten spezialisiert haben und die bekannten Übeltäter Facebook, Google und Co sehr klein aussehen lassen. Und nicht nur bei UBER übt man sich in Steuervermeidungstricks und bringt die Wertschöpfung außer Landes.

Bedenklich finde ich eher, dass der Verdienst von UBER-Fahrern sehr niedrig ist. Außerdem sieht die App keine Funktion vor dem Fahrer Trinkgeld zu geben. Besonders in den USA ist dies einer der größten Kritikpunkte, zumal Trinkgeld dort in vielen Berufen entscheidender Bestandteil des monatlichen Einkommens ist.

Ich weiß, dass ich nicht nur positive Zurufe erwarten kann, wenn ich die Dienste von UBER hie und da auch in Österreich in Anspruch nehme. Doch lassen wir die Kritikpunkte mal außen vor gestellt. UBER punktet in vielerlei Hinsicht, da können reguläre Taxis nicht mithalten:

  • Die App ist sehr nutzerfreundlich aufgebaut. Und man hat eine Auswahl. Man wählt - je nachdem wo man sich befindet - aus verschiedenen Fahrzeugtypen bzw. Transportmöglichkeiten und daher auch verschiedenen Preiskategorien aus: UberX bzw. UberBlack (vermittelt werden Mietwägen mit konzessionierten Fahrern), UberPool (eine Art Sammeltaxi), UberPoP (private Autos mit Fahrern) oder UberTaxi (Vermittlung von Taxis).
    UberPop kann übrigens in Europa nach einem Urteil des EuGH nicht angeboten werden. Oder anders gesagt: möchte jemand über UBER Fahrdienste an Kunden anbieten, muss man in Europa über die entsprechenden Konzessionen und Lizenzen verfügen.
  • Neben den Wägen vermitteln auch die Fahrer ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild.
  • Uns wurde am Flughafen ein unschlagbar günstiger Preis vorgeschlagen: 45 Dollar (36 Euro), geschätzte Fahrtzeit nach DownTown (ohne Stau) etwa 45 Minuten. Bezahlt wird im Voraus per Kreditkarte. Zu erwähnen sei aber, dass das Modell auf das sog. "Price Surging" zurückgreift. Nachfrage bestimmt das Angebot. Sprich, zu beliebten Zeiten kann der Preis mitunter auch das Achtfache betragen.
  • Aber das größte Plus von Uber: Man kennt immer den Preis im Voraus und man bezahlt für die angegebene Strecke. Steht man zB. im Stau, bezahlt man trotzdem noch den selben Preis, der einem bei Fahrtantritt abgebucht wurde. Bei regulären Taxis ist dem nicht so.
  • Mir ist als Frau ganz besonders der Sicherheitsaspekt wichtig: bestelle ich ein Uber-Taxi weiß ich im Voraus wer mein Fahrer ist (ich erhalte Name, Telefonnummer und ein Foto des Fahrers), ich kenne das Fahrzeugmodell inkl. Kennzeichen, ich weiß wie viele Fahrten mein Fahrer bereits absolviert hat und ich kann per GPS nachverfolgen, wo sich mein Fahrer gerade befindet. Der Fahrer fragt einen außerdem nach meinem Namen zur Überprüfung ob ich auch ich bin. Kurz gesagt: Ich weiß wer mich herumkutschiert. Da steige ich auch als Frau alleine ins Auto.

Übrigens: Uber bekommt Konkurrenz. Die rosa dekorierten Autos vom Fahrdienstleister LYFT möchten die Vormachtstellung in den USA erringen. Ist LYFT einfach nur das neue UBER in Pink? Am Ende des schönen Urlaubes ist man bequem und möchte auch wieder von der Stadt zum Flughafen gebracht werden und ordert via rosa App einen Wagen von LYFT. Kurz darauf erreicht uns ein Anruf vom Fahrer: Er sei heute zum ersten Mal für LYFT tätig und wisse nicht wie er zu unserem Abholort komme. Tja... da können wir ihm als Touristen, die zum ersten Mal in dieser Stadt sind, in der rund 12 Millionen Menschen leben, auch nicht weiterhelfen. Eine Stornierung des Auftrages bringt knapp 10 Dollar Gebühren mit sich. Später werden uns die Stornogebühren als Zeichen des guten Willens - weil man die potentiellen Neukunden nach der ersten Bestellung nicht wieder vergraulen möchte - wieder gut geschrieben. Außerdem kann natürlich damit argumentiert werden, dass es hier um einen Einzelfall handelt, der niemals die Wirklichkeit abbilden kann. Trotzdem: Ein ungutes Gefühl und der Gedanke, doch besser wieder UBER zu nützen, bleibt.

Welche Erfahrungen habt ihr mit UBER oder LYFT gemacht? Oder nützt ihr doch lieber Taxis? Berichtet mir doch davon in den Kommentaren. laugh

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1 Kommentare

Sa

 

Den Kritikpunkt zum Thema Trinkgeld, möchte ich gerne richtig stellen: über die App kann man dem Fahrer sehr wohl nach der Fahrt einfach und unkompliziert ein Trinkgeld zukommen lassen. Ich bin sowohl in Europa als auch in USA ein großer Fan von uber. Sollten sich die lokalen Taxiunternehmen auch einmal so transparent zeigen, alle sich in der Nähe befindlichen Fahrer anzuzeigen und genau aufzeigen, wo der Fahrer ist und wann er ankommt und die Fahrtroute für alle sichtbar machen, dann nutze ich gerne auch wieder ihre Dienste. 

 

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